Donnerstag, 31. Mai 2007

Union Avoidance Training

... heisst übersetzt so viel wie Training für Manager, um zu verhindern, dass Mitarbeiter in die Gewerkschaft eintreten, und an einem solchen hat Roland am Dienstag teil genommen. Nicht, dass Gewerkschaften eine "Gefahr" in Alberta darstellen würden (im Gegensatz zu BC gibt es sie hier kaum), aber der Mutterkonzern in Houston hat einen Trainer zu allen nordamerikanischen Standorten geschickt, und der war jetzt also in Calgary. Der gute Mann hat bereits 14 Bücher geschrieben, anscheinend alle zum selben Thema und wahrscheinlich auch alle mit dem selben Inhalt: die Gewerkschaft als Untergang des Abendlandes. Roland konnte die ganze Sache auf jeden Fall nicht ganz ernst nehmen: zum einen, weil der Bursche eher als Stand-Up Comedian taugte (er war zum Teil wirklich lustig), zum anderen, weil er so offensichtlich aus anderen Büchern und Führungsseminaren geklaut hat, dass es schon fast an Plagiat grenzte. Wie auch immer, den Leuten hat's gefallen, und von den Zuhörern wird bestimmt niemand in eine Gewerkschaft eintreten. Versprochen!

Mittwoch, 30. Mai 2007

Magers in der Kölnischen Rundschau

Bianca Pohlmann von der Kölnischen Rundschau hat kürzlich ein Interview mit uns geführt, das jetzt im Rahmen des immer wieder aktuellen Themas Auswanderung in der Rundschau veröffentlicht wurde. Hier könnt Ihr den Bericht lesen! Vielen Dank, Bianca!

Samstag, 26. Mai 2007

Brasilianisch Essen

Kürzlich haben wir uns schnell entschlossen auf den Weg ins Bolero gemacht, einem brasilianischen Restaurant am McLeod Trail, und wir wurden nicht enttäuscht! Grosse Vorspeisen- und Salatbar, warmes Buffet mit hervorragender Fejoada, und den ganzen Abend laufen Mitarbeiter mit riesigen Churrasco-Spiessen durch das Restaurant und lassen einen von den verschiedensten Köstlichkeiten probieren. Natürlich viel Rind in allen Variationen, aber auch Schwein, Huhn, Ananas und einiges mehr. Das ganze in einer wunderschönen Atmosphäre unter dem Dach des Smuggler's Inn mit einem riesigen Kamin als Blickfang und zu einem Festpreis von 35$ pro Person plus Getränken. Sehr empfehlenswert!

Freitag, 25. Mai 2007

Suppenterrine

Welcher Leverkusener erinnert sich nicht gern an dieses Lokal zurück: die Suppenterrine in der Fussgängerzone. Uns läuft heute noch beim Anblick der Speisenkarte das Wasser im Munde zusammen. Oft haben wir dort die Suppen gelöffelt, für die wir zum Selbermachen zu faul waren. Damals haben wir uns - über unseren eigenen Auswandererplänen sitzend - gedacht, jou, datt wär' doch watt für Kanada, doch ausgesprochen haben wir es nie. Dirk war immer so busy, dass es meist nur für ein "Hat wieder prima geschmeckt, bis demnächst dann mal." gereicht hat. Tja so haben wir dann die Zeretzkes erst in Kanada näher kennen gelernt, und heute kocht Dirk ganz exklusiv in Kanada in der Sawmill in Edmonton (http://www.sawmillrestaurant.com/) und manchmal auch für uns...
Ein Update, bzw. ein kürzlich geführtes Interview von unseren Freunden gibt es hier.

Calgarianer Fussball-Jungs

Da soll doch noch einmal einer sagen, in Calgary würde nur Hockey gespielt. In den letzten Tagen machten gleich zwei Calgarianer Jungs im Fussball von sich reden, in dem sie ihren Arbeitgeber wechselten. Zum einen natürlich Owen Hargreaves, der die Bayern endlich in Richtung Manchester verliess, was er schon seit Jahren wollte, und was man ja auch irgendwie verstehen kann. Hargreaves ist in Calgary geboren, allerdings schon als kleiner Junge nach England emigriert. Er ist Engländer und spielt für die englische Nationalmannschaft, also eigentlich gilt das nicht. Trotzdem sind wir in Calgary verdammt stolz auf “unseren” Jungen. Als letzte Woche die Nachricht vom Wechsel zu ManU die Runde machte, füllte sie die komplette erste Seite der Calgary Sun (= Bild/Express) aus!
Der andere ist der neue Abwehrchef beim FC Kölle Kevin McKenna, der aus noch nicht bekannten Gründen von Energie Cottbus an den Rhein wechselte. Auch verständlich, wenn auch nicht unbedingt aus sportlicher Sicht… McKenna spielt immerhin in der kanadischen Nationalmannschaft (No. 94 in der FIFA-Weltrangliste, gleich hinter Litauen, Georgien und den bärenstarken Moldawiern) und ist der erste Kanadier in der Bundesliga! Na, wenn er gut ist, wird er es ja vielleicht bald auf die andere Rhein-Seite schaffen!
Falls es in Zukunft weitere grosse Talente aus Calgary geben sollte, ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass die Jungs gleich nebenan von Roland’s Arbeitstelle heran gezogen wurden. Dort ist nämlich Calgary’s einziges Soccer-Centre, mit einigen Feldern draussen und einem Feld in einer Halle. Grundsätzlich gibt es einige, die prophezeien, dass Fussball in einigen Jahren bis Jahrzehnten dem Hockey den Rang ablaufen könnte, da es doch einfacher zu erlernen sei als Hockey, und ausserdem werde David Beckham jetzt den ganzen Glanz des Fussballs nach Nordamerika bringen. Wir würden uns freuen, dann können wir endlich wieder mit reden!

Donnerstag, 24. Mai 2007

Sehr witzig!

Unser Blick aus dem Fenster heute morgen. Das wird ja wieder ein Verkehrschaos!

Montag, 21. Mai 2007

Schnee am Victoria Day, und noch mehr Magers in Canada!

Eigentlich gilt das Victoria Day Wochenende als der Zeitpunkt, an dem man erstmalig ohne Risiko campen gehen oder endlich die Blumen im Garten pflanzen kann. Als wir heute morgen aufwachten, fanden wir jedoch diese Situation vor. In Alberta darf man sich halt NIEMALS zu sicher sein, was das Wetter angeht!
Und noch'n Bild, das uns ein freundlicher Leser geschickt hat, der momentan in Manitoba in einem kleinen Städtchen namens Inwood arbeitet. Wir kennen zwar keine Magers in Manitoba, aber bei Roland's grosser (und umtriebiger) Verwandtschaft väterlicherseits ist eine entfernte Familienzugehörigkeit nicht vollkommen auszuschliessen. Vielen Dank, Frederik!

Sonntag, 20. Mai 2007

Noch'n Site-Update

Wir haben noch einmal das Programm zur Erstellung unserer Website geändert. Wir arbeiten jetzt mit RapidWeaver, dass verglichen mit iweb doch einiges mehr an Flexibilität bietet. Natürlich ändert sich damit auch das Layout wieder ein wenig, aber wir haben uns bemüht, die Seite nicht zu sehr zu verändern.
Wir möchten nun auch nach und nach die letzten verbliebenen Fotos von unserer alten lycos-Seite hierhin herüber bringen, aber das mag noch ein bisschen dauern.
Eine History-Seite haben wir jetzt nicht mehr, aber dafür könnt Ihr Euch auf der rechten Seite durch unsere Geschichte durch klicken. Auf der Media-Seite findet Ihr auch noch unsere History als pdf-files.
Viel Spass!

Freitag, 18. Mai 2007

Apotheken-Rundschau

Normalerweise sind wir von wohlwollenden und verständnisvollen Kanada-Reisenden oder Immigranten abhängig, um an heissbegehrte Produkte - auch "Schmuggelware" genannt - aus Deutschland heran zu kommen. Auf diese Weise erhalten wir immer mal wieder unsere Care-Pakete, Zeitschriften oder auch Medikamente.
Einer aufmerksamen Leserin (Vielen Dank, Daniela!) haben nun wir den Tipp mit dieser Hamburger Apotheke (
http://www.internationale-apohh.de) zu verdanken, die sich auf den Auslandversand apothekenpflichtiger Produkte spezialisiert hat. Der Service war prompt und superfreundlich und die Abwicklung der Bestellung hat inclusive Lieferung gerade mal zehn Tage gebraucht. Deutschland ist eben doch keine Service-Wüste.
Etwas problematisch war allerdings die Bezahlung per Kreditkarte. Unsere kanadische Bank hat nämlich einfach mal die Zahlungsaufforderung der Apotheke nicht akzeptiert, uns aber auch nicht darüber informiert. Wir wurden erst von der Apotheke darauf hingewiesen. Sonja musste dann einige Telefonate führen und sich bis zur Betrugsabteilung der Bank durchverbinden lassen, ehe man sich bequemte, die Zahlung abzuwickeln. Kanada ist eben doch manchmal eine Service-Wüste!

Samstag, 12. Mai 2007

Bye Bye Toyota

Da wir mittlerweile auf ein Fahrzeug mit Vierradantrieb (Audi) umgestiegen sind, haben wir uns schweren Herzens entschlossen, unseren Toyota Matrix an ein neues Herrchen weiter zu vermitteln. Eine Anzeige auf buysell.com brachte nicht gerade überragend viel Feedback, aber immerhin meldete sich doch jemand mit ernsthaftem Kaufinteresse, ein Vietnamese chinesischer Abstammung ohne jeglichen Akzent. Er legte deutsche Gründlichkeit an den Tag: zunächst liess er eine Unfallprüfung durchführen, danach bat er uns noch, das Fahrzeug zu einem Check Up bei einer vom CAA zertifizierten Werkstatt zu bringen. Die Ergebnisse waren offensichtlich zufrieden stellend, denn gestern abend hat er den Wagen abgeholt.
Uns ist ein bisschen wehmütig zumute, denn unser Matrix war in den ersten zwei Jahren unseres Kanada-Abenteuers ein ständiger und zuverlässiger Begleiter. Vielen Dank, lieber Matrix, hoffentlich fühlst Du Dich in Deinem neuen Zuhause genauso wohl wie offensichtlich bei uns.
Nur gut, das wir ein gesundes Verhältnis zu unseren Autos und auch keine Trennungsängste haben…

Dienstag, 8. Mai 2007

Kanadische Spionage-Münzen

Wie auch in deutschen Medien Spiegel, silicon.de) berichtet, hat der US-Geheimdienst zu Beginn dieses Jahres mehrere kanadische 25-Cent Münzen mit Elektronikchips entdeckt, die offensichtlich das Ausspionieren amerikanischer Bürger zum Ziel hatten. Zunächst war unklar, wie genau diese Chips arbeiteten und woraus genau sie bestanden. Klar war nur, dass sie – wie ein Streifen Tesa-Film - auf die Münzen aufgeklebt waren. Nanotechnologie? Es gab selbstverständlich sofort einen internationalen Spionagealarm mit den üblichen Verdächtigen China, Russland und natürlich Frankreich. Manche Experten waren allerdings der Meinung, dass Funktechnologie an einem Metallkörper kaum die zum Ausspionieren nötigen Funk-Reichweiten erreichen könnte, andere meinten, dass Geld ja wohl zu schnell den Besitzer wechseln würde, als dass man damit jemanden ausspionieren könnte. Uneinigkeit bestand auch darin, ob es sich hier um staatliche oder um Industriespionage handelte.

Nach nur vier Monaten intensiver Geheimdienstrecherchen konnte der Fall nun gelöst werden. Bei den Spionagemünzen handelt es sich um die sogenannten “Poppy-Coins”, den ersten Münzen weltweit mit farbigen Aufdruck. Die Poppy (Mohnblume) ist das offizielle kanadische Symbol für die Erinnerung an die in Kriegen gefallenen Soldaten. Zu deren Ehren wurden im Jahr 2004 Sondermünzen mit einer farbigen Mohnblume bedruckt und von Tim Horton’s in Umlauf gebracht. Um diesen farbigen Aufdruck gegen zu schnelle Abnutzung zu schützen, wurde eine Art Tesafilmstreifen darüber geklebt. Und dieser liess sich nun mal sehr leicht mit Spionagewerkzeugen verwechseln... Bunte kanadische Münzen lösen in den USA einen Spionagealarm aus. Was sagt das über beide Länder aus?

PS: bereits im Januar hat ein Korrespondent des Handelsblatts die ganze Geschichte aufgeklärt, nämlich im letzten Absatz dieses Blogs.

Samstag, 5. Mai 2007

Bon Cop Bad Cop

Wenn man etwas mehr über den Unterschied zwischen Quebec und dem Rest von Kanada heraus finden will, ist der Film BON COP, BAD COP zu empfehlen. Die Zutaten: Ein Leichenfund der besonderen Art, Hockey-Fan(atismus), ein penibler Ontario-Cop mit Französischkenntnissen, ein hitzköpfiger Quebec-Flic, der ebenfalls bilingual ist, und viel Lokalkolorit. Der Film ist tatsächlich durch und durch zweisprachig! Glücklicherweise lassen sich auf der DVD englische Untertitel für die französischen Szenen einschalten, sodass man der Geschichte auch als Nicht-Quebequois folgen kann (Schul-Französisch ist hier absolut nutzlos!). Und was haben wir gelernt? Das F-Wort heisst auf Quebequois: Tabernac! Höchstwahrscheinlich wird der Film niemals ausserhalb Kanadas gezeigt werden, da sein Humor einfach ZU landesspezifisch ist. Sozusagen der “Ödipussi” Kanadas. Schade eigentlich!

Donnerstag, 3. Mai 2007

Traffic and Taxes

Ja, beides hat was mit "Steuern" zu tun. Zum einen gab es einen Bericht im Herald zur Unfallstatistik - Schlagzeile: 10,000 Unfälle in 5 Jahren - auf dem Deerfoot Trail. Auf der wohl wichtigsten Nord-Süd-Route Calgary's geschehen etwa 2,000 Unfälle im Jahr, Tendenz steigend. Das bedeutet: durchschnittlich 6 Crashs am Tag! Diese Situation hatte uns ja u.a. in unserer Entscheidung bestärkt, in den Süden Calgary's umzuziehen. Und aus gegebenem Anlass, nachdem (mal wieder) ein Polizist im Dienst schwer verletzt wurde, werden (mal wieder) Fragen zur möglichen Verbesserung der Verkehrssituation auf dieser Strecke laut. Neben dem Strassenzustand und den meist viel zu kurzen Auf- und Abfahrten sind leider die Autofahrer das Hauptproblem! Das ist jetzt nicht etwa unser ironischer Kommentar, sondern wurde aus besagtem Artikel zitiert. Besonders das Telefonieren während der Fahrt, das Spurwechseln ohne zu blinken und das Hineinquetschen in Sicherheitsabstände wurde als Hauptgefahrenquelle angesehen. Wahrscheinlich bleibt es allerdings - wie so oft - wieder beim Kölschen Konjunktiv: Das wollten wir dieser Tage geändert haben...

Diesmal haben wir unsere Steuererklärung elektronisch abgegeben. Wir haben abends gegen 21 Uhr wegen einiger Unklarheiten bei der Behörde angerufen (wo gibt's denn sowas?) und wurden (nach weniger als zwei Minuten Wartezeit) hervorragend beraten. Wer braucht da noch einen Steuerberater? Das ist Service Canada! Das Steuerprogramm (Quicktax) kauft man bei Cosco. Dieses führt einen durch das gesamte Steuerformular. Das Resultat wird dann elektronisch an die Steuerbehörde versendet. Belege muss man nicht vorweisen, der Staat baut auf die Ehrlichkeit des Steuerzahlers (wo gibt's denn sowas?), allerdings muss man die Belege 6 Jahre aufbewahren, falls doch noch einmal (auf Zufallsbasis?) eine Steuerprüfung durchgeführt werden sollte. Innerhalb von 10 Tagen hatten wir unsere Steuerrückzahlung auf dem Konto... ja, wo gibt's denn sowas!