Sonntag, 26. Juli 2015

Urlaub vom bisherigen (Arbeits-)Leben

Kanada ist anders. Und das ist gut so. Denn wo gibt es den Chef, der einen spätestens um fünf Uhr nachmittags nach Hause schickt? Der einen nach Feierabend und am Wochenende nicht mit emails oder Anrufen bombardiert? Den Vorgesetzten, der sich mit einem Handschlag für die geleistete Arbeit bedankt, und das immer wieder? Das Unternehmen, das Arbeitsleistung unaufgefordert mit einer Gehaltserhöhung und einem Sonderbonus bedenkt? In Kanada, bzw. in Alberta haben wir das erlebt. Beim ersten Mal dachten wir noch, da will uns einer auf den Arm nehmen. Prämien? Gutscheine? Das konnte doch nur ein Irrtum sein, fragten wir irritiert. War es aber nicht, bestätigte uns der lachende Boss.

Ach ja, und wo wurden noch die Steuern gesenkt und ein Überschuss direkt dem Steuerzahler zurück gezahlt? Auch das haben wir 2005 in Alberta erfahren, in Form des Prosperity Bonus, auch Ralph-Bucks genannt. Klar hätte man das Geld auch in Calgary's Infrastruktur stecken können, aber so wurde eben der Konsum angekurbelt, und wir haben niemanden kennen gelernt, der das Geld nicht sofort in Ware umgesetzt hätte (bei uns gab es Winterreifen dafür).

Jedenfalls war dank entspannter Arbeitsweise und ebenso relaxten Vorgesetzten jeder Feierabend ein bisschen wie Urlaub. Und das musste auch so sein, denn wir hatten anfangs nur zwei Wochen bezahlten Urlaub. Doch wenn man darüber nachdenkt... mehr brauchten wir auch nicht.

2006 im Kananaskis

Kommentare:

  1. Das klingt zu schön um wahr zu sein ...
    aber sowas lernt man nur kennen, wenn man den Mut hat, auch mal neue Wege zu gehen und mal was anderes zu erleben ...

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    1. Genau, aber wir konnten - aus DE ja nur Kritik und Forderungen gewöhnt - anfangs gar nichts mit der kanadischen Freundlichkeit auf der Arbeit anfangen...

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  2. aehnliche Erfahrung hat der Gatte auch. Und dadurch, dass wir in so kurzer Zeit aus der Stadt raus sind, ist jedes Wochenende wie ein Kurzurlaub ... bzw nutzen wir die Wochenenden auch wirklich. Dank flexibler Arbeitszeit/Home-Office werden wir dieses Jahr insgesamt 28 Tage beim campen gewesen sein, ohne einen Tag Urlaub geopfert zu haben und da waren die anderen Reisen noch nicht drin :-).

    Auch wenn der Grosskonzern dank deutschem Stammhaus hier genauso traege in der Buerokratie ist und Ablaeufe ewig brauchen, hat es uns schon ganz gut getroffen :-) Was auch toll ist, man kann Kollegen fuer Praemien vorschlagen, so kam Andreas schon an diverse gift cards fuer Montana etc.

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    1. Ich habe auch nie das Gefühl gehabt, zu wenig Freizeit zu haben, aber seit dem wir in De zurück sind, kommen mir selbst sechs Wochen Urlaub zu wenig vor...

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