Montag, 29. Dezember 2008

Unsere Stadt!

... oder: Was tut man nicht alles für einen neuen Reisepass.


Der Winter hat Kanada fest im Griff, und nebenbei hat Air Canada mal wieder Personalprobleme (Die Feiertage kommen halt immer so plötzlich.). Daher wurden sowohl am 24. als auch am 25. Dezember etliche Flüge nach Vancouver storniert. Zum Glück für uns hatten wir den richtigen Abflugzeitpunkt gebucht und trafen fahrplanmässig mit lediglich einer halben Stunde Verspätung am Flughafen Vancouver ein. Obwohl am Gepäckband bereits ein grosses Durcheinander mit irregeleiteten Gepäckstücken bestand, wurden unsere Taschen aus Calgary ohne Verzug ausgeladen, und wir stolperten direkt in den Airporter Bus, der uns zum Pan Pacific Hotel brachte. Hier der Blick aus dem 19. Stock:

Statt des erwarteten Regens gab es auch in Vancouver Unmengen von Schnee, der den Verkehr downtown fast zum Erliegen brachte, so war es wunderbar weihnachtlich still im Stadtkern.


Das Abendessen haben wir uns dann nach einem kleinen Spaziergang in Gastown bei Cocktails und Sushi in der Cascade Lounge im Hotel gegönnt, u.a. da am Weihnachtstag ausser ein paar Fastfood Buden nicht viel anderes geöffnet hatte.

Am Boxing Day stellten sich hartgesottene Schnäppchenjäger stundenlang im Schneetreiben vor Markenläden an, während wir das Ganze von unserem warmen Plätzchen im Cafe Crepe auf der Robson Street beobachteten. Nach Shopping war uns in dem Gedränge nicht, und so sind wir später fast allein im Stanley Park herumgestapft und haben u.a. einen Koyoten bei der Entenjagd beobachtet.
Am nächsten Tag haben wir uns mit dem Skytrain nach Metrotown aufgemacht und uns auf der Suche nach Schuhen für Roland die Füsse platt gelaufen. Ohne Erfolg, man lebt hier wohl nicht auf so grossem Selbigen... Den Abend haben wir dann rustikal im Steamworks verbracht.
Bei unseren diversen Spaziergängen hat es uns am False Creek wieder besonders gefallen. Wir sind ja doch im Herzen echte City Slickers. Vom Science Center aus ging es, unterbrochen von "ist das schön" Seufzern und einer stärkenden Mahlzeit im Bojangles on the Waterfront immer an der Sealwall entlang bis zur Burrard Street, die uns dann nach erfolgreicher "Plünderung" des HMV (zum Zwecke des der Erweiterung unseres TV Horizontes) wieder gen Hotel führte. Für unsere kulinarischen Bedürfnisse wurde am Abend dann bestens in Zefferelli's Spaghetti Joint gesorgt.
Direkt morgens um 9 Uhr begaben wir uns heute zur Deutschen Botschaft (gleich neben dem Hotel), um dem Hauptgrund unserer Reise Rechnung zu tragen: Sonja's Reisepass. Es herrschte kaum Kundenverkehr, so war die Wartezeit nicht der Rede wert. Neben dem derzeitigen Reisepass, der PR Card, einem aktuellen (biometrischen) Foto, der Abmeldebestätigung in Deutschland legt man noch 123.00$ auf den Tisch und gibt seine Fingerabdrücke ab (der Hauptgrund, warum man persönlich erscheinen muss!). Das war's, der Reisepass wird dann bei Ankunft per Einschreiben an die Heimatadresse zugeschickt.

Auf der Robson Street entdeckten wir ein indisches Restaurant, das Taste of India, welches dann für den Gaumengenuss des heutigen Abends sorgte. Diese Auswahl an guten (und trotzdem preiswerten) Restaurants ist einfach herrlich.

Derzeit herrscht typisches Pacific Coast Winterwetter: Es regnet und stürmt und ist mit einstelligen Plusgraden viel zu warm für uns...

Samstag, 20. Dezember 2008

Feuerzangenbowle

Ein Klassiker!
"Also die alkoholische Gärung - oder vielmehr die Gärung des Alkohols - sie erzeugt Alkohol - das heißt also, der Alkohol erzeugt Gärung - sogenannte alkoholische Gärung -"

"Pfeiffer, Sie faseln."

"Der gärende Alkohol fängt an zu faseln - fänft an in faselnde Gärung überzugehen - und so entsteht Heidelbeerfusel - Heidelbeerfasel"

"Was ist los met Ehnen?"

"Nichts, Herr Professor. Und wenn dann der Heidelbeerfusel beziehungsweise Alkohol- oder vielmehr der Heidelbeerkohl - ich meine: der gärende Altheidelbeerkohl..."


Nach zweimaligem Auslösen des Feueralarms, war das Werk vollendet. Prost! In diesem Sinne, berauschte Grüsse aus Calgary!

Schön, aber kalt!

Wer bin ich?
Bei diesen Temperaturen kann sogar der Gang zum Müllcontainer zum Abenteuer werden.

Über dem teilweise zugefrorenen Elbow River bilden sich Eisnebelschwaden. Der Atem gefriert im Schal, das Gesicht wird taub und auf den Augenlidern kleben Eiskristalle.

Ein Grund mehr, sich auf den heutigen Abend zu freuen, denn wir sind bei Andrea und Guido zu Feuerzangenbowle (sowohl Film als auch Getränk) eingeladen.

Sonntag, 14. Dezember 2008

Nie wieder essen!



Alle Jahre wieder geht's zum Brunchen ins Banff Springs Hotel. Mit Guido und Andrea machten wir uns also bei minus 32 Grad in das eine Stunde entfernte Banff auf. Es war nur wenig Verkehr, die Strassen waren befahrbar und auf den Wagen konnten wir uns auch verlassen. Dennoch hatten wir für den Fall der Fälle neben warmen Jacken auch Winterstiefel und Schlafsäcke dabei. Nach fast drei Stunden Völlerei machten wir uns dann wieder erschöpft auf den Heimweg. Es war wieder köstlich.

Allerdings war der Tag für uns noch nicht vorbei. Bei Tommy Hilfiger gab es 40% Rabatt (Mann, haben wir wieder gespart!) und bei Mark's Workwear (Sonja bekommt hier Firmenrabatt) haben wir für Roland noch winterfeste Kleidung besorgt, da er nächste Woche die Inventur beaufsichtigt. Die Zählmannschaft ist bei zweistelligen Minusgeraden um diese Aufgabe wirklich nicht zu beneiden.

Samstag, 13. Dezember 2008

Inhaltsangabe 2008

Für diejenigen, die zu faul (oder zu beschäftigt) sind, unseren Blog über das Jahr zu verfolgen, gibt es wieder mal eine Zusammenfassung der wichtigsten Ereignisse:
Der Januar ist von Winterstürmen begleitet, so dass wir es vorziehen im Haus zu bleiben.
Im Februar berichten wir von Arbeitserfahrungen, Wahlen und der Mondfinsternis.
Im März feiern wir Pam’s Hochzeit, wollen uns vom letzten Balast in Deutschland - unserer Wohnung - trennen und Sonja wird operiert.
Der April bringt uns die ersten T-Shirt geeigneten Temperaturen, Lyle Lovett, einen Ausflug nach Banff und die Geburt von Neffe J.P.
Der Mai hält für uns den Besuch in Deutschland, Kurztripps durch die Prärie und Foothills und die Frühjahrsflut bereit.
Im Juni wohnen wir einer bangladesischen Hochzeit bei und haben das Vergnügen, langersehntem Besuch die Schönheit der Rockies zu zeigen.
Im Juli ist es Zeit für Stampede, Sun and Salsa und das Folkfest.
Im August kündigt Sonja ihren Job, Roland ist auf Geschäftsreise in Houston und wir fliegen nach Nova Scotia.
Der September führt uns durch Neufundland, dann zurück nach Nova Scotia, PEI und New Brunswick, bevor Sonja dann ihren neuen Job antritt.
Im Oktober gönnen wir uns ein Wellness-Wochenende in Banff, und es gibt erste Eindrücke aus Sonja’s neuem Arbeitsumfeld und zur veränderten Wirtschaftslage.
Im November geht mit Obama's Wahl ein Aufatmen durch die Welt, neben der Rezession schlägt auch ein Meteor in Alberta ein und die Stampeders gewinnen den Grey Cup.
Der Dezember erscheckt mit einer Kündigungswelle und einem Wintereinbruch, überrascht mit Weihnachtspaketen aus aller Welt und hat einen Besuch in Vancouver auf dem Plan.

Wir möchten uns auch dieses Jahr für das Interesse, die Anregungen und das Feedback bei unseren LeserInnen bedanken und wünschen Euch allen besinnliche Festtage und ein gutes neues Jahr. Stay tuned!

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Freitag, 12. Dezember 2008

Die Aussichten zum Wochenende

Es wird kalt in Kanada... heute mittag fing es an zu schneien und hat seitdem nicht mehr aufgehört. So haben wir für den Nachhauseweg von 24 km fast zwei Stunden gebraucht. In der ganzen Zeit haben wir nicht ein Schneeräum-Fahrzeug oder auch nur einen Sand-Truck gesichtet, obwohl in den Nachrichten davon berichtet wurde, dass diese 24/7 im Einsatz wären. Man fragt sich nur wo? Jedenfalls nicht auf den Hauptverkehrsadern, denn da waren wir unterwegs. Hierzu ergänzend die Umfrage von CTV. Wir sind offensichtlich nicht die Einzigen, die mit dem Service weniger zufrieden waren.
Naja, der Winter kommt halt doch immer wieder sehr überraschend und unerwartet, und überfordert dann die Verantwortlichen der City of Calgary.

Jedenfalls machen wir es uns nun bei Mom's Keksen und Kaffee mit Schuss am Kamin gemütlich und werden das Gebäude nur im äussersten Notfall verlassen.

Sonntag, 7. Dezember 2008

Der Winter ist da!

Es ist nicht der erste Schnee der Saison, aber zum ersten Mal sieht das ganze wie Winter aus! Nach einem ungewöhnlich milden November sollen heute 15 cm Schnee fallen, allerdings bei Temperaturen um die null Grad. Da es dann aber etwas kälter werden soll, könnte es sein, dass uns der Schnee ein paar Tage begleiten wird. Zeit für eine Tasse Tee, selbst gebackenes Brot (damit wir nicht raus müssen) und unseren Kamin!

Samstag, 6. Dezember 2008

Simpsonized!

   

Sonja hat nicht genug zu tun und beim Surfen die Seite
http://simpsonizeme.com gefunden, auf der man sich mittels Foto-Uploads in einen Charakter der Simpsons verwandeln kann. Echt lustig, und kaum vom Original zu unterscheiden!

Freitag, 5. Dezember 2008

Ja ist denn schon Weihnachten?

Gleich zwei Pakete sind in den letzten zwei Tagen bei uns angekommen! Zunächst gab es eines von Petra aus Virginia, die - dank Aldi und eines Ladens für Bundeswehrangehörige - einen direkten Zugang zu Süssigkeiten aus Deutschland hat. Marzipankartoffeln, Dominosteine (hat Roland schon verputzt) und viele weitere Leckereien haben ihren Weg nach Calgary gefunden. Vielen, vielen Dank in Richtung Südosten!

Heute hat Roland dann schwer an einem Paket aus Deutschland zu schleppen gehabt. Die versammelten Mütter sowie Geschwister haben eine Riesen-Kiste zusammengestellt, dessen Portokosten den Staatshaushalt Botswanas sprengen würde. Sonja freut sich ganz besonders über Zentis-Pflaumenmus und ff-Erdnussflips, Roland natürlich über zwei Packungen Miracoli. Ganz zu schweigen von den selbst gebackenen Plätzchen, den Bildern der Nichte, den (natürlich noch nicht ausgepackten) Weihnachtsgeschenken und, und, und... Wow! Tausend Dank nach Deutschland!

Dienstag, 2. Dezember 2008

Pink Slipped!

Was sich in Deutschland über Monate hingezogen hätte, geht hier in Kanada ganz schnell: Die Anpassung der Unternehmensgrösse and die derzeitigen Marktverhältnisse. Auftragsrückgang und Baustopp haben gestern für eine Entlassungswelle in Sonja's Company gesorgt. Neun kleine Einkäuferlein gehörten vormals zur Abteilung, und seid gestern sind es nur noch sechs, denn drei KollegInnen haben ihren Pink Slip bekommen. Alle waren geschockt, und entsprechend war die Stimmung heute im Keller. Entgegen sonstiger Gepflogenheiten hat die Firma den Betroffenen wenigstens sechs Wochen Kündigungsfrist gewährt (normal sind zwei Wochen). Ist das der Anfang vom Ende...?