Dienstag, 31. März 2009

George Clooney und Karl der Koyote

Kaum hatte sich Sonja für einen schwer verdienten kleinen Urlaub nach Deutschland verabschiedet, wurde Roland von der im Büro grassierenden und ausgerechnet vom "Health & Safety"-Beauftragten eingeschleusten Grippewelle erwischt. Na toll!

Im Normalfall ist das eine Sache von ein, zwei Tagen Bettruhe, und gut ist. Da aber ausgerechnet in dieser Woche die vierteljährliche Inventur anstand, musste Roland trotzdem in die Firma, mit der logischen Konsequenz, dass a) die blöde Grippe diesmal über eine Woche dauerte und b) Roland natürlich jetzt noch andere Leute angesteckt hat. Tut ihm auch fürchterlich leid!

Langsam wird's besser, sodass er heute endlich mal wieder beim Friseur vorbei geschaut hat. Die arme Friseurin wusste gar nicht, wohin mit all den abgeschnittenen Haaren. Sie dachte sogar darüber nach, sie für eine Perücke zu verwenden. Nicht ganz so charmant wie die philippinische Friseurin in Vancouver, die Roland's ergraute Haarpracht mit der von George Clooney verglichen hat. Dafür gab's dann natürlich ein ordentliches Trinkgeld...

Auf dem Weg nach Hause rannte Karl der Koyote vor Roland über die Strasse. Hallo, Karl, lange nicht gesehen!

Samstag, 21. März 2009

Was soll das denn?

Heute mittag noch 18 Grad plus und strahlender Sonnenschein und nun das hier:



Nachtrag:
Einen Tag später sieht das dann mal wieder so aus:


Irgendwie ist der Winter hier immer ein paar Wochen länger, als wir Westeuropäer es gewohnt sind. Unser innerer Rhythmus steht schon auf Frühling, Mensch!

Vulcan mischt die Star Trek-Welt auf


Enterprise-Modell in Vulcan


Vulcan ist ein kleines Bauerndorf eine Stunde südlich von Calgary, und wie bei dem Namen nicht überraschend, hat man dort eine besondere Affinität zum Star Trek-Universum. Als bekannt wurde, dass es einen neuen Star Trek-Film geben würde, entstand eine Initiative, um die Weltpremiere des Films nach Vulcan zu bringen. Nach 18 Monaten erfolglosen Werbens bei Paramount hat nun Leonard Nimoy von der Sache Wind bekommen und sich für die Vulkanier eingesetzt: zwar hat er es nicht geschafft, die Weltpremiere nach Vulcan zu verlegen, aber es wird eine Sondervorführung für 300 Vulkanier in Calgary geben. Ob dort auch Nimoy oder andere Star Trek-Stars erscheinen werden, ist noch unklar.

Nimoy: "Das Volk der Vulkanier ist erhört worden und, obwohl untypisch für Vulkanier, sie sind tatsächlich aufgeregt!"

Quelle: Calgary Herald

Freitag, 20. März 2009

Beim ersten Mal tut's noch weh!

Eine letzte gemeinsame Henkersmahlzeit mit dem Chef, ein paar warme Worte, ein Dankeschön, bedauernde Blicke der Kollegen. Das Cubicle ist aufgeräumt, die Akten an die verbliebene Mannschaft verteilt. Ausloggen, Sicherheitsausweis abgeben. Das war's. Der heutige Tag geht in die Geschichte ein. Nach 25 Jahren (davon 4 Jahre in Kanada) ist Sonja zum ersten Mal unfreiwillig ‘between jobs’, wie man hier nichtssagend positiv formuliert, im Klartext: arbeitslos. Prima, dass sie für April sowieso einen Heimaturlaub geplant hat. Am 23. März fliegt sie nach Deutschland und lässt sich erstmal von Familie und Freunden verwöhnen. THINK POSITIVE!

Dienstag, 17. März 2009

W. in C.

Mit Tränen der Rührung in den Augen und voller Stolz können wir verkünden, dass George W. Bush Calgary als Ort seines allerersten Vortrags nach seiner Präsidialzeit auserkoren hat. Vor einer laut Calgary Herald "freundlichen" calgarianischen Zuhörerschaft (unter ihnen Ralph Klein) verteidigte er dabei den freien Markt ("Die Risikobereiten, nicht die Regierung, werden uns aus dieser Rezession ziehen.", frei übersetzt: "das ist alles nicht meine Schuld, Ökonomie ist nicht das Thema für einen amerikanischen Präsidenten") und die "Befragung" von Terroristen in Guantanamo.

Währenddessen haben 400 Demonstranten vor dem Telus Center gegen Bush protestiert, dabei wurden vier Personen fest genommen. Trotzdem spricht die Polizei von weitgehend friedlichen Protesten.

Obwohl Bush mit solchen Vorträgen in Zukunft sein Geld verdienen will, muss er offenbar nicht für die Kosten der damit verbundenen Polizeieinsätze aufkommen. Die Kosten für die Sicherheit Bushs und seiner Gäste kommen aus dem Budget der Royal Canadian Mounted Police.

Kanada hat den zweithöchsten Trinkwasserverbrauch der Welt

Wie auf canada.com gemeldet hat Kanada laut der gerade veröffentlichten 2009 Canadian Water Attitudes Study mit 329 litern pro Kopf und Tag den zweithöchsten Trinkwasserverbrauch der Welt (Platz 1 geht an die USA). Damit verbrauchen wir hier doppelt soviel Wasser wie der europäische Durchschnitt.

Interessanterweise sind die Kanadier durchaus besorgt darüber, dass es eine Trinkwasserkrise geben könnte, führen diese Sorge aber zurück auf Verschmutzungen, Exporte in die USA, illegale Müllkippen etc, kaum jedoch auf den eigenen Verbrauch. Dabei dauert alleine die tägliche Dusche über 8 Minuten, die Waschmaschinen mit ihrer seltsamen Topladerkonstruktion verbrauchen Unmengen an Wasser, und im Sommer wird der Rasen gesprengt, als würde es kein Morgen geben.

Leider sind auch wir nicht so sparsam, wie wir es in Deutschland waren. Da in unserem Appartment-Komplex ausschliesslich nach Quadratmeter, nicht nach Verbrauch abgerechnet wird, gibt es keinerlei monetären Anreiz, Wasser oder Energie zu sparen. Wir benutzen also ebenfalls immer noch die mitgelieferte grauenhafte Waschmaschine mit angebautem Trockner, der nebenbei die gesamte Wohnung heizt...

Übrigens trinken knapp 70% aller Kanadier Wasser aus dem Hahn, von denen aber knapp die Hälfte Wasserfilter benutzen. Wahrscheinlich gibt es hier starke regional Unterschiede, denn während uns das Leitungswasser in den Atlantikprovinzen recht gut geschmeckt hat, wähnt man sich in Alberta beim Trinken ob des Chlorgehalts im öffentlichen Schwimmbad...


Freitag, 13. März 2009

CalgaryDeutsch

Es gibt ein neues soziales Netzwerk im Internet für alle Deutschsprachigen in Calgary: CalgaryDeutsch! Ein wenig wie Facebook, aber eben mit Schwerpunkt auf Calgary. Schaut mal rein!

Montag, 9. März 2009

45 Grad in 5 Tagen


Das verrückte Winterwetter hält an: In der Nacht auf Dienstag werden Tiefsttemperaturen von -28 Grad erwartet, für Samstag mittag sind plus 17 Grad angesagt. Das sind läppische 45 Grad Unterschied. Da soll mal jemand ohne Kopfschmerzen über die Runden kommen...
Wir freuen uns auf jeden Fall auf Frühlingstemperaturen und hoffen, dass es das dann gewesen ist mit zweistelligen Minusgraden für diesen Winter!

Sonntag, 8. März 2009

Du bist reicher als Du denkst?!

Jahrelang hat die Scotiabank sehr erfolgreich mit dem hierzulande berühmten Slogan "You are richer than you think" geworben. Doch in Zeiten der weltweiten Rezession hat dieser Werbespruch zuletzt in den kanadischen Kinos bestenfalls zu zynischem Gelächter, schlimmstenfalls zu Würfen von Getränken geführt. Obwohl Scotiabank bei einer Marktuntersuchung im Dezember noch heraus gefunden hat, dass der Slogan immer noch positiv beim Kunden ankomme, hat sich die wirtschaftliche Lage seitdem offenbar noch einmal so weit verschlechtert, dass der Satz mittlerweile von der Scotiabank-Homepage verschwunden ist...

Quelle: MacLeans

Mittwoch, 4. März 2009

Kein Ende in Sicht

Es ist wirklich kaum zu glauben, aber es geht schon wieder abwärts (wetter-, nicht arbeitstechnisch, denn weiter abwärts als arbeitslos geht ja nicht...). Gestern morgen hatten wir ein garstiges Schneetreiben, das sich bei Tagestemperaturen um 15 Grad plus bis zum Abend in einen überdimensionalen Slurpee (a.k.a. slush, a.k.a. Schneematsch) verwandelte, um dann verflüssigt die Keller zu überfluten. Und zum Wochenende geht es mit Schnee und Minusgraden weiter. Irgendwie beginnen wir, unsere Freunde in Kalifornien zu beneiden, die uns gerade berichteten, dass die frisch gepflückten Mandarinen aus dem eigenen Garten gut schmecken würden. Vielen Dank Andrea, diese Information haben wir jetzt wirklich gut gebrauchen können ;-)

Dienstag, 3. März 2009

Kleiderordnung

Beim Aufräumen ihrer Firmenunterlagen ist Sonja auf den dress code, für den sie sogar gegenzeichnen musste, gestossen: Niemals (ausser zu speziellen Events, wie Stampede oder Aktionstage) darf eine Jeans getragen werden. Zu keiner Zeit sind Tank Tops und Spaghetti Träger erlaubt, das gleiche gilt für zu tiefen Ausschnitt, rückenfreie T-Shirts, Shorts und Miniröcke. Turnschuhe und Flip Flops – verboten! Für die Herren gilt zusaetzlich: T-Shirts sind nicht gestattet und Hemden dürfen nicht über der Hose getragen werden oder aus der Hose hängen. Barfuss laufen geht schon mal gar nicht und Tattoos und Piercings (ausser Ohrringen) sind inakzeptabel. Diese Regeln werden sehr ernst genommen, denn es sind tatsächlich schon MitarbeiterInnen zum Umziehen nach Hause geschickt worden. Keine Regeln gibt es dagegen für die Kollegen, die zwar der Kleiderordnung folgen, aber während der ganzen Woche jeden Tag das gleiche anhaben... yuck!