Montag, 30. November 2009

Das Paket der Pakete

Wie jedes Jahr zur Adventszeit haben wir heute wieder ein Paket aus Deutschland von unseren Müttern bekommen! Die Tatsache, dass die Dame von der Post erst gar nicht versuchte, das Ding anzuheben, sondern es nur mit dem Fuss zur Ausgabestelle schob, sollte uns eigentlich schon Warnung genug gewesen sein. Auch der Aufkleber "HEAVY / LOURDES" hätte uns schon auf einiges gefasst machen müssen. Trotzdem war die Überraschnung gross, als Roland es dann aufhob und zum Wagen trug: das Ding muss um die 25 kg schwer gewesen sein!

Zuhause angekommen wurde natürlich sofort ausgepackt. Neben einem wunderschönen Pullover nebst passenden Hemd für Roland und schöner Wäsche für Sonja kamen uns kiloweise Marzipan, Schokolade, Joghurt Gums, Chips, Adventskalender, Nimm 2, Miracoli, Lebkuchen, Dominosteine und Salben entgegen. Wir sind sprachlos glücklich! Tausend Dank nach Deutschland!

PS: was fehlt, ist ein Fitnessführer, damit wir die ganzen Leckereien wieder abtrainieren können.
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Samstag, 28. November 2009

Abgemeldet

Heute hat sich Sonja online vom Bezug des Arbeitslosengeldes abgemeldet. Das ging genauso einfach und unbürokratisch ab wie die Anmeldung. Statt dem üblichen "NO" konnte sie die Fragen diesmal endlich mit "YES" beantworten.

Freitag, 27. November 2009

Deutsche im Schneechaos

Endlich haben wir es mal wieder geschafft, ein Treffen der Deutschen in Calgary zu organisieren. Diesmal fand das Ganze im rustikalen Rahmen in der italienischen Pizzeria Il Centro statt. Natürlich musste es pünktlich zu Feierabend anfangen zu schneien, so dass der Verkehr zum Erliegen kam (der Winter kommt eben immer überraschend...), und die Technik ausfiel, so dass die Strassenbahnen zeitweise auch nicht mehr fuhren. Um so mehr haben wir uns darüber gefreut, dass sich trotz aller Widrigkeiten 10 von 13 Teilnehmern (einige kamen sogar aus Airdrie und Strathmore) eingefunden haben. Es wurde ein gelungener Abend mit viel Gelächter und - wie üblich - viel Geläster.

Donnerstag, 26. November 2009

Flexibilität und starke Nerven

Sonja's neuer Arbeitgeber hält sie ganz schön auf Trapp, und sie ist abends vollkommen erledigt. Hierzu mal ein paar Beispiele:
Marathon-Videokonferenz. Für die Initiatoren in Toronto ging es bequem um 9 Uhr morgens los, während das Calgary Team bereits um 7 antreten durfte. In Toronto wurde Lunch serviert, während wir in Calgary in den Tisch beissen durften. Gut, dass der Gatte ihr ein Bütterchen eingepackt hatte.
Kunden-Training. Am Vorabend um 17 Uhr erfährt Sonja, dass sie am nächsten Tag als Trainings-Beobachterin zum Kunden soll. Sie kennt weder den Kunden oder die Kollegen, noch das Projekt oder worum es bei der Aktion geht. Nach einer halben Stunde Briefing kurz vor dem Event konnte Sonja aber wenigstens vorgeben, zum Team zu gehören.
Townhall-Meeting: Die jährliche Firmen-Präsentation mit den Aussichten für das kommende Jahr will sich Sonja nicht entgehen lassen. Doch leider kann sie sich nicht formell für das Event anmelden, da ihr Profil in der Online-Datenbank immer noch nicht angelegt ist. Sie ist trotzdem hin gegangen.
Secret Santa: Mit einem Tag Vorlauf wird Sonja zum Weihnachts-Team-Lunch eingeladen und aufgefordert, ein kleines Wichtel-Geschenk mitzubringen. Das mit dem Geschenk liest sie erst abends, als sie Ihre Emails checkt. Es ist zu spät und Sonja hat auch keine Lust mehr 'rauszufahren, also müssen ein paar Kerzen aus unserem Vorratsschrank 'dran glauben'.
Wenn das so weiter geht, müssen wir zum Wochenende dieses Schild aufhängen:

Samstag, 21. November 2009

Manitoba?

Fast alle Provinzen von Kanada plus ein Territorium hat Sonja bereits besucht, nur nach Manitoba hat es sie noch nicht verschlagen. Ein Arbeitseinsatz wird das nun wahrscheinlich ändern, und so hat sich Sonja mal ein bisschen schlau gemacht.

Die Hauptstadt Winnipeg liegt ca. 1.400km, also lediglich zwei Flugstunden entfernt von Calgary. Das allwöchentliche Hin und Her wird also kaum aufwändiger werden als vor zehn Jahren, als Roland in Kassel weilte, während Sonja in Düsseldorf arbeitete.


Die Provinz ist fast doppelt so gross wie Deutschland, fast ein Sechstel davon nehmen die über 100.000 Seen ein, die zu den zehn grössten Süsswasserreserven der Welt zählen. Manitoba hat ca. 1,2 Millionen Einwohner, die Bevölkerungsdichte ist noch nicht einmal 2,2 Einwohner pro Quadratkilometer, vergleichsweise kommen in Deutschland 230 Einwohner auf 1 qkm.

Die Durchschnittstemperaturen im ersten Halbjahr sehen nicht viel anders aus als in Calgary, allerdings ist mit mehr Niederschlag zu rechnen. Topographisch eher flach, ist Mount Baldy mit 831m der höchste Punkt der Provinz. Als Mittelpunkt Kanadas nimmt der Süden Manitobas eine grosse wirtschaftliche Bedeutung als nordamerikanischer Umschlagplatz für den Güterverkehr ein. Neben Landwirtschaft und förderungswürdigen Rohstoffen hat ihre diversifizierte Service- und Konsumgüterindustrie die Provinz bisher weitgehend vor den Auswirkungen der Rezession bewahrt. Die Arbeitslosenquote beträgt derzeit 5,8%, vergleichsweise weist die Statistik in Alberta derzeit 7,5% aus, kanadaweit sind es insgesamt 8,6%. Also, ich bin jedenfalls neugierig geworden und hoffe, dass mir Wetter und Arbeit genügend Gelegenheit geben werden, ein wenig von Land und Leuten kennen zu lernen.

Freitag, 20. November 2009

Habe fertig!

So, die Einführungswoche ist vorbei. Und hiermit gibt Sonja zu Protokoll: Sie mag Lotus Notes nicht! (und Sonja dachte schon Mickysoft wäre schlimm...) Aber wenn jede Lektion mit dem Satz beginnt, wie toll und einfach dieses Programm zu bedienen ist... muss da ja ein Haken dran sein.

Sonja's Chef hat ihr heute einigermassen schonend beigebracht, dass ihr erster Arbeitseinsatz in 2010 in Manitoba sein wird. Manitoba? Bei minus 40C und haufenweise Schnee? Da muss er etwas missverstanden haben. Sie hatte um ein Projekt IM WARMEN gebeten...

Donnerstag, 19. November 2009

Aus (F)unemployment wird (FUN)employment

Das Wichtigste zuerst: Sonja ist aufgestiegen. Ihr Büro liegt nämlich im 29. Stockwerk (von insgesamt 32).

Die gute Nachricht: Es ist kein Cubicle, sondern ein richtiges Büro mit Tür, welches sich Sonja mit einer weiteren Kollegin teilt.

Die schlechte Nachricht: Das Büro ist fensterlos... aber eigentlich ist das egal, da sie sowieso die meiste Zeit bei den Klienten verbringen wird.

Mittwoch, 18. November 2009

Wiedergeboren

Es ist ein... Job. Background und Security Check sind laut Personalabteilung positiv ausgefallen, und somit wurde heute offiziell die Anstellung bestätigt. Jetzt gehört Sonja also endlich wieder zu den Arbeitnehmern und Steuerzahlern, und für Roland bedeutet es, dass er endlich mal wieder im Haushalt mit anpacken 'darf'.

Alles wird gut

Heute wurde Sonja von Seiten der Personalabteilung freudig und erleichtert mitgeteilt, dass der Background Check vollständig und zur allgemeinen Zufriedenheit ausgefallen ist. Damit ist es offiziell: Sonja ist nun wieder angestellte Arbeitnehmerin und Steuerzahlerin.

Dienstag, 17. November 2009

Overload

Sonja raucht der Kopf, dabei ist erst Tag zwei der Orientierungswoche herum. Einen halben Tag lang gab es eine Multimedia-Einführung durch die Personalabteilung. Gegen Mittag rollten dann die Laptops (incl. zweckmässiger Reisetasche) ein. Danach fing das web-basierte live Computer-Training an, und die (sechs) Neulinge durften sich an den verschiedenen Trainingsmodulen austoben, Online-Seminaren beiwohnen und im Anschluss kleine 'Tests' bestehen. Am zweiten Tag war dann Selbststudium weiterer Trainingsmodule angesagt. In der ersten Woche sind noch zig administrative Dinge zu erledigen, wie die Abwicklung der Kranken-, Renten-, Unfall- und Lebensversicherungen, Beantragung von Visitenkarten, Mobiltelefon und anderem Dienstequipment.
Einen Acht-Stunden-Arbeitstag kann Sonja hier wahrscheinlich vergessen. Mit Mühe haben wir 2/3 des Pensums geschafft, dabei haben wir auf Pausen verzichtet (Lunch wurde im Schulungsraum serviert) und noch bis in den Abend 'reingehauen'. Nur gut, dass sie eine lange Erholungsphase hinter mir hat.
Interessant ist die ethnische Zusammensetzung unserer Anfängertruppe: Moldavien, Russland, China, Deutschland und Korea.
Sonja's Background-Check ist immer noch nicht komplett, allerdings versicherte ihr die Dame von der Personalabteilung, sie solle mir da mal keine Sorgen machen.

Sonntag, 15. November 2009

Nun ist es offiziell!


Unsere Urkunden zur Beibehaltung der deutschen Staatsangehörigkeit sind eingetroffen.

Des weiteren ist Sonja schon einmal zur Orientierungswoche bei ihrem (hoffentlich) zukünftigen Arbeitgeber eingeladen worden, obwohl noch längst nicht alle Background-Checks abgeschlossen sind. Wir nehmen das trotzdem mal als ein gutes Zeichen hin. Am Montag um 9:30 Uhr soll es los gehen. Solange der Arbeitsvertrag noch nicht 'in trockenen Tüchern' ist, wird sie von ihren Erlebnissen in der Arbeits(losen)welt auch weiterhin auf ihrem
(F)unemployment-Blog berichten.

Samstag, 14. November 2009

Orientierung


Am Freitag nachmittag um 15:30 Uhr hat Sonja doch noch eine Einladung zur Orientierungswoche erhalten, obwohl die Überprüfung der Referenzen noch nicht vollständig abgeschlossen ist (wie denn auch, wenn man erst am Tag zuvor damit anfängt...). In der kommenden Woche erwartet Sonja also ein Programm zur Einführung in die Unternehmenskultur und -organisation, ein Seminar zur persönlichen und zur Datensicherheit, ein Ethik-Kurs und ein über mehrere Tage dauernder Technologiekurs (was immer das bedeuten mag).

In der Einladung wird noch einmal darauf hingewiesen, dass der Anstellungsvertrag erst nach zufrieden stellender Prüfung des beruflichen und persönlichen Hintergrundes wirksam wird, und dass man doch bitte in 'angemessen professioneller Erscheinung' aufzukreuzen hat. Damit hat sich wohl erledigt, mit dem Roller zur Arbeit fahren zu wollen...

Stürmischer Freitag

Wenn es Windwarnung am Meer gibt, ist ein Fischkopf nun mal nicht zu halten. So haben wir den Vormittag mit einem ausgiebigen Strandspaziergang verbracht, und uns die steife Brise um die Nase wehen lassen.

Die Sturmböen haben auch die Kite Surfer angelockt, die uns mit ihren akrobatischen Einlagen auf dem Wasser beeindruckt haben... da möchte man nochmal zwanzig sein... Ganz ungefährlich scheint dieser Sport nicht zu sein, denn die Surfer trugen allesamt Helme, und manche auch Gelenkschützer wie beim Skateboard-Fahren.






Wir verabschieden uns von den Herbstfarben und stellen uns mental wieder auf Winter ein.

Während unseres Aufenthaltes hat es nicht einen Tropfen Niederschlag gegeben, obwohl die Wettervorhersage täglich Regen vorhergesagt hatte.

Am Nachmittag gönnt sich Sonja im Fishhair Salon wieder einen ordentlichen Haarschnitt, während Roland die (Elektronik?)Läden unsicher macht. Beim Friseur trifft sie auf Jane, die derzeit bei ihren Eltern in Sidney zu Besuch ist, und so verabreden wir uns spontan noch zum 'Kaffeeklatsch' im Legacy Art Gallery and Cafe. Den Abend verbringen wir in einem der Top-Ten Restaurants (lt. Urban Spoon), dem Pagliacci's, und lassen uns bei Antipasti, Rotwein und Pasta noch einmal richtig kulinarisch verwöhnen.

Freitag, 13. November 2009

Insel-Impressionen



Friedhof der Kürbisse
Wasserspeier
Herbstlaub
Eine Schüssel Clam Chowder im Point-No-Point Resort
Am Strand von Port Renfrew
Am Lizard Lake
Amphibischer Truck
Puderzucker


Das Wetter war besser als angesagt und so nutzten wir die Gelegenheit, noch einmal die Circle Route abzufahren. Es war wieder ein Augenschmaus.

Donnerstag, 12. November 2009

ARRGH!


Doch schon nach einer Woche (!!!) wird Sonja wegen der Verifizierung ihrer Schul- und Berufsbildungsabschlüsse um Hilfe bei der Kontaktherstellung mit den entsprechenden Lehranstalten gebeten. Schon mal "Kaufmännische Schulen Ost der Stadt ..." in das Anfragefeld einer x-beliebigen Suchmaschine eingegeben? Schon mal nach "Industrie- und Handelskammer..." gesucht? Ta daa! Bereits auf der ersten Seite erscheinen die gewünschten Institute und Organisationen. Ob die ach so begabten Leute von dem mit dieser Aufgabe beauftragtem (externen) Unternehmen noch nie etwas von Google gehört haben? Manchmal wünschte sich Sonja doch, sie hätte Spass an einem dieser Glimmstengel, dann würde sie jedenfalls jetzt nicht gerade mit Schaum vor dem Mund und hochrotem Kopf um die Lampe fliegen.
Denn nun muss Sonja davon ausgehen, dass der angepeilte Arbeitsbeginn am 16. November mangels vollständiger Dokumentation meines Ausbildungs- und Arbeitslebens nicht mehr eingehalten werden kann.

Nachtrag: Falsch gedacht. Sonja ist doch noch in das Einführungsprogramm 'reingerutscht'.

Mittwoch, 11. November 2009

Herbstsonate

Mit der Aussicht auf den bevorstehenden Winter und Sonja's (vielleicht) neuer Arbeitsstelle, gönnen wir uns ein langes Wochenende an unserem "Zweitwohnsitz" auf Vancouver Island. Victoria erwartet uns mit sonnigem Wetter und leuchtenden Herbstfarben.









Beim Spaziergang am Wasser lassen wir die Seele baumeln, geniessen die frische Seeluft und tanken noch einmal Energie für die dunkle, kalte Jahreszeit.

Dienstag, 10. November 2009

Déjà vu?

Die Verträge sind unterschrieben, und der erste Arbeitstag ist für den 16. November angepeilt, allerdings liegt von Seiten des Arbeitgebers noch keine konkrete Zusage vor. Morgen ist Remembrance Day, also ein Feiertag, welcher erfahrungsgemäss die administrativen Prozesse verzögern wird. Wie man Sonja eingangs mitteilte, kann sich der Arbeitsbeginn also durchaus um weitere zwei Wochen verschieben, denn das Unternehmen veranstaltet nur alle 14 Tage ihre Einführungskurse. Hoffentlich wird der Einsatz dieses Mal nicht, wie kürzlich schon einmal erlebt, in letzter Minute noch abgesagt.

Nachtrag: Auf Sonja's Nachfrage hin, sagte man ihr heute, dass (angeblich) noch keine der Referenzen erfolgreich überprüft werden konnte (?!?). Komisch ist nur, dass sie sich erst gestern noch mit ihrem Ex-Vorgesetzten zum Mittagessen getroffen hatte, und dieser ihr mitteilte, dass sich noch niemand bei ihm gemeldet hätte. Hmpf!

Ein Wintermärchen


Der Chinook hat den November auf einstellige Plusgerade erwärmt und den Schnee komplett wegschmelzen lassen. Es ist fünf Uhr nachmittags, die blaue Stunde beginnt mit dem Sonnenuntergang. Die Temperaturen zeigen 1 Grad Plus, gerade noch warm genug um eine kurze Runde 'um den Pudding' zu drehen.


Kälter muss es eigentlich nicht mehr werden, und den Schnee brauchen wir auch nicht wirklich.

Nachdem wir auf die harte Tour feststellen mussten, dass die Karrieremöglichkeiten in Calgary doch eher begrenzt sind, fragen wir uns natürlich, was machen wir hier eigentlich noch? Viele unserer Freunde sind bereits weiter gezogen. Der viel zu kurze Sommer ist schon seit langem wieder vorbei. Leider können wir uns immer noch nicht wirklich für Wintersport begeistern (von dem bisschen Cross-Country mal abgesehen), und das Leben des Average Joe Redneck reizt uns wenig: Wir reiten nicht, wir verabscheuen den Jagd"sport", und Eisangeln langweilt uns zu Tode. Nun, solange wenigstens einer Arbeit hat, bleiben wir Alberta gewogen.

Wie schon in den vergangenen Jahren werden wir die kälteste Zeit des Jahres mit ein paar guten Büchern und heissem Tee vor dem Kamin verbringen, wenn wir nicht gerade dabei sind, neue Koch- oder Backrezepte auszuprobieren. Weiterhin verfügt die Bibliothek über eine hervorragende Auswahl an DVD's, die ebenfalls zu unserer Indoor-Unterhaltung beitragen wird. Dann und wann wird der Chinook die zweistelligen Minustemperaturen verjagen und den Schnee schmelzen lassen, so dass wir immer wieder die Gelegenheit haben werden, kleinere Wanderungen im Kananaskis oder in den Rockies unternehmen können. Das hört sich doch gar nicht so schlecht an, oder?

Donnerstag, 5. November 2009

Der gläserne Arbeitnehmer

Wie zu erwarten war, hat sich Sonja für den Berater-Posten entschieden. Jetzt gilt es noch einen Papierstapel an verklausuliertem Vertragswerk durchzulesen und zu unterzeichnen.

Am Montag wurde mit dem psychologischen Einstellungstest ja bereits Sonja's Persönlichkeit und ihr Verhaltens- und Entscheidungsmuster gescreent. Weiterhin unterzeichnet sie eine Vollmacht, mit der sie dem Unternehmen Zugang zu allen persönlichen Daten gewährt, damit der erforderliche Background und Security Check durchgeführt werden kann.

Dienstag, 3. November 2009

Sonja's (Arbeits-)Leben hat wieder einen Sinn

Nun ist es passiert. Sieben Monate lang schreibt sich Sonja die Finger wund und bekommt im besten Falle einen Interview-Termin, und nun hat sie gleich zwei Arbeitsangebote auf dem Tisch.
Job 1: Senior-Einkäuferin bei einem mittelständischen Unternehmen der Bauindustrie
Vorteile: 40h Woche (und nicht mehr), bekanntes Arbeitsumfeld, Jeans sind o.k., gleicher Arbeitsweg wie der Gatte
Nachteile: Vertragsanstellung, eher unterdurchschnittliche Entlohnung, keine Benefits, kein Urlaubsgeld und auch keine bezahlten Feier- oder Krankentage
Job 2: Management Consultant bei einem der grössten Beratungsunternehmen der Welt
Vorteile: Angestelltenverhältnis, Erweiterung des beruflichen Erfahrungshorizontes, eine wertvolle Ergänzung des Lebenslaufs, gute Bezahlung mit Rundumsorglospaket an Benefits, vier Wochen bezahlter Urlaub plus bezahlte Feier- und Krankentage,
Nachteile: Überstunden, Reisetätigkeit und damit einhergehender Stress sind vorprogrammiert, die Klienten sind Downtown, Dress-Code
Die Anstellung bei dem Beratungsunternehmen kommt sicherlich einem Pakt mit dem Teufel gleich. Andererseits ist Sonja in einem Alter, in dem sie in Deutschland bereits als 'schwer vermittelbar' gelten würde, und hier bekommt sie die Chance, nach Monaten der Arbeitslosigkeit noch einmal einen echten Karrieresprung machen zu können. So eine Gelegenheit wird es wohl so schnell nicht wieder geben...

Behörden-Dreikampf Redux

Am vergangenen Sonntag waren wir sehr fleissig und haben sowohl unsere Anträge auf kanadische Staatsbürgerschaft, als auch die Papiere für die Ausstellung der neuen Permanent Resident Cards fertig gemacht. Gestern haben wir die Unterlagen dann per Einschreiben nach Sydney (Nova Scotia) geschickt. Dabei überraschten uns die niedrigen Kosten für den Transport: Die Postgebühren für die Strecke von über 5,000km betrugen lediglich $7,50 pro Umschlag.

Montag, 2. November 2009

Test 1...2...3...

Das heutige Job-Interview war sehr erfreulich. Tatsächlich ist Sonja mal an ein Unternehmen geraten, dass ihre Qualitäten und Qualifikationen zu würdigen weiss, und sie am liebsten schon gestern einstellen will. Die Bezahlung könnte zwar besser sein, aber wenigstens wäre dieses ein Job mit Ausbaumöglichkeiten, da die Firma schon seit Jahren mehr oder minder erfolgreich an der Einführung von SAP im Einkauf arbeitet. Bis Mittwoch hat Sonja Zeit, das Angebot anzunehmen.

Des weiteren Sonja von dem Beratungsunternehmen heute zu einem Online-Assessment gezwungen eingeladen. Im sogenannten Occupational Personality Questionaire galt es, 107 Fragen in 50 Minuten zu Charaktereigenschaften, Beziehungsmanagement und Führungsstil zu beantworten. Danach folgte das Verbal Reasoning Assessment, ein Verständnis-Test, in welchem 30 Fragen zu verschiedenen Aussagen innerhalb von 15 Minuten beantwortet werden mussten. Zuletzt folgte das Numerical Reasoning Assessment, in dem 21 Statistik-Aufgaben gestellt wurden, zu deren Beantwortung man 21 Minuten Zeit hatte. Auf einer Schwierigkeits-Skala von 1 bis 10 lag dieser Test bei 15...
Keiner dieser Tests hatte auch nur ansatzweise etwas mit dem Beruf des Supply Chain Consultant zu tun, und Sonja erwartet nicht, dass sie dort gut abgeschnitten hat. Nach einer Stunde wollte sie einfach nur noch, dass es vorbei ist...