Donnerstag, 29. November 2007

Opfer tragischer Umstände

Ein erfahrener Jäger geht im Wald “verloren” und wird Tage später tot aufgefunden. Aufgrund von Bären-Spuren am Fundort wird vermutet, das er möglicherweise von einem Grizzly “erlegt” wurde und nicht wie geplant, anders herum. Wir nennen das mal Berufsrisiko. Ob der Grizzly tatsächlich die Tat beging, oder bloss einen Snack am leblosen Jägersmann zu sich genommen hat, spielt keine Rolle, denn für den Kontakt mit dem Menschen wird er wohl leider zum Tode verurteilt. Armer Bär! Quelle: Calgary Herald

Montag, 26. November 2007

In die Wildnis 2: Umkleidekabinen





Ein weiteres Beispiel für die gnadenlose Knappheit an Arbeitskräften in Calgary ist der Zustand der Umkleidekabinen bei "The Bay", dem Kaufhof/Karstadt Kanadas. An einem Samstagabend türmt sich die anprobierte, aber nicht für gut befundene Ware METERHOCH in den Kabinen! Viel besser sah es übrigens im Laden auch nicht aus. In der gesamten Herrenabteilung kämpften gerade mal drei tapfere Mitarbeiter mit den Kassen, den Kunden und den sich auch dort stapelnden Klamotten.

Die Kassen waren noch nicht einmal vorprogrammiert, um die gerade statt findende Rabattaktion (beim Kauf von zwei Hemden kostet das zweite nur 50%) zu berücksichtigen. Die Kunden mussten also den Mitarbeitern im Laden zeigen, dass das Sonderangebot für die gekaufte Ware tatsächlich gültig ist!

Das Wort "Beratung" sollte man in diesem Zusammenhang natürlich gar nicht mehr in dem Mund nehmen. Wir erinnern uns noch an Zeiten, als man keine fünf Meter bei The Bay zurücklegen konnte, ohne von einem Kundenbetreuer angequatscht zu werden. Lang ist's her!

Sonntag, 25. November 2007

In die Wildnis


Nach langer Abstinenz hat uns mal wieder ein Film ins Kino gelockt: Die Verfilmung von Jon Krakauer's Erzählung
Into the Wild über einen jungen Aussteiger, dessen Leiche 1992 in Alaska gefunden wurde. Der an Originalschauplätzen gedrehte Streifen nimmt einen mit auf die Reise und rekonstruiert die Erlebnisse und Begegnungen der letzten zwei Jahre dieses Mannes, dessen Ausbruch aus seinem spiessbürgerlichen Leben zwar gelingt, der aber an praktischen, lebensnotwendigen Dingen (z.B. Wie bereitet man sich auf ein Leben in der Wildnis vor?) und an seiner Unfähigkeit, Beziehungen aufzubauen, scheitert. Und nicht von ungefähr erinnern wir uns daran, dass genau vor einem Jahr unser britischer Freund Cliff in die Wildnis aufgebrochen und beinahe nicht mehr zurückgekehrt wäre. Bei beiden stellen wir uns die Frage: Was treibt diese doch ähnlichen Charaktere an: Naivität und träumerischer Idealismus oder einfach bodenlose Selbstüberschätzung und gefährliche Dummheit?

Dienstag, 20. November 2007

Personennahverkehr... ick hör dir trappsen!

Es ist beschlossen, schon bald bekommt auch der Westen seinen Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr. Fertiggestellt wird dieser dann wahrscheinlich sein, wenn der Boom schon lange vorbei ist, aber es ist ja die Idee, die zählt! Auch wenn diese Idee nicht ganz neu ist, bzw. genauer gesagt schon aus den 80er Jahren stammt.

Sonntag, 18. November 2007

Blöde Idee

Der Himmel versprach wieder einen spektakulären Sonnenaufgang und so hatte Frau des Hauses die Idee, joggen zu gehen. Schnell noch den Wetterbericht gecheckt (3 Grad plus, kein Problem) und los ging es. Die Motivation ging dann genauso schnell wieder abhanden, denn die Temperatur fühlte sie doch eher kühler an, die Temperaturanzeige an einem Haus hatte minus 2 Grad angegeben, mit Windchill machte das schon frische minus 7 aus. Kein Wunder also, dass frau sich mit schmerzenden Muskeln und gefrorener Lunge erstmal eine halbe Stunde unter der Dusche auftauen musste. Jetzt sitzt sie mit Wolldecke und dampfendem Tee vorm Kamin und ist davon heute wohl nur noch operativ zu entfernen... Wenigstens sind die Fotos ganz nett geworden.

Die anderen können es ja sowieso besser

Warum hat ein Land mit über 30 Mio Menschen eigentlich keine eigene Automarke? Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts gab es einen einzigen Versuch: die Russell Autos von CCM. Dank Ford und seines Fliessbands war es jedoch günstiger, in den USA motorisierte Fahrzeuge zu produzieren. Ausserdem wäre der Markt nicht gross genug für eine eigene Marke, weiss Jack Thompson von der CMDA. Was würden wohl Volvo und Saab dazu sagen? Gleich zwei Firmen, die für eine handvoll (9 Mio) Schweden Fortbewegungsmittel entwickelt und produziert haben?

Freitag, 16. November 2007

Fassungslos!

Das ist Kanada? Ein polnischer Immigrant wurde am Flughafen von Vancouver von der Polizei nieder getasert und
an den Folgen. Robert Dziekanski wartete offensichtlich bereits seit mehreren Stunden auf seine Mutter, war wahrscheinlich übermüdet, hungrig, hilflos, irritiert und war nicht der englischen Sprache mächtig. Draussen wiederum versuchte seine Mutter, etwas über den Verbleib ihres Sohnes herauszubekommen, wurde aber immer wieder abgewimmelt. Über die Zeit wurde der Mann immer agitierter und verstörter und fing an, mit Dingen um sich zu werfen, worauf die Sicherheitskräfte die Polizei einschalteten. Ein Dialog mit dem "Täter" fand gar nicht erst statt. Offensichtlich wurde der Pole direkt als Bedrohung der vier (!) Polizeibeamten angesehen, die dann schnell zum Taser griffen. Diese schockierende Situation wurde von einem Fluggast gefilmt; das Video wurde zwar von der Polizei beschlagnahmt, später jedoch nach Androhung rechtlicher Konsequenzen frei gegeben und steht nun den Medien und auch auf
zur Verfügung. Ein unrühmliches Bild kanadischer Polizeiarbeit! Die Polizisten sind übrigens immer noch nicht vom Dienst suspendiert worden. Ganz Kanada ist zutiefst betroffen und fassungslos, dass so etwas hier passieren kann! Szokujący!

Holy Smoke!

Bei unseren Nachbarn (den Tsuu T’ina Nations) wird in diesem Winter ein
eröffnet. Nicht das wir uns für einarmige Banditen oder Roulette interessieren… Das Faszinierende ist daran, dass auf dem Boden der First Nation andere Gesetze gelten, als auf Provinz- oder Landesebene. Erstmal ist Glückspiel erlaubt (was ja schon keiner braucht), aber wir können nachvollziehen, dass die Natives den reichen Calgarians gern das Ölgeld aus der Tasche ziehen wollen. Zum anderen gilt das Rauchverbot in der Öffentlichkeit nicht, d.h. dort darf in Restaurants (yikes!) und vor allem am Spieltisch (whatever!) geraucht werden. Es soll sogar Leute geben, die tatsächlich schon darauf warten, dass sie mal wieder eine feiste Kubanische dampfen können, ohne sich dafur im Keller einschliessen zu müssen. Quelle:


Etwas Positives hat das Ganze jedoch, denn wir konnen ja in unserem Appartment nur begrenzten Platz für Gäste anbieten. Es sollen nämlich auch etwa hundert Hotelzimmer zur Verfügung stehen, und das, wie gesagt ganz in der Nähe.

Donnerstag, 15. November 2007

Keine Nummer unter diesem Anschluss

Auf jedem Formular muss man seine Telefon-Nr bekannt geben, oft auch aus gutem Grund. Leider landen aber auch immer wieder Cell phone Nummern bei Tele-Marketers. Manchmal ist nur eine Umfrage, aber meistens will einem eine fast unverständlich klingende Stimme mit asiatischem Akzent von günstigen Versicherungsverträgen bis zu Urlaubsreisen alles mögliche verkaufen oder einem zum Wechsel des Telefonanbieters oder der Bank überreden. Selbst ein klares “wir sind nicht interessiert an Geschäftsabschlüssen am Telefon” hält diese Leute nicht davon ab, einen weiterhin mit Anrufen zu bombardieren. Lässt man sich von einer Telefonliste entfernen, scheint man automatisch in der nächsten zu landen. Inzwischen beantworten wir schon keine Anrufe auf dem Handy mehr, wenn wir die Nummer nicht kennen. Ist eine Caller-ID im Display, können wir zumindest auf dieser Webseite prüfen oder anfragen, welcher Anrufer hinter dieser Nummer steckt oder was dieser beabsichtigt.

Montag, 12. November 2007

Nicht kleckern, sondern klotzen!



Ein Wohnmobil steht ja noch auf unserer Wunschliste... wahrscheinlich wird es da auch stehen bleiben. Aber... wenn die Frau des Hauses eines aussuchen dürfte, würde es wohl so eines werden. Die passende Espresso-Maschine dafür hätten wir schon, nur das Fahrzeug drumherum fehlt noch...


Mehr Bilder von dem Schmuckstück
hier.

Networking

Durch zahlreiche Kontakte im WWW oder auch durch Norbert’s Einwanderergruppe “Deutsche in Calgary” ist inzwischen ein wertvolles Netzwerk und sind sogar neue Freundschaften entstanden. Es werden Kontakte geknüpft, Informationen und Erfahrungen ausgetauscht, “Taxi” gefahren, Wohnungen vermittelt oder im Einzelfall auch mal Haushaltswaren oder Möbel “weitervererbt”. Der eine kennt sich am Computer aus, der nächste eher beim Auto, der andere weiss, wie man Regale aufbaut, wieder einer hat tolle Einkaufstipps zu bieten und ein anderer kann vielleicht bei der Jobsuche behilflich sein. Funktionieren kann so etwas natürlich nur, wenn sich alle beteiligen. Networking ist keine Einbahnstrasse. Eine Hand wäscht die andere. Ist das der Canadian Spirit oder die gute deutsche Nachbarschaftshilfe? Und dass das Netzwerk auch virtuell funktioniert, haben wir sogar schon durch den Genuss mitgebrachter oder verschickter “Care-Pakete” von Kanada-Fans und Urlaubern erleben dürfen. Sogar ALDI ist dann plötzlich gar nicht mehr sooo weit weg... man muss nur mal eben einen Einkaufszettel an die richtige Person in den Osten der USA schicken... Für all diese guten Dinge möchten wir uns an dieser Stelle mal ganz herzlich bei den VersenderInnen bedanken.

Götterdämmerung

Heute morgen vor Sonjas Bürogebäude...

Sonntag, 11. November 2007

Diashows: San Francisco vs. Seattle

Sonja war wieder fleissig und hat eine kleine Diashow unseres San Francisco-Wochenendes zusammengestellt:



Wo sie schon dabei war, hat sie auch gleich eine Diashow unseres Seattle-Besuchs im Juni drangehängt. Viel Spass!


Sonntag, 4. November 2007

Alcatraz und Rose Pistola




Wenn man in San Francisco ist, ist ein Besuch von Alcatraz, der alten Gefängnisinsel, natürlich Pflicht! Die Touren sind im Normalfall weit im Voraus ausgebucht, aber zum Glück hatten wir uns schon am Freitag um Tickets gekümmert. Die Fährfahrt dauert nur ein paar Minuten, und schon ist man auf The Rock! Wir hatten eigentlich mit einer geführten Tour gerechnet, aber tatsächlich kann man sich auf der Insel frei bewegen, mit Ausnahme der abgesperrten Bereiche. Es ist schon ziemlich beeindruckend, die Gefängniszellen von Al Capone und dem Birdman aus der Nähe zu betrachten: Gerade mal vier Quadratmeter, ein Klo, ein Mini-Waschbecken, eine Pritsche, ein kleiner Tisch und ein Hocker sowie für die, die sich besser benahmen, ein Bücherbord. Früher konnte man sich wohl auch kurzzeitig in die Zellen einschliessen lassen, doch seitdem während der Dreharbeiten zum Film "The Rock" der Öffnungsmechanismus versagte und die Leute für Stunden eingesperrt waren, wird das nicht mehr gemacht.

Von diesen Eindrücken hungrig gemacht, suchten wir uns ein schönes Restaurant im italienischen Viertel, das
Rose Pistola. wo wir Pizza, Pasta, San Daniele Schinken auf Birnen und natürlich italienische Desserts schlemmten. Eine Ecke, wo man sich wirklich vorkommt wie in Italien!

Samstag, 3. November 2007

Ein Sommertag im November


So ist das also, wenn das öffentliche Verkehrsnetz funktioniert, pünktlich und preiswert ist (ein Trip kostet $1,50) und auch noch Sinn macht. Da sind wir ja von Calgary nicht gerade verwöhnt. 
Mit der Linie 21 ging es also am Morgen zum Alamo Square, um das klassische Motiv der Painted Ladies fotografisch festzuhalten. Ein Spaziergang durch die Nachbarschaft brachte uns an der City Hall (und dem Apple Store) vorbei dann wieder Richtung Hotel. Die Mittagspause verbrachten in einer kleinen Gasse im Restaurant Café Bastille. Am Nachmittag standen China Town und das Chinesisch-Amerikanische Museum auf dem Programm. Dann erklommen wir den Hügel zum Coit Tower und genossen die klare Rundumsicht vom Turm aus. Das Wetter war traumhaft, bei 24 Grad und Sonnenschein… in Calgary waren es heute gerade mal 5 Grad. Was für ein Unterschied!

Freitag, 2. November 2007

San Francisco, benebelt

Sonja hat's mal wieder nicht zuhause ausgehalten, und so haben wir schnell entschlossen einen Last Minute Flug nach San Francisco gebucht. Hier sind wir in einem netten alten Downtown Galeria Park Hotel unter gekommen. Obiger Schnappschuss dieser Webcam zeigt sehr schön, welches Wetter wir am nächsten Morgen hatten...


Der Nebel hatte uns tatsächlich fest im Griff. Nach abenteuerlicher Anfahrt per Cable Car begaben wir uns daher direkt ins Buena Vista, bekannt für seinen Irish Coffee. Der anschliessende Besuch des Fisherman's Wharf gestaltete sich zwar zu einer etwas milchigen Angelegenheit, aber das störte uns dank Genuss besagten alkoholischen Gesöffes nicht mehr.

Gegen Mittag brannte sich dann aber doch die Sonne durch die Suppe und blieb uns Rest des Tages treu. Noch innerlich benebelt entschieden wir uns, ein weiteres Abenteuer der Fortbewegung zu suchen, das Fahrrad. 



Wir mieteten uns also diese Geräte bei Blazing Saddles und radelten fröhlich Richtung Presidio, über die Golden Gate Bridge und runter ins beschauliche Sausalito, wo wir ein kräftigendes Mahl im Bistro Cafe Trieste genossen. 
Danach ging es durch Marschland auf der Nordseite der Bucht weiter bis Tiburon, wo eine Fähre zurück nach SF auf uns und unsere wunden Hintern wartete. Eine historische italienische Strassenbahn (Streetcar - wieder ein anderes Fortbewegungsmittel) hat uns dann für $1.50 wieder zum Hotel gebracht. Nach dieser Tortur haben wir uns entschlossen: Morgen werden wir nur laufen!