Sonntag, 29. Juli 2007

News im Calgary Herald

Da wir uns bei regelmässigen 30°C+ weiterhin in einer Art Sommerstarre befinden, gibt es heute nur ein paar Neuigkeiten aus dem Calgary Herald:

Für einen chronisch betrunkenen
Autofahrer, der im Januar 2006 eine ganze Familie bei einem Unfall ausgelöscht hat, wird eine lebenslange Haftstrafe beantragt. Dies wäre das erste Mal, dass in Alberta eine solche Strafe für eine derartiges Delikt ausgesprochen würde. Guter Schritt!

Beim Waschen von kalifornischen Trauben von costco (Metro in Kanada) kam einem Kunden eine
Schwarze Witwe entgegen gekrabbelt. Die Stellungnahme costco's war, dass das schon mal von Zeit zu Zeit passieren würde, aber man könnte die Trauben natürlich umtauschen. Horror!

Eine Frau, die in ihrem Bett lag, wurde beinahe von einer
Kugel getroffen. Die Kugel war abgefeuert worden von vier betrunkenen Männern ein Stockwerk tiefer, die eine Party feierten. Wir sind froh, dass wir einen Betonboden haben...

Nicht mehr ganz taufrisch ist diese hier: In Calgary's grösstem Stadtpark, dem Fish Creek Park, ist ein
Cougar (Bergpuma) gesichtet worden, der gerade ein Reh gerissen hatte. Dies war bereits die fünfte Sichtung der Pumas, dem es offenbar so gut im Park gefällt, dass er sich hier häuslich eingerichtet hat. Ein Video gibt's hier, eine Behörden-Entwarnung hier.

Eine Menge los hier!

Donnerstag, 19. Juli 2007

Fussball-WM in Kanada!

...wenn auch nur die der U20-Junioren, aber immerhin. Neben Toronto, Ottawa, Montreal, Victoria und Burnaby (Vancouver) war auch Edmonton Spielort, und am Mittwoch fand dort eines der Halbfinalspiele statt. Wir haben uns frühzeitig um Karten bemüht, natürlich in der Hoffnung auf eine Paarung Brasilien gegen Kanada, aber leider ist es "nur" Tschechien gegen Österreich geworden. Trotzdem haben wir früh mit der Arbeit Schluss und uns auf den Weg Richtung Norden gemacht. Für Roland war das ganze dann auch endlich mal eine Gelegenheit, sein Deutschland-Trikot auszuführen!
Das Commonwealth-Stadion in Edmonton war immerhin knapp halb gefüllt mit 23.000 Zuschauern, einige von ihnen sogar mit Fussball-Sachverstand. Die meisten jedoch taten das, was man normalerweise in Nordamerika bei Sportveranstaltungen tut: quatschen, Bier trinken, Pizza holen, aufs Klo gehen. Ein stetiges Kommen und Gehen auf der Tribüne.

Das Spiel selbst war leider etwas langweilig, da schon nach 15 Minuten entschieden. Die Tschechen hatten zu diesem Zeitpunkt bereits zwei mal getroffen, anschliessend konnten sie das Spiel locker nach hause schaukeln. Für sie geht's jetzt in Finale in Toronto gegen Argentinien, dass sie wahrscheinlich vom Platz fegen wird...

Kanada selbst hat sich bei dieser WM als sehr guter Gastgeber erwiesen. Es sind mehr als eine Million Tickets verkauft worden, allerdings hatte man bei den Übertragungen nicht den Eindruck, als wären alle diese Tickets auch eingelöst worden. Trotzdem, die Stimmung war gut, einziger Wehrmutstropfen war das grandios schlechte Abschneiden des kanadischen Teams, das als erste Ausrichtermannschaft in der Geschichte der U20-WM das Kunststück fertig brachte, in drei Spielen nicht einmal das Tor zu treffen. immerhin gibt es jetzt ein paar heisse Diskussionen hier, wie es weiter gehen soll mit dem kanadischen Fussball!

Sonntag, 15. Juli 2007

Einfach nur heiss

Eigentlich hatten wir uns für dieses Wochenende vorgenommen, noch einmal die Stampede zu besuchen, aber es war so unglaublich heiss, dass wir es so gut es ging vermieden haben, vor die Tür zu gehen... So war die Hauseinweihungsparty von Roland's Ex-Kollegin Carmina so ziemlich das einzige, wozu wir uns aufraffen konnten. Hier gab es neben hervorragendem Essen auch wieder die ganze Internationalität, die Kanada zu bieten hat: Polen, Russen, Jugoslawen, Inder, Sri-Lanker, Deutsche und auch ein paar gebürtige Kanadier. Tolles Land!

Nächste Woche soll es dann wieder ein wenig kühler werden, hoffentlich lösen wir uns dann wieder aus unserer Starre!

Montag, 9. Juli 2007

Uns geht's gut!

Gestern waren wir mit unseren zukünftigen Nachbarn Guido und Andrea im Redwater Grille und haben in gediegenem Ambiente Californian/Albertan Fusion (ja, auch das geht!) genossen. Heute stand der lang überfällige Besuch bei Familie Vogel an. Wir durften uns sogar etwas zu essen wünschen. Da haben wir uns nicht lange bitten lassen und uns für die Hausspezialität Kohlrouladen entschieden. Dazu gab es von der Tochter des Hauses vorneweg ein Gurken/Tomaten Carpacchio und hintendrauf einen köstlichen Nachtisch. Wie schon gesagt, wir haben's gut.
Cliff ist übrigens auch mal wieder in Calgary, gibt aber nur ein kurzes Gastspiel zur Stampede und zieht dann weiter Richtung Westküste... und wer weiss, wohin es danach geht.
Unser Auto ist auch wieder daheim, die Zündspule musste ausgewechselt werden. Wurde zum Glück kostenlos erledigt!

Samstag, 7. Juli 2007

Stark Genug?

Stampede-Time! Morgens früh um sieben ab nach Downtown, den Wagen bei unserer Freundin Jane auf der Nordseite des Stadtkerns abgestellt, ein kurzer Spaziergang zum Veranstaltungsort... und während andere noch im Stau standen, wurden wir dank Lieferanten-Sponsoring bereits mit Sekt und Frühstücksbuffet verwöhnt, gute Plätze für die Parade inclusive.

Im Rahmen eines Spendenaufrufs für die Brustkrebsforschung lautete das Eröffnungmotto der diesjährigen Stampede Parade "Are you tough enough to wear pink?" So waren dann all die harten Cowboys in rosa Hemden gekleidet... und das sah gar nicht mal so übel aus, manche können eben alles tragen.

Nicht so "tough" fühlte sich jedoch offensichtlich unser Audi. Auf dem Weg zur Arbeit erschienen unerfreuliche Warnlichter auf dem Display, was Igor dazu brachte, sein Diagnosegerät (er hat für alles ein Gadget... gut für uns!) zu zücken. Die Fehlercodes, die das Gerät lieferte, veranlassten die Audi-Werkstatt, uns zu raten, den Wagen stehen zu lassen. So wurde ein Abschleppdienst beauftragt und ein kostenloser Leihwagen gestellt. Mach uns nicht schlapp, Junge!

 Am Abend haben wir uns dann mit Christiane, Dirk und Familie auf den Stampede Grounds getroffen und gemeinsam das Chuckwagon-Rennen und die Bandstand-Show mit Feuerwerk erlebt. Die Choreografie und musikalischen Arrangements waren hervorragend, die Stimmung grandios. Es müssen zeitweise mehr als hundert Tänzer auf der Bühne gestanden haben, im Alter von 10 - 30 Jahren. Dazu gab es einen unglaublichen Akrobaten, der, an Tüchern hängend und zwanzig Meter in der Luft schwebend, den Gesetzen der Schwerkraft trotzte und die tollsten Figuren präsentierte; fliegende Motorräder; einen wirklich witzigen Bauchredner, und, und, und... Ein fantastisches Erlebnis und unbedingte Empfehlung für jeden Stampede-Besucher! Um ein Uhr morgens waren wir schliesslich im Bett... was für ein Tag.

Befreie Deinen inneren Cowboy!


Aus dem Calgary Herald

Sonntag, 1. Juli 2007

Canada Day: Grossstädter in der Wildnis

Nachdem Igor, dessen Familie gerade auf dem Weg in den weissrussischen Heimaturlaub ist, uns am Samstag einige seiner Lieblingsshops gezeigt hat (Italian Supermarket mit grandioser Pizza, Polish Store mit klasse Wurst), sind wir am Canada Day dem Ruf der Natur gefolgt und haben uns auf eine Umrundung des Upper Kananaskis Lake aufgemacht. Ja, das ist der See, der unserem englischen Freund Cliff beinahe das Leben gekostet hätte! Aber an einen Sommertag bei 20˚C, mit etwa 16 Stunden Tageslicht, erschien uns die Gefahr, uns im Schnee zu verlieren, als relativ gering...
Der Weg hat eine Länge von etwa 15 km auf einer Höhe von etwa 1800m und führt über Stock und Stein durch Wald, am See entlang, und auch ein Stück durch Geröll. Verglichen mit dem durchschnittlichen deutschen Wanderweg ist er sicherlich ziemlich schwierig, aber in unserem Wanderreiseführer erhielt er die Bewertung "moderat". Für uns bedeutet das allerdings: Muskelkater und Blasen! Einige wunderschöne Flussüberquerungen und See- und Bergblicke sorgten aber für mehr als eine Entschädigung.
Wir haben auch eine Idee, wo Cliff damals seine Nacht verbracht haben könnte. Wenn wir richtig liegen, hat er damals immerhin etwa die Hälfte der Umrundung geschafft. Zum einen ärgern wir uns immer noch über seine Arroganz, bei minus 25˚C und Tiefschnee eine solche Umrundung zu starten, zum anderen haben wir aber tiefen Respekt davor, dass er mit erfrorenen Zehen den halben Weg wieder zurück gelaufen ist. Trotzdem: what a moron!
Zurück am Parkplatz wurde uns übrigens von einer Grizzly-Begegnung (Mutter und Kind) erzählt, die eine Familie am selben Morgen am anderen Ende des Sees gehabt hat. Wir sind keinen Grizzlys begegnet und sind da auch ganz froh darüber!