Donnerstag, 24. September 2015

Auf dem Meeresboden, durch das Flusstal und zum großen Wasserfall


22.9. Die Temperaturen sagen alles, inzwischen ist der Herbst eingetroffen... aber das macht nichts, da ich den Vormittag noch einmal an den Hopewell Rocks verbringen will. Diesmal offiziell und bei Ebbe. Ich stehe also um kurz vor neun am Tor und werde von einem Park Warden empfangen, der mich und ein paar wenige andere schon einmal einlässt. Ich kaufe also mein Ticket und spurte los, während andere noch auf den Shuttle zu den Flower Pots warten.


Dadurch bin ich als erste am Ziel, renne die Treppen 'runter und schieße bereits die ersten Bilder ohne Touristen. Genau das wollte ich mit meiner Aktion erreichen. Ich wandere also auf dem Meeresboden herum und stehe dort, wo gestern Abend noch das Wasser stand.

Das Morgenlicht taucht die Sandstein-Monumente in ein wunderbar warmes Licht. Weit und breit noch keine Menschenseele (außer mir...).


Meine Stiefel waren mal dunkelblau... nach dem Latsch durch den Schlamm leuchten sie rot. Da werden manche in ihren Ballerinas, Turnschuhen oder Flip-Flops aber Spaß bekommen.


Als ich mich gegen 11 Uhr auf den Rückweg mache, sind sie überall... die Touristen. Hier eine Gruppe asiatischer Reisender, die sich lautstark unterhalten und sich mit ihren Tablets und Smartphones vor der Nase herum fummeln.


Nun muss ich aber los. Schnell noch die Schuhe gereinigt (am Visitor Center kann man sich den Dreck mittels Schläuchen abspritzen) und einen Kaffee getankt, dann geht es Richtung Alma, durch den Fundy Nationalpark. Danach nehme ich die Landstraße nach Sussex bevor ich wieder einen Teil Transcanada-Highway unter den Räder nehme. Nun heißt es endgültig vom Meer Abschied nehmen. Doch es wird mich noch einmal Wasser der anderen Art begleiten...


Unterwegs halte ich immer mal wieder an überdachten Holzbrücken, die heute keinen besonderen Zweck mehr erfüllen. Die meisten sind auch gar nicht mehr befahrbar (zumindest Dosen kommen hier nicht durch).




Auch die Flussläufe sind von Ebbe und Flut betroffen. Bei Flut fließt dann der Fluss schon einmal rückwärts... Die Fischerboote sind auf Stützen "geparkt", damit sie nicht umkippen.



Bei Fredericton nehme ich die Ausfahrt zum Scenic River Valley Drive und schraube mich gemütlich den Saint John River hoch. Eine ruhige Fahrt ohne wesentliche Steigungen und mit weiten Kurven liegt vor mir. Perfektes Cruiser-Territorium.

Erntezeit. Bis Thanksgiving ist es nicht mehr lang.

In Hartland steht die mit fast 400m längste überdachte Holzbrücke der Welt. Es gibt nicht viel mehr hier, also wird ein großes Trara darum gemacht. Die Brücke wurde durch Brand oder Eis mehrfach zerstört, aber immer wieder aufgebaut und restauriert.


Hier nehme ich in Florenceville, der Pommes Hauptstadt der Welt, noch eine weitere überdachte Holzbrücke mit. McCain hat hier ihren Hauptsitz und überall riecht es nach Fritten.


Für das Ende meiner Etappe habe ich Grand Falls gewählt. Der Name hört sich viel versprechend an... Großartiger Wasserfall. Von wegen. Darüber hat man ein Kraftwerk gebaut, welches den Wasserdurchlauf kontrolliert. Und derzeit lässt der Wasserstand wohl eher nur ein Wasserfällchen zu. Wenn nicht die Touristen wären, hätte man wohl auch diese Schleuse geschlossen. Ich höre neben mir Kommentare von Durchreisenden, die genau so enttäuscht wie ich sind.

Grand Falls? Wohl eher nicht um diese Jahreszeit.

Wenigstens gibt es einen schönen Sonnenuntergang, der alles in ein herbstlich orangenes Licht taucht.


Im Hilltop Motel über den Fällen (bzw. über dem Kraftwerk) schlage ich mein Domizil für die Nacht auf. Es ist einfach, aber um Klassen besser, als das von der Nacht zuvor.


Es war ein langer Ritt heute, aber schön...

Kommentare:

  1. "Es riecht überall nach Fritten..." - Die Welt kann doch grausam sein, oder? Da bekommt man schon Hunger beim Lesen, ganz ohne olfaktorischen Reiz.

    Stimmt, die Touristen sind immer das Problem an den schönsten Orten. Immer stellen sie sich genau da hin, wo man selbst sich gerade mit der Kamera aufbaut. Gut, daß Du sie abgehängt hast!

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    1. Kann man wohl sagen, Minya. Das war ganz schön verlockend.

      Die am Vortag erworbene Ortskenntnis hat sich in diesem Fall bewährt. Die meisten Normalo Touristen wissen wohl gar nicht, dass man auch locker zu Fuß da hinkommt.

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  2. KREISCH! Ich hab' gelesen: "Hier eine Gruppe asiatischer Reisfelder ..." OMG!

    FREDERICTON! Da war ich, da war ich! ... *aufgeregt rum zappel* ... :-)

    Hast du eigentlich diese Pommes gegessen? Die mit Sauce und Käse überbacken?

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    1. Na, dann kennst Du ja die Gegend vielleicht noch ein bisschen. Am Fluss war es jedenfalls ganz schön.

      Leider gab's keine Poutine mit allem Drum und Dran. Ich habe keinen Ort gefunden, an dem dieses spezielle Fast Food als vegane und Laktose freie Version angeboten oder zubereitet werden könnte. Also gab's mal wieder nur die Pommes nackt.

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  3. wunderschoene Bilder, vielen Dank :-)

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