Montag, 6. August 2007

Ab in den Norden zum Slave Lake

Da wir schon so weit im Norden waren und Montag mal wieder Feiertag ist, haben wir uns kurzentschlossen einfach weiter nördlich gehalten und sind zum Slave Lake hinauf gefahren. Wenn man Edmonton Richtung Norden verlässt, lässt man geschätzte 95% der Bevölkerung Albertas hinter sich, es wird also sehr einsam. Die Gegend verwandelt sich von Farmland in ausgedehntes Waldgebiet und wird immer wilder. Es fahren ausschliesslich amerikanische Automarken herum, vorwiegend natürlich Pickups, sodass wir mit unserem Audi wahrscheinlich aufgefallen sind wie bunte Hunde. Einige der Orte, vor allem Westlock, waren überraschend sauber und hübsch, da können wir uns im Süden eine Scheibe von abschneiden!
Sonja war zwischendurch der Meinung, dass es eine gute Idee wäre, einmal eine Nebenstrasse zu benutzen. Landschaftlich gesehen hatte sie auch Recht damit, denn es ging eine wunderschöne Strecke an einem urtümlichen Fluss entlang, aber dank des vorangegangenen Regens war die Sandstrasse ein einziger Schlick. Der Audi war voll in seinem Element, Roland wurde es manchmal aber ein bisschen zu rutschig! 
Der Slave Lake selbst, mit 1.168 qkm immerhin doppelt so gross wie der Bodensee, war zu unserer Überraschung touristisch so gut wie gar nicht erschlossen. Die Hotels im Ort Slave Lake waren offensichtlich auf Business ausgelegt (Holzwirtschaft und Gas), es gab nur einmal den einen oder anderen Campingplatz, von dem aus man sein Boot ins Wasser lassen konnte. Ein paar wirklich schöne Häuser am See, und das war es auch schon! Der Rest war wilde Natur, hier und dort durchbrochen von Rodungen. Sonja wollte am liebsten nicht mehr weg, erst Rolands Hinweis auf acht Monate Winter brachte sie wieder in die Realität zurück. Mit Ausnahme des Yukons war dies übrigens der nördlichste Ort, an dem wir uns bislang in Kanada befunden haben.

Zurück ging es weiter westlich durch die bewaldete Hügellandschaft der Swan Hills, dann über Rocky Mountain House und Cochrane nach Hause. Insgesamt hat unser Auto an diesem Tag 900 km gemacht, und nun steht er völlig verdreckt in der Garage und ruht sich aus. Zeit für eine ausgiebige Wagenwäsche!