Samstag, 20. April 2013

Behördendreikampf - Redux

Eine gute Zusammenfassung an Tipps für die Rückkehr nach Deutschland gibt es bei der Bundesanstalt für Arbeit. Hier werden die Schritte von der Anmeldung im Land bis hin zu Leistungsansprüchen gegeben.

Natürlich kann man auch entsprechende Beratungsstellen in Anspruch nehmen: Das Raphaelswerk berät bei der Rückkehr und Eingliederung, während Eures-Berater bei der Arbeitssuche in Europa unterstützen können. 

Nachdem man wieder eine Adresse in Deutschland hat, meldet man seinen Wohnsitz beim Einwohnermeldeamt an, beantragt den Personalausweis und tauscht den Führerschein (innerhalb von sechs Monaten) um. Letzteres sollte genauso problemlos vonstatten gehen, wie seinerzeit bei der Einwanderung nach Kanada. Laut unserer Recherche wird Führerscheininhabern aus BC für das Führen von Autos und Motorrädern keine erneute Prüfung abverlangt.

Mehr Informationen zum Thema Führerschein gibt es auf dem Merkblatt des Bundesministeriums für Verkehr und hier.

Weiterhin sollte man sich zügig wieder bei der Krankenkasse anmelden, bei der man vor der Auswanderung versichert war. Dort kann man sich i.d.R. für einen Basistarif zunächst privat versichern, solange man noch keine Arbeit hat.

Freitag, 19. April 2013

Wie bereitet man sich auf eine Rückwanderung vor?

Im Grunde genauso, wie man sich für eine Auswanderung vorbereitet...

Wir haben unsere Privatkontakte regelmäßig gepflegt und unsere Familie und Freunde auf unseren Heimaturlauben besucht. 

Auch haben wir über die Jahre Kontakte zu Exkollegen aufrecht erhalten. Besonders hilft dabei das Berufsportal LinkedIn weiter. 

Wir machen Gebrauch vom Online-Angebot der Tagesschau und wissen, welche gesellschaftliche und politische Situation uns in Europa erwarten wird. 

Selbstverständlich haben uns über die Arbeitssituation informiert und Stellenportale (Stepstone, Monster, Jobpilot) gescreent. Somit wissen wir in etwa, in welchen Regionen wir voraussichtlich die besten Chancen für einen beruflichen Wiedereinstieg haben sollten.

Wir haben unser deutsches Konto behalten.

Wir haben uns ein finanzielles Polster angespart, um einige Zeit ohne Einkommen überbrücken zu können, da wir die Sozialversicherung nicht in Anspruch nehmen wollen.

Donnerstag, 18. April 2013

Acht Jahre!

Es gibt Menschen, die sind voller verpasster Gelegenheiten. Wir wollten nicht zu jenen gehören, die später einmal sagen “Ach, hätten wir doch...”. Kanada ist für uns die Realisierung eines Traums, ein Abenteuer, etwas, dass wir machen wollten, bevor wir zu alt oder krank oder unflexibel für Veränderungen werden. Acht Jahre Kanada. Wo ist nur die Zeit geblieben? 

Am 18. April 2005 wanderten wir nach Calgary in Alberta ein. Dort waren wir willkommen, fanden schnell Arbeit und neue Freunde. Es gab die Badlands, die Prairies und die Rocky Mountains, einen Haufen Schnee, aber auch viel Sonnenschein. 
Vor drei Jahren zog es uns dann weiter nach Port Moody in British Columbia. Das Wetter an der pazifischen Westküste ist im Gegensatz zum rauhen Klima in den Prairies vergleichsweise mild, und so tauschten wir Schnee und Kälte gegen wochenlangen Regen ein. Aber kann es etwas Schöneres geben, als die Berge und den Ozean direkt vor der Tür zu haben?
In Kanada haben wir zu unserer Work-Life Balance gefunden und staunen immer wieder auf's Neue über das, was uns Mutter Natur zu bieten hat. Wir lieben dieses Land, es ist uns zu einer zweiten Heimat geworden.

Aber nach acht Jahren vermissen wir die Nähe zur Familie und haben Heimweh nach europäischer Kultur und Landschaft. Ja, uns ist bewusst, dass wir ein Luxusproblem haben, oder besser: wir haben die Wahl, denn...

... wir ziehen einfach mal wieder um! 


Bevor wir uns zu einer Rückkehr entschlossen, stand sogar Neuseeland mal zur Diskussion, wurde aber wegen der noch weiteren Entfernung zu Freunden und Familie dann doch wieder verworfen. Denn bei aller Liebe und Bewunderung für die fantastische Gegend, sie ersetzt doch auf Dauer Familie und Freunde nicht.

So machten wir eine Liste der Länder, die uns auch noch interessieren könnten. Dabei stellten wir fest, dass für uns der gesamte deutsche und englische Sprachraum, sowie Skandinavien oder Holland zum Leben und Arbeiten in Betracht kommen können.


Dem/der geneigten Leser/in wird vielleicht aufgefallen sein, dass wir im vergangenen Jahr verdächtig oft in Europa waren. Wir wollten ein Gefühl für eine Rückkehr entwickeln, und konnten sagen, es hat sich gut angefühlt.
Auswanderung - Rückwanderung. Das hört sich doch alles sowieso viel zu entgültig an. Wir nennen es daher Weiterwanderung. 

Zum Zwecke einer Neuorientierung werden wir erst einmal wieder in unsere alte Heimat umziehen, uns nach geeigneten Arbeitstellen umsehen und überraschen lassen, wohin es uns als nächstes verschlagen wird. 


Am meisten freuen wir uns schon auf die wieder gewonnene Nähe zur Familie und zu Freunden, auf Straßencafes und Biergärten und auf Ausfahrten mit unseren Vespa’s, auf Museen, historische Architektur und Konzerte und darauf, dass wir innerhalb weniger Flugstunden in eine völlig andere Kultur 'eintauchen' können. 


Der erste Schritt ist getan: Wir haben unsere Jobs gekündigt!


Wir sind dann mal weg! Das Ende? Nein, ein neuer Anfang. Denn, so unglaublich es klingen mag, jetzt heißt es: 


Goodbye, Canada - Hallo, Europa!

Wer an unserer Auswanderungsgeschichte interessiert ist, ist eingeladen, sich auf eine Zeitreise in das Jahr 2003 begeben, wo alles anfing.

Dienstag, 9. April 2013

Calgary erfindet sich mal wieder neu!

Sei ein Teil der Energie! ist der neue Slogan mit dem Calgary auch weiterhin (junge, gut ausgebildete) Leute aus aller Welt anziehen will.

Dazu gibt es auch dieses durchaus gelungene Video.


Augenzwinkernd werden zum Dreh hier ein paar fun facts veröffentlicht. Toll, dass sich die Verantwortlichen auch selbst auf die Schippe nehmen können.

Und hier gibt es alles über den Song: Link
Die Sängerinnen: Jocelyn Alice and Lisa Jacobs.

Sonntag, 7. April 2013

Während es in Port Moody regnet...

...ist in White Rock mal wieder bestes Wetter, zumindest trocken und zeitweilig sogar sonnig. Was so ein paar km (35) ausmachen können... 

Sonja macht sich auf, ihre Freunde Cliff und Anna zu besuchen, nicht nur um dem Regen zu entfliehen, sondern auch um mal wieder Rezepte auszutauschen. Anna ist nämlich eine begnadete Köchin und eine leidenschaftliche Verfechterin gesunder (vegan, raw, vegetarisch) Küche.
Die Sonne lockt uns nach draußen, und aus einem kleinen Spaziergang wird irgendwie ein acht km Trip, mit wunderschönen Aussichten. Hier lässt es sich aushalten.
Unvermeidlich auch hier... Güterzüge, und trotzdem gilt Eigentum so dicht am Wasser als kaum bezahlbar.
Der Zugführer hat seinen Spass mit dem Signalhorn, und trotz der Geräuschkulissse springen ihm immer noch dusselige Fußgänger vor den Zugwagen. Ein Wunder, dass hier noch niemand ernsthaft verletzt wurde.
Das Pier wird gerade überholt und ist im Moment leider nicht vollständig begehbar.
Der weiße Stein links unten ist der White Rock und Namensgeber des Städtchens. Natürlich gibt es auch Film-Trivia zum Ort: Hier wurden Szenen zu den TV Serien X-Files and Psych gedreht.
Plötzlich schlägt das Wetter um, es weht ein böiger kalter Wind und der Himmel zieht sich zu. Eine halbe Stunde später hat uns der Regen auch hier erreicht. Nur gut, dass wir die Zeit für diesen schönen Spaziergang genutzt haben.