Sonntag, 31. August 2008

Wale im Nebel


Heute haben wir uns auf den Cabot-Trail begeben, die berühmte Ringstrasse der nördlichen Halbinsel Cape Breton. Als erstes sind uns die unzähligen Schilder aufgefallen, auf denen aufgefordert wurde, einen gewissen "Mitch" zu wählen. Wir hatten daraus geschlossen, dass es vielleicht um die Wahl eines Bürgermeisters oder eines Sheriffs gehen könnte, aber weit gefehlt, an einer Tankstelle wurden wir aufgeklärt, dass es sich bei Mitch wohl um einen lokalen Kandidaten für den Canadian Idol Contest (das kanadische Gegenstück zu DSDS) handelte.



Viel von Cape Breton haben wir leider nicht gesehen, da die Halbinsel fast vollkommen im Nebel lag. Die Fahrt erinnerte an "Nebel des Grauens", und wir erwarteten fast, dem rachelüstigen Captain Blake und seiner Mannschaft zu begegnen.


Doch die Begegnung der besonderen Art war überraschend anders. Von der Küste aus konnten wir mehrere Orca Familien und einen Buckelwal beobachten. Dafür allein hat sich schon die Fahrt durch die "Milchsuppe" gelohnt.


Für die Nacht haben wir uns die Keltic Lodge ausgesucht, ein nicht ganz preiswertes, alteingesessenes Hotel, an dessen Fassade und Zimmern nicht nur Wind und Wetter, sondern auch der Zahn der Zeit ganz kräftig genagt haben. Da wir mit dem ersten Zimmer nicht ganz glücklich waren (über uns wurde eine Party gefeiert), haben wir um eine Verlegung gebeten, welche anstandslos gewährt wurde. Das Abendessen haben wir uns im bodenständigen Lokal Coastal Waters bei Fish&Chips und einem Humpen Keith's gegönnt. Preiswerte und solide Küche bei ausgesprochen guter Musik. Und während wir in der Lounge der Keltic Lodge diese Worte schreiben, spielt im Saal eine Folkband. Ein schöner Tagesabschluss!

Samstag, 30. August 2008

Unterwegs in Nova Scotia



Endlich geht's los! Mit Westjet-Nachtflug ging es letzte Nacht nach Halifax, NS, wo wir heute morgen gegen sieben Uhr landeten und unseren Mietwagen (Upgrade auf GMC Yukon) entgegen nehmen konnten. Nova Scotia gefiel uns auf Anhieb sehr gut: viel grün, viele Wälder und natürlich Meer! Das Tempo ist gemächlich, jeder fährt langsam, da bleibt sogar Zeit, entgegen kommende Fahrzeuge zu grüssen. Für die erste Nacht haben wir uns im Des Barres Manor Inn einquartiert, einem wunderschönen, luxuriösen, fast 200 Jahre alten Bed & Breakfast. Höhepunkt des Tages war jedoch zweifellos das grandiose Dinner, das wir im Restaurant des Des Barres Manor bekamen: Eine Mischung aus Ostküsten- und gehobener kanadischer Küche. Absolut empfehlenswert!




Donnerstag, 28. August 2008

WTF

Falls diese Überschrift auch im Datennirvana verloren gehen sollte, der Titel ist WTF (what the...) und soll unserem Ärger Ausdruck verleihen, dass wohl der Feed zwischen unserer Homepage und dem Blog mal wieder nicht richtig funktioniert. ARGH!

Samstag, 23. August 2008

Come To Life

heisst der Slogan zum Leben und Arbeiten in Nova Scotia. In Kürze werden wir dort persönlich überprüfen, ob es stimmt, was die Webseite der Provinz verspricht. Und wenn die Zeit reicht, werden wir auch "mal eben" nach Neufundland übersetzen.

Freitag, 22. August 2008

Between Jobs

Rhey, Ramdi, Shane, Dawei, Ronnel, Adela, Maria und Judy

Rhey, Maria, Adela, Dawei, Ramdi, Ronnel

Sonja hatte heute ihren letzten Arbeitstag und ist nun "zwischen zwei Anstellungen", also auf gut Deutsch: arbeitslos. Nach drei Jahren war es an der Zeit, sich nach einer neuen Herausforderung umzusehen, und davon gibt es im boomenden Calgary ja genügend. Aber erstmal wollen wir (mal wieder) Urlaub machen, um die Arbeit kann man sich auch danach noch kümmern.Der offiziellen Verabschiedung durch die Geschäftsleitung mit einem Mittagessen im Deerfoot Casino folgte noch die Einladung von ihrem Team zu einer herzlichen Abschiedsfeier bei philippinischen Leckereien im Seven Seas. Die Kollegen haben einem den Abschied wirklich schwer gemacht.

Montag, 18. August 2008

Rekordhitze

Laut Calgary Herald wurde heute der bisherige Hitzerekord von 1919 gebrochen, 33.7 Grad Celsius sind es heute nachmittag gewesen, 0.4 Grad wärmer als der alte Rekord. Schön ist das nicht, denn obwohl die Luftfeuchtigkeit nur 30% beträgt, kommt einem das alles fürchterlich schwül vor. Entsprechend schlecht schlafen wir momentan auch. Donnerstag soll die Temperatur allerdings schon wieder auf unter 20 Grad gehen, das wird dann hoffentlich erholsam werden...

Sonntag, 17. August 2008

Long Way Round

Sonja ist ja immer ein grosser Fan des Motorrad-Reisens gewesen, auch wenn sie diesem Hobby heute nicht mehr nachgeht, da der Gatte es (in Kanada) für zu gefährlich hält. Wenigstens versorgt er sie mit entsprechendem Material, damit sich die Sehnsucht in Grenzen hielte. Das Buch und die gleichnamige Doku "Long Way Round von und mit den Schauspielern Ewan McGregor und Charley Boorman beschreibt ihre Weltreise auf Ihren BMW Motorrädern, welche unter widrigsten Umständen, bei schlechtem Wetter und noch schlechteren Strassenverhältnissen unter anderem durch Russland, Kasachstan und die Mongolei führt. Sie sind unfallfrei geblieben, bis McGregor kurz for Calgary von einem 17-Jährigen Honda Civic Fahrer beinahe von der Strasse geschoben wurde.

Quote: "We'd come through some of the most difficult road conditions in the world and our first accident was somebody tail-ending me on a Canadian highway." Da hat der Gatte also mal wieder Recht behalten...

Mittwoch, 13. August 2008

Kanadische Kreditprüfung

Auf den Seiten der Financial Consumer Agency of Canada (= Amt für finanziellen Verbraucherschutz) gibt es eine sehr interessante Publikation Understanding Your Credit Report and Credit Score, in der erklärt wird, wie in Kanada die Prüfung der Kreditwürdigkeit vorgenommen wird.

Die wichtigsten Punkte, die geprüft werden, sind
- zahle ich immer pünktlich meine (Kreditkarten-)rechnungen?
- mussten Rechnungen bei mir eingetrieben werden?
- wie ist das Limit meiner Kreditkarte und wie weit habe ich es ausgeschöpft?
- seit wann habe ich Kredite (je länger, desto besser!)?
- wie oft wurde in letzter Zeit eine Kreditauskunft über mich eingeholt (je seltener, desto besser)?
- habe ich neben der Kreditkarte noch weitere Schulden?

Bewertet wird man dabei mit Hilfe eines Punktesystems, das die angeführten Kriterien mit unterschiedlichen Gewichten berücksichtigt. Dabei liegt man immer zwischen 300 (sehr schlecht) und 900 (sehr gut) Punkten. Eine Punktzahl von über 800 Punkten wird dabei als sehr gut angesehen.
Quelle: fcac.ca

Man kann seinen Status erfragen bei drei Organisationen: Equifax Canada, TransUnion Canada oder Northern Credit Bureaus. Diese Auskunft ist kostenlos, wenn man sie schriftlich beantragt und Kopien von zwei ID's beilegt.

Dienstag, 12. August 2008

Wir sind verseucht!


Ausschnitt aus dem Blutspende-Fragebogen der Canadian Blood Services

Wir haben es ja schon immer geahnt, aber die Kanadier geben es einem auch schriftlich: als Europäer hat man sie nicht mehr alle, denn wir sind alle mit BSE bzw. Creutzfeld-Jakob befallen. Zumindest wird man nicht zum Blutspenden zugelassen, wenn man (siehe Punkt 7d) seit 1980 mehr als fünf Jahre in Europa verbracht hat. Verständlich, wir würden nach einem Unfall auch eher verbluten wollen als uns mit europäischem Blut versorgen zu lassen, um dem Risiko einer späteren Mad Cow Disease zu entgehen!

Sonntag, 10. August 2008

Dragonboat


Drachenboot-Festivals sind in Kanada ausserordentlich beliebt. So jede grössere Stadt hat mindestens eins pro Jahr, allen voran natürlich Vancouver mit dem berühmten Dragon Boat Festival im False Creek. Den ganz besonderen Charme erhalten diese Wettbewerbe dadurch, dass sich viele der Mannschaften aus Arbeitskollegen zusammen setzen, die auf diese Weise nicht nur die Teambildung stärken, sondern auch auf ziemlich gesunde Weise Stress abbauen. In Calgary findet das Festival jedes Jahr auf dem Glenmore Reservoir statt, und so haben wir diesmal wieder einmal vorbei geschaut. Leider hatte die Stadt ein paar Probleme gemacht, deshalb war das Festival diesmal nicht ganz so gross wie sonst, aber das tat der Stimmung keinen Abbruch. Ein schöner Sport!

Samstag, 9. August 2008

Das Rad neu erfinden...

... will wohl gerade die Deutsche Post, die offensichtlich ihre Filialen schliessen und den logistischen Lagevorteil der ALDI Märkte nutzen will. Hier in Kanada ist es ganz normal, dass man seine Post zum Schalter im Shopper's Drugmart, 7-Eleven oder Mac's bringt, mit dem Vorteil, dass man nicht nur nebenbei noch Einkäufe tätigen kann, sondern auch Öffnungszeiten vorfindet, von denen man in Deutschland nur träumen kann.

Donnerstag, 7. August 2008

Stürmische Zeiten in Houston

Photo: Wikipedia
Roland war auf Dienstreise in Houston, Texas, wo sich das Hauptquartier seines Arbeitgebers befindet. Grossartiges Timing, denn kaum war er am Sonntag in Houston gelandet, wurde er mit der Nachricht konfrontiert, dass am Dienstag der erste Hurricane der Sturmsaison aufziehen würde. Glücklicherweise stellte sich Edouard als längst nicht so dramatisch heraus wie befürchtet, das war eher ein windiger, kräftiger Sommerregen... Anstatt den ganzen Tag tatenlos im Hotelzimmer zu verbringen, konnte Roland dann doch noch in das weitgehend evakuierte Hauptgebäude fahren und seinen Termin abhalten.

Trotzdem waren Temperatur und Luftfeuchtigkeit mörderisch, wie in einer Dampfsauna. Im Hotel waren die Fensterscheiben von aussen beschlagen! Da gefällt uns das trockene Klima Calgarys doch weitaus besser!

Freitag, 1. August 2008

Besucher auf vier Pfoten

Da es bei uns in der Wohnung im Sommer manchmal ganz schön warm wird, machen wir schon mal - wie andere Nachbarn auch - unsere Wohnungstür für eine Weile auf, um ein bisschen Durchzug zu bekommen. Diese Gelegenheit wird gerne von einem unserer Nachbarschaftskater namens Tom genutzt, um unsere Wohnung genauer zu inspizieren. War Tom zu Beginn noch sehr vorsichtig und liess uns nicht näher als zwei Meter an ihn heran kommen, so ist er mittlerweile - dank seiner Neugierde - sehr zutraulich geworden und lässt sich liebend gerne von uns streicheln. Auf diese Art und Weise kommt man dann auch endlich mal mit dem einen oder anderen Nachbarn ins Gespräch!