Dienstag, 30. Juni 2009

Wenn ich die See seh'...

... brauch' ich kein Meer mehr, denkt sich Sonja beim Anblick des Pazifischen Ozeans, von dem sie mal wieder nur operativ zu entfernen ist.

Möwe Jonathan

Alles Kohl!


Am Highway No 1


Nach riskanter Kletteraktion, es gilt, etwa 50 Höhenmeter Steilhang an einem Seil hängend zu bewältigen (zu unserem Glück sind unsere Gastgeber Kletterexperten), geniessen wir Wind und Wellen, holen uns nasse Füsse und Sonnenbrand.

Weil sich bereits die unmittelbare Umgebung als traumhaft schön erweist, verschieben wir unsere Reisepläne in den Yosemite Nationalpark und das Wine Country auf ein nächstes Mal und widmen unsere Zeit ganz dem Meer.

Halfmoon Bay

Sunny Days in Sunnyvale

Bereits letzte Woche Freitag begaben wir uns ins Silicon Valley, California, um endlich die vor langer Zeit ausgesprochene Einladung unserer ehemaligen Nachbarn Andrea und Guido einzulösen.

Ein Blick auf die Anzeige bestätigt unser Gefühl: Es ist verdammt heiss hier!

Hier gibt es Sonne, Strand, Palmen und Multi-Kulti, was will man mehr? Vielleicht ein unbegrenztes Budget, um im Apple Store shoppen zu gehen...


Apple Inc, Cupertino: We visited the Mothership.

Happy Hour auf der Santana Row in San Jose: Nette Boutiquen und viele Restaurants, ein gelungener Mix aus mediteranem und mittelamerikanischem Flair. Während sich Sonja tapfer ans Schaufensterbummeln hält, wird Roland mal wieder bei den Schuhen von Cole Haan schwach. Wir haben Glück, es ist gerade saisonaler Ausverkauf, und so bleibt der "Schaden" begrenzt.


San Jose - auf der Santana Row

Mural Art

Sonja inspiziert den Grillmeister. Die Steaks (by Guido) sind perfekt, dazu gibt es selbstgemachten Tzatziki (à la Sonja), selbstgebackenes Brot (made by Roland) und Tomatensalat (die aus dem Garten, von Andrea). Natürlich darf auch das mexikanische Bier nicht fehlen.


Mahlzeit!

Donnerstag, 25. Juni 2009

Moose on the loose

Foto: Calgary Herald

Ganz bei uns in der Nähe passiert: Ein junger Elchbulle macht einen Ausflug in die Stadt. Er wurde jedoch schnell entdeckt, betäubt und ansonsten unbeschadet in Bragg Creek wieder ausgesetzt. Auch für solche Einsätze ist hier die Polizei zuständig.

Unser Paddel-Revier

Elbow River Delta (Blick nach Westen, im Hintergrund die Rockies)

Glenmore Reservoir - Blick nach Südosten

Auf dem Reservoir - im Hintergrund ein Schaufelraddampfer und ein Drachenboot.

Heute sorgte ein kräftiger Westwind für eine kabbelige See. Und tatsächlich hätten wir fast unsere Wassertaufe gehabt, als ein fehlgeschlagenes Steuermanöver uns parallel in die Dünung manövrierte. Aber eine schnelle Gewichtsverlagerung und ein Sweep Paddelschlag brachte uns wieder ins Gleichgewicht, und ein paar schnelle Ruderschläge aus der brenzligen Situation, wahrscheinlich zur Enttäuschung für die bereits schadenfroh grinsenden Angler, die uns schon im Wasser sahen. Für unser Rettungsmanöver gab es dann aber auch Thumbs up vom Ufer.

Montag, 22. Juni 2009

Jedem das seine...



Während Sonja und Jane beim Kanufahren auf dem Glenmore Reservoir von einem Platzregen überrascht wurden und sich einen nassen Hintern geholt haben, hat sich Roland mal wieder beim Brötchenbacken entspannt. Seine ersten Brötchenversuche waren ja höflicherweise allenfalls als interessant zu umschreiben, aber mittlerweile hat er es tatsächlich raus. Selbst das Brötchenschleifen funktioniert inzwischen. Und Sonja freut sich darüber, endlich wieder richtige Mohnbrötchen zu bekommen!


Samstag, 20. Juni 2009

California Dreaming

In nicht allzu ferner Zukunft werden wir endlich Andrea und Guido im Silicon Valley besuchen. Auf dem Programm stehen u.a. ein Trip zum Yosemite National Park, eine Stipvisite in San Francisco und eine Tour durch das Weinanbaugebiet. Als eingefleischte Apple Jünger gehört für uns selbstredend auch ein Besuch in den heiligen Hallen in Cupertino und ein Blick über den Gartenzaun von Mr. Jobs dazu.

Für die Jahreszeit zu trocken...

Normalerweise müssten die Prairies um diese Zeit von tagelangen Regenfällen und Überschwemmungen heimgesucht werden. Doch bis auf den gelegentlichen Schauer halten sich die Niederschläge im Juni 2009 in Grenzen, und trotz Schneeschmelze führen die Flüsse Niedrigwasser. Für das wasserarme Alberta eine mittlere Katastrophe. Die Farmer fürchten bereits um ihren Viehbestand und ihre Ernten, und die Feuergefahr ist hoch. Es wird Zeit für einen Regentanz...

Copyright: Roger Schmidt

Kanu ahoi!

Heute waren Jane und Sonja auf dem Paddle-Fest im Carburn Park, um Kanus auszutesten.

Etliche Paddelschläge später und um einen deftigen Sonnenbrand reicher hatten wir unseren Favoriten gefunden: den Clipper Tripper S. Das Model gibt es selbstverständlich in verschiedenen Materialien, Farben und Preisklassen. Uns hat beim Tripper besonders die Stabilität, der tiefergelegte, äusserst bequeme Sitz und die Fussraste für den Hintermann gefallen. Und das Tollste überhaupt: Das Boot ist made in Canada!

Freitag, 19. Juni 2009

Nach drei Monaten (F)unemployment

Bisher scheinen Sonja's Überlebensregeln für die Arbeitslosigkeit recht ordentlich funktioniert zu haben, denn ihr Frustrationslevel hält sich trotz geringer Jobaussichten, verbockter Gespräche oder Absagen ziemlich in Grenzen.

1. Sie war verreist und wird es (diesmal gemeinsam mit dem Gatten) in Kürze wieder tun.
2. Das Arbeitslosengeld rollt alle zwei Wochen ein.
3. Der Tagesplan funktioniert, sie ist fit und gesund und das bisschen Haushalt ist auch kein Problem.
4. Inzwischen verfügt sie über mehrere Versionen ihres Lebenslaufs, den sie der jeweiligen Stellenanzeige anpasst.
5. Im Rahmen des Networking hat sie alte Kontakte wiederbeleben können, Referenzen erhalten und sogar zwei Vorstellungsgespräche vermittelt bekommen.
6. Sparpotential ist noch vorhanden und kann bei Bedarf aktiviert werden.
7. Etwas Neues habe Sonja auch ausprobiert: Kanufahren.

Langeweile habe ich bisher keine, sagt die Workaholic.

Mittwoch, 17. Juni 2009

Auf den Spuren der Pioniere

Wasser war ja von je her Sonja's Element. Inspiriert durch verschiedene Kanureiseführer, historische Berichte über die Erforschung Kanadas (durch First Nations, Trapper und Voyageurs) und Erlebnisberichte, aber auch, weil es schon seit Jahren auf ihrer Bucket List (Wunschliste, bevor man den Löffel abgibt) steht, hat sie zusammen mit Jane einen dreitägigen Paddelkurs auf dem Glenmore Reservoir gebucht. Nach dem etwas wackeligen Einstieg, geht es erstmal freestyle vom Dock weg.

Dann bilden wir mit den Kanus ein Floss, damit uns Trainerin Martha (rechts) in die Geheimnisse des Paddelns einführen kann. Wir lernen zunächst etwas über Sicherheit und Ausrüstung (niemals ohne Schwimmweste!!!), und dann, wie man Draw, Pry, Forward, Back, J-, C- and Cross Bow Strokes ausführt, um das Wasserfahrzeug zu bewegen. Die Steuerung des Kanus übernimmt der (die) Hintermann(-frau). Das ist einfacher gesagt, als getan, besonders in Gegenwind und -strömung. Ganz schnell wird dann schon mal aus einer Linie ein Zickzackkurs.

Aber Sonja hat den Bogen schnell 'raus. Jane ist offensichtlich auch begeistert, ihr Job ist es, vorwärts zu paddeln, nach Hindernissen Ausschau zu halten und den Rhythmus anzugeben.

Wir bilden ein prima Team und werden für unseren Erfolg beim "Synchron-Paddeln" sogar gelobt.


Nun sind wir beide angefixt und haben uns prompt für die Mitgliedschaft im Calgary Canoe Club eingeschrieben. Samstag ist Paddlefest. Da werden wir noch ein bisschen nach Equipment shoppen (Knieschoner und ein Sitzkissen wären nett...), und ab Montag werden wir dann regelmässig auf's Wasser gehen.

Montag, 15. Juni 2009

Locker bleiben

Seit einiger Zeit leidet Sonja nun nicht mehr unter Rücken- bzw. Ischiasbeschwerden. Denn neben regelmässigen Besuchen im Fitness-Studio hat sie nun mit Freundin Jane das Kanufahren angefangen. Auch gehen die beiden mindestens zwei mal pro Woche walken.

Gleich in der Nähe befinden sich ein paar schöne Naherholungsgebiete, nur Minuten zu Fuss oder mit dem Auto entfernt: z.B. der North Glenmore Park, die Weaselhead Flats oder der Fishcreek Park.

Dort gibt es unzählige Vogelarten, darunter um diese Zeit auch viele Enten und Kanadagänse mit ihren Küken. Wir haben auch Biber oder Wasserratten beim Eierklau, Rehe beim Äsen und tanzende Schmetterlinge beobachtet. Man hat dort wohl auch schon Cougars, Bären und Elche gesichtet. Das Handbook of the Canadian Rockies hilft dabei, eine Tier- oder Pflanzenart zu bestimmen. Man lernt eben nie aus.

Sonntag, 14. Juni 2009

Masseinheiten-Chaos

Eines der letzten grossen Geheimnisse des nordamerikanischen Kontinents, das sich dem Europäer wahrscheinlich niemals vollständig erschliessen wird, ist die Handhabung von Masseinheiten. Obwohl Kanada sich bereits seit Jahrzehnten offiziell dem metrischen System angeschlossen hat, denken die meisten, speziell die Älteren, weiterhin imperial.

Kaum jemand benutzt Meter und Centimeter, fast alles wird in Feet (0.305m) und Inches (2.54cm) gemessen. Das Kilogramm wird meist zum imperialen Pfund (0.454kg), das zur weiteren Verwirrung mit lbs abgekürzt wird, ohne das jemand wüsste, warum (altrömisch für libra = Waage mit inkorrektem Plural-"s"). Ganz schlimm wird es, wenn man den Autoverkäufer nach dem Verbrauch eines Autos fragt: Miles per Gallon steht dafür, wieviel Meilen man mit einer Gallone Benzin (3.78l, da es sich hier um die amerikanischen Gallone handelt, die imperiale hat 20% mehr), also 20mpg = 11.8l/100km. Ach, und die Unze gibt es als flüssige und als Mengeneinheit.

Das wirkt sich natürlich auch auf Packungseinheiten aus, denn obwohl die meisten Produkte metrisch ausgezeichnet sind, wurden viel doch in den USA produziert, und verständlicherweise werden für den kleinen kanadischen Markt keine speziellen Packungsgrössen produziert. Man kann so manche schöne Stunde damit verbringen, zu raten, wo jetzt diese seltsame Verpackungsmenge her kommt: z.B. entsprechen 2.84 l auf Orangensäften einer 3/4 Gallone und 0.35 l auf Coladosen sind 12 Unzen (1 Gallone = 128 Unzen).

Vergleichsweise einfach ist die Umrechnung der Grundfläche einer Wohnung: die 1,000 Square Feet übersetzen sich in 92 Quadratmeter, man ist also mit einem Faktor 1:10 recht nahe dran. Man bemerke, das das Komma in 1,000 dem Punkt in den europäischen 1.000 entspricht...

Trotzdem gewöhnt man sich dran. Nach "nur" 4 Jahren ist uns dieses ganze Durcheinander einigermassen in Fleisch und Blut übergegangen. Ab und zu wird man dann aber doch kalt erwischt, wenn z.B. an der Fleischtheke der Preis für's Steak gross mit 15 $ beworben wird, dies dann aber der Pfundpreis ist, während das abgewogene Stück dann mit dem kg-Preis beklebt wird. Plötzlich ist das Ding dann doppelt so teuer!

Samstag, 6. Juni 2009

Wahlaufruf!

In Anbetracht der anstehenden Europawahl haben wir uns gewundert, warum wir eigentlich keine Wahlbenachrichtigung bekommen haben, obwohl wir uns doch ordnungsgemäss in Deutschland abgemeldet haben, und dort auch unsere Adresse den Behörden bekannt ist.

Eine kurze Internetrecherche brachte uns schon die Lösung: Als dauerhaft im Ausland ansässiger Deutscher muss man für Bundestags- und Europawahl bei der Gemeindebehörde des letzten deutschen Wohnortes einen Antrag auf Eintragung ins Wahlverzeichnis stellen. Details dazu gibt es hier und hier, einen herunterladbaren Antrag hier.

Für Landtagswahlen und Kommunalwahlen ist man mangels deutschem Wohnsitz verständlicherweise nicht zugelassen.

Also, Leute, wählen gehen!!!

Donnerstag, 4. Juni 2009

Hust, Schnief, Keuch, Röchel

Reich mir mal bitte ein Tempo, meint Sonja, und Roland greift zur Kleenex Box. Das nordamerikanische Brandmarketing für Einwegtaschentücher hat sich in dem Fall bei uns noch nicht durchgesetzt.

Letztes Wochenende war so tolles Wetter, dass wir bis mitten in die Nacht draussen gesessen haben. Die Quittung dafür bekam Sonja prompt in Form einer ausgewachsenen Erkältung mit vollem Programm. Durch Nies- und Hustattacken und Fieber fast völlig ausser Gefecht gesetzt, pendelt sie schon seit Montag zwischen Sofa, Bett und Fernseher hin und her und hat sogar die Lust am Computer verloren (Das will schon was heissen). Wegen Ansteckungsgefahr und Verlust der Stimme musste sie sogar leider einige Termine in dieser Woche platzen lassen. Was für eine Verschwendung von Lebenszeit. Hoffentlich ist sie bis nächste Woche fit, wenn ihr Kanu-Kurs auf dem Glenmore Reservoir beginnt...