Dienstag, 29. Januar 2008

Jetzt geht's los... aber anders!

Kaufleute, Schreibtischtäter und Erbsenzähler aufgepasst, Calgary braucht Euch nun doch. Beim Lustigen Lokalsender CTV werden unter den Top Ten einer Wirtschaftsstudie folgende Jobs aufgelistet, u.a.

Retail salespersons
Financial auditors and accountants
Retail trade managers
Information systems analysts and consultants
General office clerks
Administrative officers

Unter anderem soll der Bedarf durch Rekrutierung von Einwanderern gedeckt werden.

Montag, 28. Januar 2008

Kältefrei

... heisst es zumindest heute für die Schüler, denn die Busse starten bei diesem Wetter erst gar nicht. Weitere Auswirkungen der Kälte sind nicht funktionierende Zapfsäulen an der Tankstelle, liegengebliebene Fahrzeuge, 10 stündige Wartezeiten auf Abschleppwagen, Verspätungen oder Ausfälle der öffentlichen Verkehrsmittel und wiederholte Warnmeldungen, sich dem Wetter entsprechend anzuziehen, wenn man denn an die frische Luft muss.

Sonntag, 27. Januar 2008

Jetzt geht's los!

Gerade wurde - zum ersten Mal in diesem Winter - in den Medien eine schwere Wetterwarnung für Süd-Alberta verbreitet. Es ist nicht nur mit Windchill bis minus 42 Grad (nach +5 Grad gestern), sondern möglicherweise auch mit Blizzard und Whiteout zu rechnen. Da werden sogar simple Fahrten wie zum Einkaufen oder der Arbeitsweg zum Abenteuer.

Mal sehen, ob unser Audi auch bei diesen Wetterbedingungen anstandslos anspringt. Audi ist nämlich eine der wenigen Automarken, die ihre Wagen in Alberta nicht mit einem Blockheater ausrüsten, um sie auch bei extrem niedrigen Temperaturen zu starten. Offensichtlich vertraut man der deutschen Qualität...

Dienstag, 22. Januar 2008

Lebensqualität ist...

... wenn man mitten in der dunkelsten Zeit des Jahres noch im Hellen nach Hause kommt. In diesem Sinne genehmigen wir uns jetzt erst einmal einen Espresso.

Sonntag, 20. Januar 2008

Prinzessin Margriet wurde 65

Die holländische Prinzessin Margriet hat gestern ihren 65. Geburtstag gefeiert, was auf den ersten Blick natürlich nicht viel mit Kanada zu tun zu haben scheint. Allerdings ist sie die erste "Royal", die auf nordamerikanischen Boden geboren wurde. Ihre Mutter, die spätere Königin Juliana, war vor den Nazis nach Ottawa geflüchtet und hat dort im Civic Hospital ihre Tochter zur Welt gebracht. Um Margriet volle niederländische Staatsangehörigkeit garantieren zu können, wurde ihr Geburtszimmer übrigens kurzerhand zu niederländischem Territorium erklärt, und die holländische Flagge wehte über dem Parlament.

Als Zeichen der Dankbarkeit schickt das niederländische Königshaus jährlich 20,000 Tulpenknospen nach Ottawa. Daraus entwickelte sich dann das jährliche
Tulpenfestival im Mai.

Quelle: CBC News

Sonntag, 13. Januar 2008

Ehrliche Haut mit Geschäftssinn

Kürzlich hatten wir den im Dezember bei einem Parkunfall verusachten Lackschaden in der Werkstatt taxieren lassen. Dort teilte man uns mit, dass wir frühestens im März mit einem Reparaturtermin rechnen können. Wir waren nicht überrascht, denn der Hof stand bereits voller Fahrzeuge, die dem letzten Schneefall zum Opfer gefallen waren.
Vor einigen Tagen erhielten wir dann einen Anruf von John E. (a.k.a. "der blöde Pick-up Truck Fahrer", wir nehmen das an dieser Stelle mal zurück), der sich erkundigen wollte, wie hoch denn der Schaden am Auto gewesen sei, den er vor vier Wochen verursacht hätte. Wir erklärten, dass wir noch keine Reparaturrechnung vorlegen könnten, worauf er anbot, den auf dem Kostenvoranschlag ausgewiesenen Betrag schon einmal zu begleichen. Das hat uns überrascht, erstens, dass er sich überhaupt gemeldet hat und zweitens, dass er den Schaden jetzt schon beglichen hat. Auf die Frage, warum er dieses mache, sagte er, "weil er wegen der Sache ein schlechtes Gewissen hatte und damit er das erstmal aus dem Kopf hat..." Klasse! Desweiteren übergab er noch seine Visitenkarte seiner Firma (für Granit-Arbeitsplatten) und erklärte, dass er uns bei Bedarf auch noch einen guten Deal machen würde. Ist doch nett!

Der Winter lässt (noch) auf sich warten

Eigentlich sind Januar und Februar ja die mit Abstand kältesten Monate in Calgary, oftmals mit Temperaturen bis zu -35°C. Aber dieses Jahr hat sich der Winter noch nicht so richtig durch setzen können. Die letzten Wochen haben wir regelmässig im Laufe des Tages den Gefrierpunkt überschritten, nachts wurde es selten kälter als -10°C, und das ganze bei annähernd keinem Niederschlag. Das bisschen Schnee, das noch in schattigen Ecken klebt, ist schon sechs Wochen alt.

Schwer zu glauben, das der Rest Kanadas zwischenzeitlich unter einer halben Meter dicken Schneedecke begraben war! Aber auch in Nova Scotia, New Brunswick und Ontario scheint sich die Lage mittlerweile wieder normalisiert zu haben, zumindest zeugen diverse Webcams davon, dass nicht mehr viel Schnee da ist.

Wenn es nach uns ginge, könnte es so weiter gehen. Wenn wir dann doch mal richtig Schnee sehen wollen, fahren wir halt in die Berge!

Sonntag, 6. Januar 2008

The Boom-Virus heads East

Wie ein Virus breitet sich das Wirtschaftswachstum nun auch in die östliche Nachbarprovinz Saskatchewan aus. Auch dort warten Bodenschätze darauf, erschlossen (ausgebeutet) zu werden. Die Infrastruktur ist jedoch nicht vorbereitet, es fehlt an Transportwegen, Wohnraum, Entsorgungskonzepten und medizinischer Versorgung. Die Immobilienpreise sind seit 2006 bereits um 45% gestiegen und werden es Joe Public (a.k.a. Otto Normalverbraucher) schwer machen, Eigentum zu erwerben oder zu halten. Hoffentlich lernt man rechtzeitig aus den Fehlern, die in Alberta gemacht worden sind...

Samstag, 5. Januar 2008

Leben unter dem Stein

Kanada entdeckt tatsächlich (schon) die Geothermie. Da die Energiekosten bisher immer noch viel zu niedrig sind und die vorhandenen Öl- und Gasreserven viel mehr Profit bringen, bleiben leider Untersuchungen zu Alternativenergien viel zu oft in der Theoriephase hängen. In Yellowknife soll nun ein Projekt angegangen werden, welches vorsieht, das in der Tiefe aufgeheizte Wasser einer verlassenen Goldmine herauf zu pumpen und als Wärmequelle für Häuser zu verwenden. Da man mit dieser Idee bereits Jahrzehnte hinterherhinkt, werden Konzepte und Lösungen wahrscheinlich (wie immer) vom grossen Bruder Amerika oder wahlweise einem der anderen ca. 30 Länder zugekauft werden, die hier schon "praktische Erfahrung" gesammelt haben. Schade, dass sich solche Ideen immer erst sehr spät durchsetzen und damit das Potential für neue Entwicklungen und Erfindungen verloren geht. Andere Länder sind da einfach schneller.