Montag, 4. Februar 2019

Da wiehert er wieder: Der deutsche Amtsschimmel


Zur Erinnerung: Der kanadische Expat beantragt die Erneuerung des kanadischen Reisepasses online, druckt die Unterlagen aus, legt biometrische Passbilder und den alten Pass dazu und sendet das Ganze mit der Post zum zuständigen Konsulat. Nach (nicht einmal) drei Wochen kommt der neue Pass per Post ins Haus.

Zur Beantragung des deutschen Reisepasses begibt man sich zur Passbehörde des aktuellen Hauptwohnsitzes (in unserem Falle das örtliche Bürgerbüro). Dort wird der Antrag am PC ausgefüllt (hätten wir eigentlich auch selber machen können, s.o.). Dann werden (wieder mal?) biometrische Fingerabdrücke abgenommen (was ist aus den letzten geworden?). Danach wird festgestellt, dass der Antrag erst abgeschickt werden kann, wenn anhand der Beibehaltungsurkunde festgestellt wurde, dass man ein(e) legale(r) Doppel-Staatsbürger(in) ist. Häh? Diese Prüfung wurde doch bereits bei der Rückwanderung durchgeführt. Ja, aber: Nicht bei diesem Amt! Also gut, nochmal nach Hause und mit der Urkunde wieder zurück, damit eine Kopie (!?!) zu den Akten gelegt werden kann. Müsste der Doppelstaatsbürger-Status nicht bereits irgendwo in den Personaldaten vermerkt sein? Das muss man nicht verstehen. Die Lieferzeit soll etwa vier bis sechs Wochen betragen, und selbstverständlich muss der Ausweis dann persönlich (oder durch einen Bevollmächtigten) im Bürgerbüro abgeholt werden.

Und die Moral von der Geschicht': Niemals das Dokument zur Genehmigung der Beibehaltung der deutschen Staatsangehörigkeit wegwerfen. Der deutsche Amtsschimmel benötigt es noch.

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