Samstag, 10. März 2012

Wulff-ähnliche Zustände in Kanada


Zu unserer Überraschung (nicht wirklich... schliesslich handelt sich es um Politik) hat auch Kanada seine politischen Skandale. So gibt es zum Beispiel in Alberta ein Komitee mit 21 Mitgliedern des albertanischen Parlaments, wo jedes Mitglied monatlich 1,000 Dollar erhält, obwohl das Komitee seit 2008 nicht mehr getagt hat. Alberta's Premier Alison Redford war entsprechend entrüstet, als sie davon erfuhr und meinte, dass sei nun wirklich nicht die Art und Weise wie Albertaner ihre Politiker bezahlt wissen wollen. Peinlich nur, dass der Calgary Herald nur einen Tag später heraus fand, dass Redford selbst in diesem Komitee sitzt...

Ein Skandal von möglicherweise grösserer Tragweite ist jedoch der sogenannte Robocall-Skandal: während der letzten kanadischen Parlamentswahl erhielten mehrere tausend Wähler Anrufe, bei denen ihnen eine elektronischen Stimme die - falsche - Mitteilung gab, dass sich die Adresse des Wahllokals wegen Überlastung kurzfristig geändert hätte. Die Polizei fand schnell heraus, dass das Telefon, von dem die Anrufe ausgingen, einem 23-jährigen Mitglied der konservativen Partei gehört. Der will davon - genau wie Prime Minister Stephen Harper und der gesamte Rest der Konservativen - aber nichts gewusst haben. Die konservative Partei gibt bei diesem Skandal kein sehr gutes Bild ab, und Harper's Zustimmung bei der Bevölkerung steht momentan (Ende Februar) nur noch bei 31%. Es ist möglich, dass es in manchen Bezirken zu Neuwahlen kommen wird, die gegebenenfalls Einfluss auf die Regierungszusammensetzung haben könnten.