Sonntag, 19. Dezember 2010

Stanley Park im Winter

Die wenigen sonnigen Tage im Westküstenwinter muss man ausnutzen, und so haben wir uns heute zu einem Spaziergang durch den Stanley-Park aufgemacht. Die Sonne strahlte am blauen Himmel, die Temperaturen waren im einstelligen Plus-Bereich und die Grossstädter strömten in diesen wunderbaren Park. Tage wie dieser erleichtern es uns, die monatelange Regenzeit durch zu stehen!





Mittwoch, 15. Dezember 2010

Noch 'n Gedicht - Jahresrückblick 2010


Januar: Sonja wird von der Sonne Kaliforniens zu einem Einsatz ins winterliche Winnipeg geschleudert.
Februar: Roland beginnt sein Six Sigma Training und die Winterolympiade in Vancouver beginnt ohne Schnee.
März: Sonja zieht ihrem neuen Job in Vancouver hinterher. Nach Wohnungs- und Autosuche verbringt sie eine traumhafte Zeit im Hauptsitz in der Firma in Neuseeland.
April: Während Roland sich mit Arbeit in Calgary, Training in Houston und Organisation des Umzuges zur Westküste beschäftigt, amüsiert sich Sonja bei den Kiwis.
Mai: Diesmal ist Roland zum Training in Longview, Texas, und Sonja zurück in British Columbia.
Juni: Wir verfolgen die Fussballweltmeisterschaft und erkunden unsere neue Heimat. Nebenbei verschlägt es Sonja geschäftlich nach Toronto.
Juli: Roland verbringt seinen Urlaub mit Freund Frank in Montreal, während Sonja auf ihrem neuen (gebrauchten) Motorrad eine Reise nach Washington State und Oregon unternimmt.
August und September: Abwechselnd ist Sonja in Alberta, dann ist Roland wieder in BC. An den Wochenenden werden Kurzausflüge in die nähere Umgebung in die Berge, die Badlands oder ans Meer unternommen.

Oktober: Ein langer, bunter, warmer Herbst beginnt, und wir machen Urlaub auf Vancouver Island.
November: Der Monat präsentiert sich dunkel, nass und kalt. Roland ist nun ein zertifizierter Six Sigma Black Belt. 
Dezember: Der übliche Jahresendstress beginnt. Der Weihnachtsmarkt in Vancouver und Weihnachtsfeiern stimmen uns auf die Feiertage ein.

Uns ist dieses Jahr wirklich nicht langweilig geworden...

SEASON'S GREETINGS FROM THE WE(S)T COAST!

Donnerstag, 9. Dezember 2010

Ghost in the Machine

Im Moment ist da wirklich der Wurm drin... Fast wöchentlich haben wir in letzter Zeit die seltsamsten Erlebnisse, weil die kanadischen und amerikanischen Computersysteme nicht ordentlich zu funktionieren scheinen. Hier ein paar Beispiele:

Wir erhalten von American Express eine Mitteilung, dass unser Konto ein Saldo aufweist, das wir nicht beglichen hätten. Auf telefonische Nachfrage wird uns bestätigt, dass dies in der Tat nicht so ist und unser Konto völlig in Ordnung ist. Wir erhalten einen Brief, mit dem sich AE entschuldigt. Grund: Computerprobleme

Wir bekommen von unserer Autoversicherung ein sehr unfreundliches Einschreiben mit der Information, dass wir unseren Versicherungsbeitrag nicht bezahlt hätten und damit unsere Versicherung ab sofort ungültig ist. Es sei illegal, weiterhin mit unserem Auto zu fahren. Auf telefonische Nachfrage wird uns bestätigt, dass wir in der Tat unseren Beitrag bezahlt haben und das alles in Ordnung sei. Wir werden eine schriftliche Bestätigung erhalten. Grund: Seit Umstellung auf ein neues Computersystem würden diese Einschreiben häufiger fehlerhafterweise verschickt (hm, warum wird eigentlich keine manuelle Überprüfung vorgenommen, bevor die Dinger rausgehen?).

Die Krönung des ganzen ist aber eindeutig KLM, die Fluggesellschaft, bei der wir unsere Weihnachtsflüge nach Deutschland gebucht haben. Im August haben wir unseren Flug gebucht, seitdem hat KLM vier mal (4x!) unsere Flüge ungefragt storniert! Jedesmal muss Roland sich erneut mit der KLM- (und Delta-) Kundenbetreuung auseinander setzen, und die Betreuer buchen den Flug wieder neu. Begründung: seit Delta und KLM fusioniert haben, arbeitet man mit zwei Computersystemen, die sich anscheinen nicht besonders gut verstehen. Da passieren diese Sachen schon mal.

Man bekommt den Eindruck, dass die Nordamerikaner mit komplexen Computersystemen überfordert sind. Vielleicht sollten sie mal langsam jemanden fragen, der sich damit auskennt?!

Sonntag, 5. Dezember 2010

Gelegenheit macht... Ausflug


Nach tagelangem grauem Regenwetter reisst der Himmel endlich am Samstag auf. Das kostbare Tageslicht muss sofort sinnvoll genutzt werden.

Die Sonnenstrahlen erwärmen Boden und Vegetation. Überall dampft es.

Die bemoosten Äste scheinen nach dem Licht greifen zu wollen.

An manchen stellen bleibt es schattig und unter dem Gefrierpunkt, der Teich ist gefroren und Raureif liegt auf den Wiesen.

Auch ein Wintertag kann schön sein.
 
Besonders, wenn man (frau) ihn auch auf dem Motorrad geniessen kann...

Sonntag, 28. November 2010

Tapas und Weihnachtsmarkt

Freitag Abend hatten wir uns noch einmal mit Jürgen in downtown verabredet. Für ihn geht es nun nach zwei Monaten Urlaub wieder in die deutsche 'Tretmühle' zurück. Unsere Wahl fiel auf das BIN941.

Es war urig gemütlich und die Kreationen aus der Küche waren erstklassig,

aber leider war die Musik etwas zu laut für unseren Geschmack. Vielleicht werden wir einfach zu alt für so etwas, denn wir konnten nicht wirklich nachvollziehen, was ohrenbetäubender Techno Beat mit Tapas gemeinsam haben könnte...

Mit einem Fehlstart begann in diesem Jahr der deutsche Weihnachtsmarkt in Vancouver

Quelle: Vancouver Sun
Bereits am Mittwoch sollte der Markt eröffnet werden, aber leider hatte eine defekte Propangasflasche kurz vor offizieller Eröffnung einen Brand verursacht, und einige der Buden und der darin befindlichen Waren zerstört.
Fieberhaft wurde am Wiederaufbau gearbeitet, und heute um 11 Uhr morgens ging es dann endlich los.

Wir trafen uns mit Cliff und Anna, um dort eine kulinarische Besonderheit zu geniessen.

Es gab Glühwein, Feuerzangenbowle und Paulaner Bier,

Einer schaut glücklich...

oder besser: zwei schauen bierseelig drein.


Aber das wichtigste war die wohl köstlichste Bratwurst, die wir seit langem gegessen hatten.

Yummy!

Dienstag, 23. November 2010

Der kälteste Ort der Welt


Calgary hat es heute morgen zum kältesten Ort der Welt nach dem Südpol gebracht. Mit -26 Grad Fahrenheit (war zwischendurch sogar auf -27) oder -32 Celsius führte Calgary die weltweite Kältestatistik an.

Roland ist froh, dass er diese Woche in Vancouver ist und dort die (immerhin noch) -6 Grad (oder -12 inclusive Windchill) "geniessen" kann. Gut, wenn man ein Büro zuhause hat und gar nicht raus muss!

Sonntag, 21. November 2010

Das Knurren im Wald


Nach den Schneefällen der letzten Tage kam heute wieder die Sonne heraus, und so entschlossen wir uns zu einem kleinen Spaziergang an unserem geliebten Buntzen Lake. Der Pfad gleich am See ist momentan wegen a) Hochwasser und b) Renovierungsarbeiten geschlossen, und so folgten wir einem wunderschönen Weg durch die Wälder am Hang oberhalb des Sees.



Die Atmosphäre im verschneiten Wald war wunderschön, bis wir plötzlich ein reichlich unfreundliches klingendes Knurren vernahmen. Wir drehten uns also ganz ruhig herum und gingen wieder zurück in die Richtung, aus der wir gekommen waren. Wir wollen schliesslich keinen Braunbären bei seiner Vorbereitung zum Winterschlaf stören!

Wir entschlossen uns stattdessen, den Tag an der Bucht von Belcarra ausklingen zu lassen. Der dortige Seehund ist doch erheblich weniger furchterregend!

Samstag, 20. November 2010

Erster Schnee in Vancouver


Wir waren mal wieder in Yaletown, diesmal, um Vijay's Geburtstag zu feiern. Zu diesem Anlass trafen wir uns im Simply Thai, und nomen es omen, es handelt sich um ein Thai Restaurant.

Da keiner von uns mit der Thai Küche wirklich auskannte, haben wir einfach zig verschiedene Gerichte bestellt, und diese dann herum gereicht. Unsere Favoriten: pa-nang und pad peaw wan gai. Es war köstlich.

Als wir uns dann um Mitternacht wieder auf den Nachhauseweg machten, wurden wir von einem Schneesturm überrascht. Innerhalb kurzer Zeit war alles weiss, und wir entschieden uns für einen Umweg, da wir uns nicht den steilen Berg nach Port Moody hinunter trauten.

Am nächsten Tag sieht es dann so aus... Blauer Himmel und keine Flocke zu sehen.

Nur die nun schneebedeckten Berge und die plötzlich kahl gewordenen Bäume weisen noch auf gestriges Wetterchaos hin.

Es weht ein starker und kalter Wind am Pitt Lake, so dass wir uns nicht lange an der frischen Luft aufhalten.

Wir haben ja schon ein paar mal davon berichtet, dass wir hier Adler beobachten konnten. Diesmal sind die Lichtverhältnisse so gut, dass wir auch mal mit eigenen Bildern aufwarten können.

Während sich der/die eine vom Winde zerzausen lässt, macht es sich der/die andere über das Mittagessen her.

Damit ist es offiziell, der Winter ist nun auch an der Westküste angekommen, auch wenn die Tagestemperaturen mit heute 8 Grad plus doch noch recht mild ausfallen.

Sonntag, 14. November 2010

Die Jagd nach dem verlorenen Tageslicht

Seit der Zeitumstellung bekommen wir vom Tag nicht mehr soviel mit. Es dämmert, wenn Sonja zur Arbeit fährt, und um halb fünf nachmittags verabschiedet sich das Tageslicht bereits wieder. Damit haben sich abendliche Spaziergänge durch den Park erst einmal erledigt. Das haben wir aber trotz grau-in-grauem Wetter am Wochenende nachgeholt.

Zum Frische-Luft-Schnappen bietet sich ja unser Shoreline Park mit seinen Trails an, hier kann man locker 8 bis 12km herumlaufen.

Regen und Stürme der letzten Tage haben inzwischen die meisten Bäume entblättert.

Die Wolken hängen tief und obwohl es erst drei Uhr nachmittags ist, schalten sich bereits die Strassenlaternen an.

Gerade zu dieser Jahreszeit kann man hervorragend Vögel beobachten. Unter anderem hatten wir das Glück, heute einen Blue Heron, unseren alten Bekannten Mr. Bald Eagle und, gerade frisch eingetroffen, die Familie Bufflehead begrüssen zu können. Leider war das Licht zum Fotografieren zu schlecht, so dass wir zur Illustration auf Wikimedia Bilder zurück greifen.

Bufflehead

Bald Eagle

Blue Heron

Sonntag, 7. November 2010

Yaletown

Gestern waren wir in 'Ausgeh-Stimmung' und haben zusammen mit Kollege Vijay den Yaletown District unsicher gemacht. Hier ein Blick aus seinem Apartment auf die Restaurant/Bar Meile.

Doch zuerst besuchen wir die Vancouver Bücherei, nicht nur ein architektonisch gelungenes Gebäude, sondern auch eine Schatztruhe für den Bücherwurm. Ausser Standardwerken befinden sich hier (Lese- und Hör-) Bücher in verschiedensten Fremdsprachen und ein Zeitungsarchiv. Auch wird diese Location oft in Film und Fernsehen verwendet.

Nur wenige Minuten entfernt ist der False Creek, an dem wir trotz Nieselregen spazieren gehen.

Auf der Strasse werden wir von Jürgen angesprochen, einem Deutschen, der mal eben zwei Monate Urlaub in Kanada macht, und wir gehen spontan zusammen einen Kaffee trinken. Für uns 'arme', die wir hier mit 15 bis 20 Urlaubstagen im Jahr auskommen müssen, eine undenkbar lange Freizeit... Aber wozu auch so viel Urlaub, wenn wir an einem der besten Orte der Welt leben dürfen.

In der Yaletown Brewery lassen wir es uns dann bei Wings&Wedges, Pizza und Bier gut schmecken.
Wir genehmigen uns noch einen Drink in der Bar und spurten dann gerade noch rechtzeitig vor Ende des Hockey-Heimspiels zum Skytrain. Polizei und Sicherheitskräfte stehen schon bereit, denn nur wenige Minuten später wird sich die Bahn mit lauten, meist betrunkenen Fans füllen. Aber dann sind wir schon längst aus der 'Gefahrenzone'.

Wir stellen immer wieder fest, dass uns Vancouver Downtown mit seinen Unterhaltungsmöglichkeiten gefällt. Es gibt Kulturveranstaltungen, Theater, Bibliothek, Nachtleben und Einkaufsmöglichkeiten ohne Ende, und will man seine Ruhe haben, geht man halt an der Sea Wall oder im Stanley Park spazieren. Auch alle namhaften Arbeitgeber haben ihre Büros in der Innenstadt, und so ist es eine Überlegung wert, vielleicht doch mal näher an die Stadt zu ziehen.