Sonntag, 24. Juni 2007

Stampede Spirit



Es geht wieder los. Die Stadt rüstet auf zur Stampede. Vom 6. bis 15 Juli steht wieder alles Kopf, Anzüge und Krawatten werden gegen knackige Jeans, Cowboyhemden, -stiefel und -hüte getauscht. Die Mittagessen sind in diesen Wochen dank zahlreicher Einladungen zu BBQs bei Geschäftspartnern auch gesichert. Zur Einstimmung gibt es das Promo-Video von www.calgarystampede.com, ein Gemisch aus Brokeback Mountain und Marlboro Werbung... merke: Cowboys sehen immer toll aus, benehmen sich wie Gentlemen, sind echte Kerle... und ganz Calgary ist natürlich voll davon. YEEHAW!

Mittwoch, 20. Juni 2007

Norbert


Das Leben bringt einen manchmal sehr schnell auf den Boden der Tatsachen zurück. Heute morgen haben wir erfahren, dass unser guter Bekannter Norbert, Gründer der "Deutsche in Calgary"-Gruppe in der letzten Woche seinem Krebsleiden erlegen ist. Norbert war seit zwölf Jahren in Kanada und hat mit viel Freude und Energie deutschsprachigen Neueinwanderern mit Hilfe und Rat zur Seite gestanden. Er hat damit das deutschsprachige Calgary zu einem erheblichen Teil geprägt. In Internetforen war er als "Calgarian" oder "Rockiesman" bekannt für seine sachlichen, fundierten und manchmal auch kritischen Beiträge. Wir sind sehr traurig und in Gedanken bei seiner Familie.

Montag, 18. Juni 2007

Und was treibt Euch nach Spokane?


Unsere letzte Etappe vor unserer Heimfahrt nach Calgary war Spokane, die zweitgrösste Stadt Washingtons am anderen Ende des Staates, und leider auch am anderen Ende der Skala der attraktiven Städte. Dies scheinen die Bewohner ähnlich zu sehen, denn wir sind an einem Tag dreimal gefragt worden: "Was treibt Euch denn nach Spokane?" Die Antwort war "Toto", denn eine von Roland's Lieblingsbands spielte dort im "Big Easy". Roland hatte Toto zuletzt zweimal in Oberhausen vor zehn, zwölftausend Zuschauern gesehen; hier in Spokane haben sich gerade mal vierhundert im wunderschönen Big Easy bei einem Eintrittspreis von 25$ eingefunden. Trotzdem hat die Band alles gegeben und ein tolles Konzert abgeliefert, das sogar Sonja gefallen hat. Und was Spokane sonst zu bieten hat? Die Spokane Falls und die Autobahn nach Seattle...

Für uns ging dann mit der Heimfahrt über BC und den Crowsnest Highway nach Calgary ein wunderschöner Urlaub zu Ende... Aber in Calgary wartet viel Arbeit auf uns, und das ist ja auch nicht schlecht!

Sonntag, 17. Juni 2007

Regen an der Küste, Sonne im Hinterland

Seattle liegt nun hinter uns. Es geht durch die Cascade Mountain Range (leider alles verregnet) zu unserem ersten Stopp in Winthrop, einem ehemaligen Minenstädtchen, das sich heute in Wild-West-Kulisse präsentiert. Das Wetter hat sich mit dem Überqueren der Berge prompt wieder verbessert und uns eine zauberhafte Landschaft präsentiert. Zum Beispiel die Dry Falls, eine Klippenlandschaft, die in der letzten Eiszeit entstanden war, als sich der Columbia River temporär ein anderes Flussbett suchte und hier einen 5 km breiten und 100m hohen Wasserfall erzeugt hatte. Heute hat sich der Fluss längst wieder in sein altes Bett zurück gezogen und liess eine tief gekerbte Landschaft zurück, die ein wenig an den Grand Canyon erinnert.
Ein paar Kilometer weiter südlich liegt der Soap Lake, der seinen Namen den schaumigen Wellen verdankt, Resultat eines sehr hohen Mineralanteils im Wasser. Hier endet auch unsere heutige Tagesetappe, im Inn at the Soap Lake. Hier kann man sich sogar eine Badewanne voll von der "Suppe" einlassen, ein Schlammbad geniessen oder wenigstens die Mud Soap (Schlammseife) benutzen. Soll von heilender Wirkung sein...

Samstag, 16. Juni 2007

Zugabe!

Seattle lässt uns nicht los. Es gibt halt noch so viel zu sehen. So haben wir unseren Aufenthalt um eine Nacht verlängert. Mit der gerade wieder in Betrieb gestellten Monorail sind wir also noch einmal Richtung Space Needle und haben dort das EMP (Experience Music Project) mit seiner Austellung zu Pop und Rock Musik besucht. Dabei haben wir nebenbei erfahren, dass Jimi Hendrix ein Seattelite war. Roland war besonders angetan von den fast professionellen Tonstudios, die zur freien Verfügung standen. Schade allerdings, dass diese ausschliesslich von lärmenden Kiddies blockiert waren, die sinnlos auf den Instrumenten herumschlugen. Im gleichen Gebäude war auch das Science Fiction Museum untergebracht, dem wir uns natürlich als bekennende SciFi Fans nicht entziehen konnten. Es gab natürlich u.a. eine Menge Star Trek, Star Wars, Alien, Terminator und Battlestar Galactica Memorabilia (kein Dr Who, da der nicht made in USA ist) zu bestaunen. Während Roland eher von der "Catsuit" von Seven of Nine fasziniert war, konnte sich Sonja mehr für Arnold Schwarzenegger's Lederjacke aus Terminator begeistern. Beide waren wir jedoch hin und weg bei den Filmmodellen der Enterprise und der Nostromo (Alien) und dem Original Blade Runner Polizei-Mobil. Leider war das Fotografieren (wahrscheinlich aus urheberrechtlichen Gründen) strengstens verboten, so dass wir hierzu leider keine Bilder einstellen können.
Am Nachmittag fing es an zu regnen, und so wurden Roland und Audi von Sonja Richtung Mt. Rainier durch das Washingtoner Hinterland gejagt. Doch hatte man erst einmal die Regen (und Schnee!)scheide der Küstenberge hinter sich gebracht, wurde das Klima plötzlich trocken und warm, und so konnten wir uns noch Gegenden ansehen, die wir so nicht von Washington erwartet hätten. Obstplantagen und Weinanbau und überall Farmer's Markets mit frischen Erdbeeren (die MIT Geschmack) und Kirschen und Weinproben. Wir stellen fest, Washingtoner Wein (Merlot und Riesling) ist gar nicht übel!

Freitag, 15. Juni 2007

Schlaflos in Seattle

... da wir von früh bis spät unterwegs waren! Nicht umsonst wird Seattle immer wieder als lebenswerteste Stadt Amerikas bezeichnet. Kunst, Kultur und Kulinarisches, alles stimmt! Bereits zum Frühstück wurden wir bei Tulio bestens versorgt. Den Vormittag verbrachten wir dann mit einem Rundgang durch das historische Downtown. Der Buchladen Elliott Bay Book im Pionier Square District trieb uns fast die Tränen in die Augen; diese unendliche Auswahl an Büchern und Zeitschriften! 
Wir verliessen diese Schatzkammer mit vollem Rucksack und hätten noch stundenlang weiter stöbern können. Dann besorgten wir uns Karten für die Underground-Tour, einer Führung durch die Katakomben der Stadt, die einst auf Strassenlevel waren, bis dieses wegen der Gezeiten und zum Bau einer (funktionierenden) Kanalisation ein Stockwerk höher gelegt wurde. Wiki hat das hier ganz gut erklärt. 
In der Nähe der Pike Street haben wir das wahrscheinlich beste Italienische Eis Nordamerikas bei Rebecca im Bottega Italiana genossen und uns anschliessend von Vin im Vital-T-Leaf in die Geheimnisse der chinesischen Tee-Zeremonie einweihen lassen. Bei North Face haben wir Roland eine für Amerika TÜV und CE "zugelassene" Badehose erstanden, für die er in St. Tropez mit Sicherheit von der Strandpolizei verhaftet worden wäre. Aber normale Badehosen, sog. Speedos, sind hier verpönt, nur in bermudaähnlichen "Zelten" darf Mann sich hier dem prüden Publikum im Schwimmbad zeigen. 
Danach lockte uns das SAM (Seattle Art Museum) mit seiner Ausstellung der Gegenwartskunst und einer Sonderausstellung von Exponaten der Ureinwohnern aller Kontinente, von denen uns die australischen Ausstellungstücke der Aborigines am meisten in ihren Bann schlugen. 
Fast am Ende unserer Kräfte, mit plattgelatschten, wunden Füssen erreichten wir dann unser Endziel, das Palomino, wo wir bei Pizza, Pasta, Tiramisu und Panna Cotta, Wein und Espresso den Abend gemütlich ausklingen liessen. Das ist Dolce Vita in Seattle! Und das hatten wir nach diesem anstrengendem Tagespensum redlich verdient!

Donnerstag, 14. Juni 2007

Hello, City!

Schweren Herzens verabschieden wir uns vom Pazifik und versprechen, zu den Herbststürmen wieder vorbei zu schauen. Jetzt geht es unweigerlich wieder nach Osten. Zwei Tage Seattle liegen vor uns. Traditionsgemäss schippern wir mit der Fähre Richtung Big City. Hierzu das Suchbild mit Nadel.
Nachdem wir im Sorrento Hotel eingecheckt und unseren treuen Begleiter dem Valet Parking übergeben hatten, ging es ein paar Blocks zu Fuss in die Pike Street zum Fischmarkt und anschliessend zum Wahrzeichen der Stadt, der Space Needle. Von dort oben konnten wir dann erstmalig die Olympic Mountains erspähen, die während unseres Aufenthaltes auf der Halbinsel ständig von Wolken verhangen waren.
Nach kilometerlangem Marsch durch das Zentrum machen wir es uns nun auf unseren sechs Kissen in unserer Luxus-Suite gemütlich und erobern die Minibar. Für den morgigen Tag ist noch einmal (nur ganz wenig) Sightseeing und viel Shopping in der Kaffeehaus-Hauptstadt angesagt. Starbucks, Seattle's Best, Tully's, egal, wir kommen!

Mittwoch, 13. Juni 2007

Regenwald, Kahlschläge und noch mehr Strand

Washington hat uns mit typischen Pazifikwetter begrüsst: tiefhängende Wolken und Nieselregen. Das war aber eigentlich auch nicht so schlimm, denn so ist uns zumindest der Fernblick auf all die Kahlschläge auf der Halbinsel erspart geblieben. Die Nahansichten der Rodungen waren schon frustierend genug. Umso schlimmer, wenn man dann zwischendurch doch einmal präsentiert bekommt, was bis vor wenigen Jahrzehnten die gesamte Gegend bedeckt haben muss: Regenwald! Bei Lake Quinault hatten wir Gelegenheit, auf einem sehr schönen Naturlehrpfad durch die urtümliche Pflanzenwelt zu streunen.

Zum Abend haben wir uns in der Kalaloch Lodge direkt an der Pazifikküste eingemietet. Sonja hat Roland auch gleich auf einen zweistündigen Strandspaziergang mitgeschleppt. Roland hätte eigentlich Verdacht schöpfen sollen, als Sonja ihn bereits um 5 Uhr nachmittags ins Restaurant zum Abendessen ausführte... Da musste ja noch etwas anstrengendes nachkommen! Anschliessend haben wir den Holzkamin angezündet und freuen uns nun des Lebens. 

Dienstag, 12. Juni 2007

Sonne, Strand und Meer

Heute sind wir Oregon's Küste nordwärts Richtung Washington gefahren. Da das Wetter wunderbar mitspielte, war die Tour begleitet von vielen Zwischenstopps. Auf den Fotos sieht allerdings alles gleich aus: Felsen, Sand, Wasser und Himmel. Sorry! Teilweise hat uns die Gegend ausserordentlich an Dänemark erinnert, dann wiederum sah es aus wie in BC.
Zum Mittagessen haben wir Mo's Fischrestaurant ausprobiert. Diese Restaurantkette ist über die gesamte Küste Orgeons vertreten und bietet preiswerte, überaus frische Fischgerichte. Dafür sitzt man allerdings auf Holzbänken, und die Lautstärke ist auch nicht ohne. Roland war jedenfalls ausserordentlich angetan von der extrem effizienten Logistik der Küche und der Bedienung...
Oregon's Küste ist besonders bekannt für seine vielfältigen Leuchttürme. Deshalb musste Roland mehrfach waghalsige Abbiegemanöver von der Küstenstrasse vornehmen, weil Sonja mal wieder ein Exemplar erspäht hatte.
Auf die geplante Übernachtung in Seaside haben wir verzichtet, da es dort aussah wie an einem belgischen Nordsee-Badeort. Stattdessen sind wir nun in Sichtweite des Staates Washingtons direkt am Columbia-River gelandet. Nett!

Montag, 11. Juni 2007

An der Küste Oregons

Sonja war nicht mehr zu halten, da der West-Virus sie völlig gepackt hatte, und so sind wir schon heute an die Pazifik-Küste gefahren. Nicht einmal die Kraterseen in der Nähe von Bend haben sie noch aufhalten können. Für die Nacht haben wir uns ein paar Kilometer nördlich des Urlaubsstädtchens Florence im Oregon House ein Haus mit Garten und Privatstrand gemietet. Schnell wurden die paar Brocken verstaut, dann ging es ab zum Strand, sich nasse Füsse und eine Nase voll Seeluft abholen. Gegessen haben wir nach getaner Arbeit (Beach Combing...) im Bridgewater Restaurant in Florence. Es gab natürlich fangfrischen Fisch!


Sonntag, 10. Juni 2007

Central Oregon

 Oregon hat uns auf Anhieb viel besser gefallen als Idaho, und so wurde es heute eine landschaftlich wunderschöne Tour. Sonja war vor allem von den Painted Hills Fossil Beds begeistert, wo die Erde in allen möglichen prachtvollen Farben "schien". Unglaublich, was die Natur sich da immer wieder ausdenkt! Das Wetter wurde nach anfänglichem Regen immer besser, und wir landeten schliesslich nördlich von Bend im Metolius-Resort, wo wir uns eine Cabin am gleichnamigen Fluss gegönnt haben.

Samstag, 9. Juni 2007

Zu den Craters of the Moon


Idaho hat so ziemlich überhaupt nichts zu bieten, mit einer Ausnahme: dem Craters of the Moon National Monument. Hier hat sich vor einigen Millionen Jahren die Explosion eines Vulkans ereignet, und von dieser Zeit zeugt immer noch die unglaubliche Bodenbeschaffenheit. Alles ist schwarz von Asche! Sonja war begeistert, aber Roland ging beim Erklettern eines 300 m hohen Sinterkegels (allerdings auf 2000 m Höhe) doch spürbar die Luft aus. Gelohnt hat sich der Aufstieg aber trotzdem, wegen des Blicks über halb Idaho!

Unseren ursprünglichen Plan, in Baker City, OR, zu übernachten, mussten wir leider umschmeissen, da das jährliche Treffen des Westcoast-Harley Davidson Clubs bereits die selbe Idee verfolgt hatte. Stadt und Hotels waren rappeldicht, sodass wir noch ein Stündchen weiter westwärts fahren mussten und dann im alten Goldgräberstädtchen Sumpter unter kamen. Unsere mächtige Tagesetappe wurde mit einem hervorragenden italienischen Essen im Borello belohnt.


Freitag, 8. Juni 2007

Im Yellowstone National Park

Der Yellowstone National Park in Wyoming an der Grenze zu Montana und Idaho ist der älteste Nationalpark der Welt, und wahrscheinlich auch einer der schönsten. Wir waren jedenfalls restlos begeistert von der Schönheit der Landschaft, der Vielfalt der Tierwelt und natürlich den blubbernden und sprudelnden Geysiren. Vor allem natürlich von Old Faithful, der seinem Namen alle Ehre machte und pünktlich zum Fahrplan um 16.11 Uhr eine riesige Fontäne spuckte. Einfach toll!