Samstag, 31. Oktober 2009

Happy All Hallows' Even

Im Tal des Bogenflusses


Nachdem der Oktober unerfreulich kalt und ungemütlich, verschneit und grau war, zeigte sich das Wetter im Kananaskis heute doch noch einmal von seiner besten Seite. Ein äusserst stürmischer Wind riss auch die letzten Blätter von den Bäumen, und hätte uns einmal tatsächlich beinahe vom Wanderweg 'gefegt'.





Freitag, 30. Oktober 2009

Und wieder mal...

... ein Bewerbungsgespräch. Die Rolle: Management Consultant. Das in vorherigem Posting erwähnte Beratungsunternehmen hat doch noch für heute um 16 Uhr den Gesprächstermin bestätigt. Natürlich ist Sonja (wie immer) zu früh dran. Da es sich bei ihren Gesprächspartnern um Einwanderer aus Frankreich und England handelt, ist die Basis für Gemeinsamkeiten schnell geschaffen, und es herrscht eine angenehme Gesprächsatmosphere. Wieder einmal führt Sonja die Interviewpartner durch die Stationen ihres Lebenslaufes und wird nur wenig unterbrochen, um ihre Erfahrungen mit persönlichen Fallbeispielen zu belegen, bevor sie dann mit Gegenfragen loslegen darf. Insgesamt dauert das Gespräch 1 1/2 Stunden, hoffentlich ein gutes Zeichen.

Für kommenden Montag ist ein Gespräch mit einem Unternehmen der kunststoffverarbeiteten Industrie angesetzt, welches einen Senior Einkäufer sucht.

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Verschoben ist nicht aufgehoben

Nicht zum ersten Mal passiert es Sonja, dass sie zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen wird, und dieses kurzfristig auf eine spätere Uhrzeit verschoben, dann auf einen neuen Termin verlegt wird, welcher wiederum noch einmal vertagt wird, bevor es letztendlich zu einem Zusammentreffen kommt. Besonders verwunderlich ist es jedoch, wenn es sich bei dem Unternehmen um das wahrscheinlich grösste Consulting-Unternehmen der Welt handelt, welches andere Firmen bei der Optimierung ihrer Prozesse berät. Als Individuum mit nicht zu verleugnenden deutschen Wurzeln fragt sich Sonja natürlich, warum es (in Kanada?) so schwierig ist, einmal getroffene (Termin-)Vereinbarungen einzuhalten. Hoffentlich bemisst sich die Qualität der Dienstleistungen von besagter Beratungsfirma nicht nach der Handhabung des Terminkalenders...

Sonntag, 25. Oktober 2009

Noch'n Gedicht

Da Sonja aus nahe liegenden Gründen auch weiterhin über genügend Tagesfreizeit verfügt, und ihr das Bloggen so viel Spass macht (egal ob's gelesen wird oder nicht), hat sie vor einiger Zeit bereits einen Motorrad-Blog eingerichtet und inzwischen hier veröffentlicht:

http://2wheelersrevisited.blogspot.com/

Um während ihrer nicht enden wollenden Tätigkeit als Hausfrau nicht aus der Übung zu kommen, schreibt Sonja in diesem Blog auf CanadEnglisch.

Samstag, 24. Oktober 2009

Stromausfall

Heute morgen hat es, entgegen aller Wetterberichte, richtig kräftig geschneit, und als Resultat hatten wir, gerade als Roland sich einen Kaffee und Sonja einen Tee zubereitete, einen Stromausfall. Sonja's erste Reaktion war natürlich: "Roland, was hast Du gemacht?"

Die gute Nachricht zuerst: die Notbeleuchtung im Flurbereich ist sofort angesprungen. Die schlechte: nach einer Stunde war der Strom immer noch nicht da und die Notbeleuchtung hatte auch keinen Saft mehr. Nach knapp zwei Stunden hatte Roland dann endlich die Taschenlampe gefunden (immer griffbereit!), und genau in dem Moment, als er testweise den Flur ausleuchtete, sprang der Strom wieder an.

Wir haben anscheinend eine "sonic" Taschenlampe (für die Unwissenden: schaut nach bei Doctor Who), die ganze Stromnetze reparieren kann. Praktisch!

PS: die strom- und internetlose Zeit haben wir wundersamerweise überlebt. Wir haben uns an eine völlig in Vergessenheit geratene Errungenschaft herangetastet, die keinerlei Energie braucht: Bücher!


Freitag, 23. Oktober 2009

Danke Deutschland!

Nach Sonja's frustrierenden Erlebnissen auf dem Arbeitsmarkt, und dem kürzlich geplatzten Jobangebot (Details auf ihrem (F)unemployment-Blog), haben wir nun einmal etwas ausgesprochen Erfreuliches zu berichten.
Mit der heutigen Post erhalten wir nach nur fünf Monaten Bearbeitungszeit vom Generalkonsulat den positiven Bescheid, dass unserem Antrag zur Beibehaltung der deutschen Staatsbürgerschaft statt gegeben wurde. Wir betrachten dieses als ausserordentliches Privileg, denn eigentlich wird die doppelte Staatsbürgerschaft nur in besonderen Ausnahmefällen erteilt, so dass wir uns nun in guter Gesellschaft mit z.B. dem Papst befinden ;-)
Die Urkunden liegen für uns in Vancouver zur Abholung bereit, was für uns mal wieder ein guter Grund ist, dort ein verlängertes Wochenende zu verbringen. 
Sobald wir diese Dokumente in den Händen haben, werden wir umgehend die kanadische Staatsbürgerschaft beantragen, ein Prozess, der bis zu anderthalb Jahren dauern kann. Sollte diesem Antrag stattgegeben werden, würde der kanadische Pass nicht nur langfristig unsere Chancen auf dem nordamerikanischen Arbeitsmarkt erhöhen (z.B. bevorzugte Einstellung von Staatsbürgern, Einreise in die USA oder für Jobs, die eine hohe Security Clearance erfordern), sondern ermöglicht uns (endlich), das politische Geschehen in unserer Wahlheimat mit zu gestalten. Ein hoffnungsvoller Abschluss einer sonst etwas entmutigenden Woche.

Dienstag, 20. Oktober 2009

Nach sieben Monaten (F)unemployment

Das Job-Angebot erwies sich nicht als Spätzünder, sonders als Blindgänger. Noch vorgestern hat man Sonja zugesagt, dass es nur an ein paar vertraglichen Kleinigkeiten hängen würde, und sie nächste Woche Montag anfangen könnte. Doch schlussendlich erfährt sie nach drei Wochen Vertrags-Hinundher zwischen den beteiligten Parteien (sans moi) per Email, dass der Klient seinen Auftrag zurück gezogen hat, und somit der Job nicht länger existiert.

"I am sorry to advise that XXX has cancelled its request for YYY to provide temporary staff."

Ja, so ist das Arbeits(losen)leben in Kanada. Gut ist nur, dass Sonja noch keine Schritte in Richtung Gründung eines eigenen Gewerbes unternommen hatte, denn sonst wäre sie jetzt auch noch ihr Arbeitslosengeld los. Nun heisst es wieder, weiter suchen. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Nachtrag: Nach anfänglichem tiefen Frust, ist Sonja darüber hinweg, und blickt bereits wieder nach vorne. Die ersten neuen Bewerbungen sind geschrieben. Ausserdem gibt es ja noch einen Vertretungsjob in der Firma des Gatten, obwohl, der ist bisher auch noch nicht genehmigt...

Montag, 19. Oktober 2009

Erneuerung des PR Ausweises



Das wichtigste Einreisedokument für uns 'Aliens' ist die sog. PR Card. Im kommenden Frühjahr werden wir fünf Jahre in Kanada sein, und unsere Permanent Residency Cards müssen erneuert werden. Mit dem Ablauf unserer Karten verlieren wir zwar nicht unser Bleiberecht, jedoch kann eine Wiedereinreise aus dem Ausland problematisch werden, bis hin zur Einreiseverweigerung. Da die derzeitigen Bearbeitungszeiten etwa vier Monate (129 Tage) betragen, haben wir uns entschlossen, die Ausweise zeitig neu zu beantragen. Alles Wissenswerte dazu finden wir auf den Seiten von Citizenship and Immigration Canada CIC. Die erforderlichen Unterlagen fordert man praktischerweise im Internet an, und auch die Gebühren von $50 pro Antrag können direkt online überwiesen werden.
Da im Antragsformular sämtliche Auslandsaufenthalte gelistet werden müssen, haben wir uns schon einmal die Mühe gemacht, unsere Reisen statistisch zu erfassen. Wir waren tatsächlich in der ganzen Zeit nicht einmal vier Monate im Ausland, davon entweder in Deutschland oder in den USA.

Freitag, 16. Oktober 2009

Warten auf Godot

... bzw. auf den Dienstleistungsvertrag. Heute vor zwei Wochen erhielt Sonja eine Jobzusage, der geplante Arbeitsbeginn war für kommenden Montag vorgesehen. Gestern bekam sie eine weitere Bestätigung per Email, der es ihr ermöglichen sollte, auch ohne Unterzeichnung des Vertragswerkes schon einmal ihre Arbeit aufnehmen zu können. Heute mittag erfährt sie dann (auf Nachfrage hin), dass es Unstimmigkeiten zwischen den Vertragspartnern gibt, und ihr Arbeitsbeginn erst einmal auf unbestimmte Zeit verschoben werden muss.

In das Anstellungsverhältnis sind vier Parteien verwickelt:
1. der Auftraggeber S, bei dem Sonja arbeiten soll
2. der Vermittler B, der ihre Leistungen an Auftraggeber S fakturiert
3. die Agentur D, bei der sie als Vertragsangestellter (Contractor) geführt wird, und die wiederum ihre Stunden an Vermittler B in Rechnung stellt
4. Sonja selbst, als selbständige Unternehmerin (sole proprietor), die von Agentur D bezahlt wird.

Alles klar? Nebenbei informierte man sie, dass sie noch ein Business anmelden muss, denn als Contractor ist frau neben einkommensteuer- auch noch mehrwertsteuerpflichtig. Wie einfach war doch das Leben als Angestellte!

Irgendwie stimmt es mich daher auch nicht fröhlicher, dass sie heute morgen noch ein einstündiges Telefoninterview mit einer Recruiterin des wohl weltweit grössten Beratungsunternehmens hatte.

Fine, sure, whatever.

Samstag, 10. Oktober 2009

Luftnummer?

Nach der Jobzusage vor einer Woche hat Sonja bisher immer noch kein offizielles Arbeitsangebot erhalten. Immer wieder liest sie sich Hal's Email durch:

XYZ has confirmed they would like to have you start work with them effective Oct 19. You will receive a formal offer from (us) once a signed work authorization from XYZ has been received. Congratulations.

Dieses '... once a signed work authorization... has been received...' lässt mehr Interpretationsspielraum zu, als ihr lieb ist. Aber schliesslich ist es ja noch eine ganze Woche hin bis zum (potentiellen) Arbeitsbeginn, und so versucht sich Sonja in kanadischer Gelassenheit.

Wahrscheinlich verzögert sich der ganze Papierkram nur wegen des bevorstehenden Thanksgiving-Wochenendes, denn die Personalverantwortlichen sind sicher zu beschäftigt, ihren Truthahn für das grosse Fressen vorzubereiten, und können sich nicht gleichzeitig mit solchen Banalitäten wie dem Aufsetzen von Dienstleistungsverträgen auseinander setzen.

Freitag, 9. Oktober 2009

Vorsichtiger Enthusiasmus

In den Medien wird von sinkenden Arbeitslosenzahlen und Schaffung neuer Arbeitsplätze berichtet. In Alberta liegt die Arbeitslosenquote derzeit bei 7.1%, kanadaweit sind es noch 8.4%. Wie alle Statistiken sind diese Zahlen natürlich mit Vorsicht zu geniessen, denn erfasst werden nur die Bezieher von Arbeitslosenunterstützung. Diejenigen, die bereits im September letzten Jahres ihre Jobs verloren haben, beziehen nämlich inzwischen kein Arbeitslosengeld mehr, da dieses nur maximal 50 Wochen (in Alberta) gewährt wird, also fallen sie naturgemäss aus der Statistik heraus. Wer nach dem Wegfall des Pogey immer noch keine Arbeit gefunden hat, hat hoffentlich noch einen Zweitverdiener in der Familie oder bekommt eine Weiterbildung vom Arbeitsamt genehmigt, denn eine Hartz IV Hängematte wie in Deutschland, gibt es hier nicht. Ggfs. bleibt nur der Umzug in Provinzen wie Saskatchewan oder die Maritimes, in denen immer noch qualifizierte Leute gesucht werden. Wir nehmen uns aber vor, die Entwicklung erst einmal als positiv einzustufen, allein schon weil Jammern (darin sind wir Deutschen ja ganz gross) ja bekanntlicherweise doch nichts nützt.

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Das Leben ist ein langer ruhiger Fluss

Blick aus dem Fenster
Mit dem ersten Schnee frieren auch so langsam die Aktivitäten ein. Das Wetter (s.o.) lädt direkt dazu ein, sich mit einem guten (Reise-) Buch bei einer Tasse Tee vor dem Kamin niederzulassen. Roland bevorzugt hier alternativ die Beschäftigung mit seinem neuesten elektronischen Spielzeug.

Bevor Sonja in der übernächsten Woche wieder an die Arbeit muss, stellt sie noch einmal die ganze Wohnung auf den Kopf, putzt, sortiert und re-organisiert: Wintersachen 'raus - Sommersachen weg. Was nicht mehr gebraucht wird, wird gespendet, entsorgt, verkauft. Und diesmal werden sogar alle Boxen beschriftet, damit der Gatte auch mal etwas allein wieder findet.

Am Montag probieren wir zusammen mit Jane ein neues Pasta-Rezept aus und gehen anschliessend im Park walken (als Ausgleich zum Kanufahren). Dienstag wird die Feueralarmanlage im Haus gewartet und nervt den ganzen Tag mit Sirenengeheul, und da draussen ein kräftiger Sturm weht, mag man gar nicht vor die Tür gehen. Gerade rechtzeitig zum Wintereinbruch erhält unser treuer vierrädriger Begleiter am Mittwoch neue Winter'schluffen' von Cosco (preiswert und guter Service, wenn man über den Mangel an Organisation hinweg sieht) und fährt wieder wie auf Schienen. Am Donnerstag Morgen um kurz nach 7 Uhr morgens dann dieser Anblick, der wieder einmal den Plan zunichte macht, vielleicht doch noch einmal mit dem Motorrad 'raus fahren zu können.

So vergehen die Tage, während Sonja erwartungsvoll bis ungeduldig auf ihren neuen Arbeitsvertrag wartet, der sie endlich von ihrem Hausfrauendasein erlösen soll.

Temperaturen 20 Uhr: -7 Grad, mit Windchillfaktor -16 Grad. WTF!?!

Freitag, 2. Oktober 2009

Arbeit?

Nach sieben Monaten, etlichen mehr oder minder geistreichen Blog-Postings zum Thema Arbeitslosigkeit und fast 100 Bewerbungen, hat sich letztendlich das Prinzip Networking bewährt. Während der ganzen Zeit blieb Sonja mit ehemaligen Kollegen und Vorgesetzten in Kontakt, und das scheint sich ausgezahlt zu haben.

In der vergangenen Woche erkundigt sich ihr ehemaliger disziplinarischer Vorgesetzter Hal nach ihrer Verfügbarkeit und Bereitschaft für einen temporären Einsatz als Einkaufsspezialist bei einem seiner Klienten. Sonja schickt also ihren aktualisierten Lebenslauf 'rüber, spricht eine halbe Stunde direkt mit dem Bereichsleiter (mal ohne die Einmischung irgendwelcher HR Mitarbeiter...) und erhält heute um 14:30 Uhr die Nachricht, dass man sie zum 19. Oktober einstellen will. Das formelle Job-Angebot dazu soll sie in den kommenden Tagen erhalten.

Wäh!

Vor nicht einmal zwei Wochen hatten wir noch über 30 Grad und jetzt geht das wieder los. The white S**t is back!

Wenigstens gibt es hier (pünktlich zum Saisonende) endlich mal positive Nachrichten zu Sonja's Beschäftigungs-Status.

Nachtrag vom Samstag: Here we go again!

Donnerstag, 1. Oktober 2009

Downtown sucks

Wieder einmal führt Sonja ein von einem ihre Agenten arrangiertes Bewerbungsgespräch in die von Alberta's Energiekonzernen dominierten Häuserschluchten. Diesmal wird bei einem dieser besagten Konzerne ein Einkäufer als Backup und Springer für das vorhandene Team gesucht. Der Posten scheint erstmal relativ uninteressant und bietet weder Entwicklungsmöglichkeiten noch Lernpotential für Sonja, daher stellt sie den Interviewpartnern die Frage, was dieses Unternehmen eigentlich ausgerechnet von ihr will.

Es stellt sich heraus, dass der potentielle Stelleninhaber sich um die vorhandenen Junior-Einkäufer kümmern und durch fachliches Coaching und Systemtraining eine effizientere Arbeitsweise implementieren soll. Bei der Aufgabe handelt es sich um ein Pilotprojekt, welches bei Erfolg auch in anderen Niederlassungen eingeführt werden soll. Warum haben die das denn nicht klar in der Stellenbeschreibung definiert, wollte Sonja wissen. Der offizielle Grund ist, dass man primär einen Spezialisten mit Beschaffungs- und SAP-Erfahrung sucht, und keinen Berater oder Business Analysten, der schon mal etwas vom Einkauf gehört hat. (Nebenbei sind 'echte' Consultants ja auch viel teurer... denkt sich Sonja dabei.)

Sollte es ausgerechnet diesmal etwas werden mit dem Job, müsste sie mit einem wesentlichen Nachteil fertig werden: denn das Pendeln in die Innenstadt und zurück ist eine Qual. Dank Calgary's 
vorbildlicher öffentlicher Verkehrsplanung hat sie über eine Stunde gebraucht, bis sie wieder daheim war (Mit dem Auto braucht frau für die gleiche Strecke unter 20 Minuten.) Darüber hinaus steht frau an zugigen Haltestellen ohne Wartehäuschen, was bei derzeit einstelligen Plusgeraden zwar noch auszuhalten ist, aber ihrer beginnenden Erkältung nicht gerade gut getan hat.