Montag, 18. April 2016

Jenseits von Kanada

Sollten die Protagonisten dieses Blogs mal einen Roman schreiben wollen, würde er (frei nach dem Roman Jenseits von Afrika) sicherlich so beginnen...

"Wir hatten einen Platz in Kanada, am Fuße des Adlerbergs, am Ende des Burrard Inlets..."

Rocky Point Park, Port Moody, BC

Alle Jahre wieder feiern wir unser Immigrations-Jubiläum: am 18. April 2005 landeten wir mit Permanent Residence Status und 27 Kisten unseres alten Lebens im Gefolge in Calgary, Alberta.

Fünf Jahre verbrachten wir dort, wohnten zunächst im Nordosten und zogen dann in den Südwesten der Stadt um, bevor wir im Frühjahr 2010 nach Port Moody, British Columbia umsiedelten.

Wir fanden schnell Arbeit und neue Freunde, erlebten die Schönheit der Berge, der Prärie und der wilden Westküste. Seit Februar 2011 sind wir kanadische Staatsbürger.

So sehen Kanadier aus!

Im Mai 2013 bewogen uns familiäre Gründe, nach Deutschland zurück zu kehren, und so ließen wir uns, der Arbeit wegen, im südwestlichen Baden-Württemberg nieder. Nebenbei kam der Schwarzwald sowohl landschaftlich als auch geografisch unseren Vorstellungen von einem Neubeginn in der alten Heimat entgegen.

Nun leben wir schon wieder drei Jahre in Deutschland, zurück im Kreis der Familie und alter Freunde, zurück im deutschen Alltag.

Rückblickend fiel uns im Vergleich zur Anpassung an das Leben in Kanada die Rückwanderung ungleich schwerer. Besonders Sonja litt unter dem Phänomen Reverse Culture Shock (Eigenkulturschock). Uns fehlt die unendliche Weite, das Meer und... natürlich unsere Million-Dollar Aussicht!


Auf der anderen Seite des Ozeans hatten wir (gefühlt) mehr Freiheit, weniger Bürokratie, ein entspanntes Arbeitsleben. Wir waren nicht die "Zugereisten", sondern ein Teil des Multi-Kulti.

Grund genug, eines Tages nach Kanada zurück zu kehren? Oft werden wir genau dieses gefragt. Diese Frage ist nicht so einfach mit ja oder nein zu beantworten. Denn was wir dort aufgegeben haben, werden wir so nicht mehr vorfinden: Unsere schöne Wohnung mit Ausblick ist verkauft, ein Teil unserer Freunde inzwischen weiter gezogen und die Arbeitsmarktsituation derzeit eine andere. Das Thema Alter und Gesundheit lassen wir dabei mal beiseite, denn das wäre derzeit (noch) kein Hinderungsgrund.

Typisch deutsch: Im Jack Wolfskin Outfit!

Also sagen wir mal so: Es ist auf jeden Fall ein gutes Gefühl, dass wir als Deutsch-Kanadier jederzeit in das Land unserer Träume zurück kehren dürfen.

Samstag, 2. April 2016

Warum auswandern? Hier ist es doch schön...

... fragt uns so manche(r) eingeborene SchwarzwälderIn immer wieder. Und richtig, diese Ecke Deutschlands ist wirklich wunderschön, für viele andere sogar ein Grund, hier Urlaub zu machen.


Als wir uns 2003 entschlossen hatten, nach Kanada umzuziehen, und dieses 2005 in die Tat umsetzten, verließen wir das Land ja nicht, weil in Deutschland alles so schrecklich war, sondern weil uns die Neugier und die Liebe zu unserem Urlaubsland Kanada magnetisch angezogen hat, so wie auch der Schwarzwald immer wieder Menschen aus anderen Teilen Deutschlands (und der Welt) anlockt.

Aus dieser Motivation heraus hatten wir - für den Deutschen an sich fast undenkbar - im Oktober 2004 unsere unbefristeten (!) Arbeitsverhältnisse aufgekündigt, Wohnung und Hausstand verkauft und waren auf zu neuen Ufern (bzw. Bergen) gezogen. 


Da wir das Land ein paar Mal bereits ein paar Mal besucht hatten, wussten wir ja größtenteils, auf was wir uns einließen. Auch sprachen wir ganz gut Englisch und fühlten uns dank Ausbildung und Berufserfahrung ausreichend für den kanadischen Arbeitsmarkt vorbereitet. 

Dabei half uns das Internet nicht nur bei der ganzen Recherche rund um die Immigration, sondern auch beim Aufbau eines neuen sozialen Umfeldes. Letztendlich hatten wir eine ganze Menge Glück: Der Arbeitsmarkt boomte gerade und wir fanden großartige Arbeitgeber. Und so wurde das Projekt Auswanderung für uns ein voller Erfolg und unser neues Lebensmotto: Life is good!