Donnerstag, 31. März 2011

Verschollen

 
Uptown Cafe, Branson, MI

Wir waren m.i.a. (missing in action) und daher in der vergangenen Woche schlecht zu erreichen. Während sich Roland wieder mal im frostigen Calgary die Ohren abgefroren hat, war Sonja auf Lieferanten-Tour im Mittleren Westen der USA. Mehr davon hier und nachfolgende Einträge für die, die es interessiert...

Mittwoch, 16. März 2011

Freitag, 11. März 2011

Tsunami Warnung

Nicht einmal vierundzwanzig Stunden nachdem wir auf Maui, Hawaii angekommen waren, wurden wir von einer Tsunami-Warnung aufgeschreckt. Gegen 22 Uhr Ortszeit hatten wir es uns gerade in unserem temporären Heim im Maui Beach Hotel, an der Nordküste der Insel, vor dem Fernseher gemütlich gemacht, da wurde Star Trek III von der Nachricht unterbrochen, dass es in Japan ein schweres Erdbeben gegeben hatte, und dass die pazifischen Inseln gegen ca. 3.00 Uhr morgens von einer heftigen Tsunamiwelle bedroht wären. Alle Küstengebiete seien so schnell wie möglich zu evakuieren, und man solle sich mindestens eine halbe Meile ins Landesinnere zurück ziehen.

So haben wir ganz in Ruhe all unsere Sachen eingepackt, an der Rezeption noch eine Flasche Wasser gekauft, und ab ging's mit unserem SUV ins hügelige Hinterland. Auf dem Weg dahin fuhren wir an mehreren Staus vorbei, die sich vor Tankstellen gebildet hatten, da ein paar Idioten meinten, ihre Autos (und natürlich auch ihre Boote!!!) noch schnell voll tanken zu müssen.

Wir fanden einen kleinen Parkplatz an einem Park und schlugen dort unser Domizil für die Nacht auf, während uns das Autoradio ununterbrochen mit Neuigkeiten versorgte. Bis zu 12 Fuss (3 Meter) hoch könne die Welle werden, und um 3.19 Uhr Ortszeit würde Maui getroffen werden.

Inzwischen hatte sich eine kleine Anzahl weiterer Autos auf dem Parkplatz eingefunden, als plötzlich eine Polizeistreife auftauchte, und uns "einsammelte", damit wir den Rest der Nacht in der Sporthalle der Maui High School verbringen konnten. Dort gab es Kaffee, Wasser, einen Fernseher und ein paar Dixi-Klos, da auf der ganzen Insel das Wasser abgestellt worden war.

Mit leichter Verspätung, gegen 3.30 Uhr traf die erste Welle auf die Hawaiianische Inselkette, hatte allerdings nur leichte Auswirkungen. Zu diesem Zeitpunkt waren wir so hundemüde, dass wir uns in unseren bequemen Wagen zurück zogen, und keine Probleme hatten, in den Schlaf zu finden, obwohl das Radio weiterhin Warnmeldungen ausgab und die Sirenen immer wieder los gingen. Als wir zwei Stunden später wieder aufwachten, waren noch zwei weitere Wellen auf Maui angekommen, die letzte und heftigste schaffte es ca. 500 Meter ins Landesinnere, und richtete einigen Sachschaden an. Trotzdem ist auf ganz Hawaii offenbar niemand verletzt worden, die Medien sprechen aber von etlichen Millionen Sachschäden.

Im Vergleich zu Japan sind die pazifischen Inseln noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen. Die Strände sind zwar voller abgerissener Bäume und Schutt, und wir konnten den ganzen Tag über noch Mini-Tsunamis (Wasser zog sich mehrfach zurück und kam dann wieder, wie Ebbe und Flut im Zeitraffer) beobachten, aber im grossen und ganzen nahm das Leben hier nach Entwarnung und Öffnung der Hauptverkehrsadern wieder seinen gewohnten Gang.

Am Tag danach ganz in der Nähe unseres Domizils:


Eines muss gesagt werden:
Wir waren von der hervorragenden Organisation und dem Katastrophen-Management der Hawaiianer beindruckt. Man hat uns erzählt, dass regelmässig einmal im Monat auf den Inseln entsprechende Trainings für den Ernstfall abgehalten werden. Das hat man gemerkt! Es gab keine Panik, keine Unruhen, und innerhalb kürzester Zeit standen Schulen, Kirchen und Gemeindesäle als Unterkünfte zur Verfügung. Heilsarmee und das Rote Kreuz versorgten die Sammelorte mit dem Nötigsten, und Polizei und Ordnungskräfte sorgten für eine koordinierte Evakuierung. Wir fühlten uns in guten Händen und waren zu keiner Zeit in Gefahr.

Mahalo nui loa! (Herzlichen Dank!)

Samstag, 5. März 2011

Freitag, 4. März 2011