Montag, 25. Januar 2010

Gestrandet

Es ist Montag morgen: Um halb sechs geht es wie üblich zum Flughafen. Der Flieger nach Winnipeg startet mit einer halben Stunde Verspätung. Nach etwa einer Stunde in der Luft, macht das Flugzeug eine 180 Grad Drehung und es geht zurück Richtung Calgary. In Winnipeg gibt es wegen des Blizzards und Eisnebel keine Landeerlaubnis. Die Passagiere werden aufgefordert, ihre Koffer wieder abzuholen und für den nächsten Flug neu einzuchecken. Für Sonja geht es (schon!) drei Stunden später weiter. Es herrscht immer noch sehr starker und böiger Wind, aber der Pilot macht seine Sache gut. Um 17 Uhr Ortszeit lässt sich Sonja direkt am Hotel absetzen. Der Kunde hat sowieso bereits Feierabend.

Sonntag, 24. Januar 2010

Sonntags morgens zum Frühstück: Bundesliga live!

Seit einigen Wochen empfangen wir GolTV auf unseren Fernseher, ein Sender, der ausschliesslich Fussball zeigt: vor allem viel aus Spanien, aber auch jede Woche eine Spieltagszusammenfassung der Bundesliga und eine Liveübertragung pro Woche. Diesmal war Bayer Leverkusen mal wieder dran, und so konnte sich Roland ab 9.30h morgens am 3:0 Sieg der Werkself erfreuen. Ein wichtiger Sieg auf dem Weg zu einer weiteren ruhmreichen Vizemeisterschaft! Oder sollten sie etwa...?

Samstag, 23. Januar 2010

Zimmer mit Aussicht


Sonja hat zwar derzeit keinen eigenen Schreibtisch (Scully hatte ja auch nie einen... siehe X-Files 4x13 - Never Again) und die ergonomischen Voraussetzungen sind alles andere als perfekt, aber wenigstens einen Ausblick. Allerdings hat sich dieser in der vergangenen Woche lediglich von dunkel nach hell und wieder nach dunkel verändert, ansonsten war alles grau in grau.

Ein kleiner Schritt für eine Kuh...

Seit einigen Jahren läuft in Kanada nun eine Posse ab, wie sie nur in einem komplett von Lobbyismus durchsetzten Land statt finden kann. Es ist in Kanada nämlich verboten, unpasteurisierte Milchprodukte zu verkaufen, da Rohmilch ja so dermassen ungesund und gefährlich ist - offensichtlich ganz im Gegensatz zu Hamburgern und Süssgetränken. Ein Farmer deutscher Herkunft aus Ontario hatte jedoch eine Lücke im Gesetz gefunden, denn der Verzehr von roher Milch ist erlaubt. Also verkaufte er Anteile an Milchkühen an seine Kundschaft, die dann das Produkt ihres Eigentums rechtmässig verbrauchen durften.

Das konnte die Milchindustrie natürlich nicht auf sich sitzen lassen, und so kam es zu einem jahrelangen Prozess, der nun endlich mit einem Freispruch für den Milchbauern zu Ende ging; "Cow-Sharing" ist erlaubt, der Verkauf jedoch bleibt verboten. Ein grosser Erfolg für den gesunden Menschenverstand, aber das kann nur ein erster Schritt sein.

Nach dem Sieg vor Gericht erweiterte der Milchbauer ein Zitat des ehemaligen kanadischen Premiers Trudeau, der einmal sagte, dass die Regierung nichts im Schlafzimmer zu suchen hat: "Die Regierung hat auch nichts im Magen der Leute verloren!"

Samstag, 16. Januar 2010

Zur Reisevorbereitung

Am wichtigsten ist beim Kofferpacken immer der Blick auf das Wetter. Kommende Woche wird es mild, so dass die Hardcore-Wintersachen diesmal in Calgary bleiben dürfen.

Bei längerfristigen Einsätzen wäre es von Vorteil, ein kleines Apartment zur Verfügung zu haben, statt immer wieder mit Sack und Pack anreisen zu müssen. So könnte man einen Teil einfach vor Ort lassen, ausserdem würde es die Qualität der Nahrungszubereitung erheblich verbessern, wenn man wenigstens eine kleine Pantryküche hätte.

Dienstag, 12. Januar 2010

Berater-Alltag

Für die Anreise steht man entweder am Montag morgen um 4 Uhr morgens auf, um den ersten Flieger zum Zielort zu nehmen, oder reist bereits am Sonntag abend zuvor an. Das Frühstück nimmt man mit Kollegen ein, die man nicht nur den ganzen Tag sehen, sondern mit denen man wahrscheinlich auch wieder beim Abendessen zusammen sitzen wird. Man nennt das social life. Den Tag verbringt man in über- oder unterbeheizten, oft fensterlosen Räumen und versucht unter wenig ergonomischen Arbeitsbedingungen eine Lösung für den Kunden zu erarbeiten. Manche Klienten verfügen ueber eine Kaffeeküche, in der man sich mit Warm- und Kaltgetränken versorgen darf, empfohlen wird jedoch die Eigenversorgung für die Flüssigkeitszufuhr. Aus Zeitgründen und oft auch aus Mangel an Bedürfnissen und Phantasie der KollegInnen wird das Mittagessen bei einem der bekannten Fastfood-Ketten eingenommen.
Das Hotel liegt oft logistisch günstig in der Nähe eines Industriegebietes, so dass auch am Abend ausser den ‘üblichen Verdächtigen’ wenig kulinarische oder geschweige denn kulturelle Alternativen zur Verfügung stehen. Vorteilhaft ist, wenn man einen Supermarkt vorfindet, und sich so mit Joghurt, Milch, Saft und frischem Obst eindecken kann, damit man nicht in Gefahr gerät, in ein paar Wochen an Mangelerscheinungen zu erkranken.

Die Qualität der Unterkunft ist eher durchschnittlich. An durchgehenden Schlaf ist kaum zu denken, da man durch die Geräuschkulisse der Heizung immer wieder geweckt wird. Dieses kann man zwar abstellen, allerdings wird es dann bei mangelhafter Isolierung und zweistelligen Minusgraden schnell kalt im Zimmer.
Es gibt durchaus KollegInnen, die meine Ansichten teilen. Oft findet man uns bei Starbucks, wie wir uns bei einem Chai Latte oder Double-Double die Hände wärmen, und bei Muesli-Riegel oder Gemüsekuchen über den fragwürdigen Lebensstil dieser Berufskategorie philosophieren.

Sehenswerte Architektur in Winnipeg


Viel Tageslicht bzw. Gegend bekommt Sonja bei ihrem Einsatz in Winnipeg nicht zu sehen, aber bei ihrer Anreise hatte sie diesmal die Gelegenheit, einen Schnappschuss von diesem Gebäude zu machen. Damit hat es nun auch Sonja geschafft, alle Provinzen Kanadas zu besuchen!

Freitag, 8. Januar 2010

Winterpeg

Was gibt es Gutes aus Winnipeg zu berichten? Die Stadt baut einen brandneuen Flughafen, der jetzt schon recht beeindruckend aussieht. Es war bitterkalt, so minus 40 Grad mit Windchill. So war es gut, dass Hotel und Bürogebäude unterirdisch miteinander verbunden waren. Das Highlight der Woche war wohl die Ankunft der Olympischen Flamme, nur gesehen hat Sonja sie nicht... der Fluch langer Arbeitsstunden im fensterlosen Büro. Das Hotel war wieder mal nur Mittelklasse und die kulinarischen Experimente haben Sonja bisher auch nicht in rechte Begeisterung versetzen können. Mal sehen, was die zweite Woche bringen wird.

Samstag, 2. Januar 2010

Bye, bye Sunnyvale. Hello again, Calgary!

Ein letzter Blick auf die Diablo Range. Mit Faulenzen und Schlemmerei ist es nun vorbei.


Mit einem Temperaturunterschied von nur 30 Grad, strahlendem Sonnenschein, stahlblauem Himmel und glitzerndem Neuschnee hält sich der Realitätsschock in Grenzen.

Wir sind neugierig darauf, was das Jahr 2010 für uns bereit hält. Ein Frohes Neues Jahr Euch allen da draussen in der echten und virtuellen Welt!