Montag, 31. Dezember 2007

Prost Neujahr!


Sonja virtuell beim Brunch in Wuppertal dabei. Mädels, Ihr seid spitze! Ich drück' Euch!

Rückblick

An unseren Blog-Einträgen erkennt man es schon: Der Alltag ist in unser Einwandererleben eingekehrt. Wir sind weder umgezogen, noch haben wir den Arbeitgeber gewechselt, es gibt keine Sprachbarrieren mehr und wir haben uns einen soliden Freundeskreis augebaut. Kurzum, wir fühlen uns wohl in unserer neuen Heimat und sind auch ein wenig stolz auf das, was wir in den vergangenen zweieinhalb Jahren geschafft haben.

Wir haben das grosse Glück gehabt, beruflich unseren Platz in diesem noch ungebrochenen Wirtschaftsboom zu finden, denn auf Arbeitskräfte im kaufmännischen Bereich hat Kanada nun mal nicht gerade gewartet. Obwohl das Punktesystem der kanadischen Immigrationspolitik es gerade Kandidaten mit akademischem Hintergrund die Einwanderung einfach macht, gesucht und gebraucht werden hier jedoch hauptsächlich Handwerker, und wir freuen uns besonders über die vielen Erfolgsstories, die uns hier berichtet werden.

Auch in diesem Jahr hatten wir wieder wunderbare Begegnungen mit anderen Einwanderern und einigen Besuchern aus Deutschland. Ganz besonders haben wir uns aber über den Besuch unserer Mütter gefreut, und darüber, dass beide so begeistert von unserer neuen Heimat, unserer Wohnung und der kanadischen Landschaft sind.

Ein weiteres Highlight des Jahres war unsere erste "richtige" Urlaubsreise, auf der wir zwei Wochen lang ein Stück Nordwestamerika erkundet haben. Bekanntermassen können wir ja nicht mit den von Deutschland gewohnten sechs Wochen bezahlten Urlaub rechnen, sondern müssen mit 10 bis 15 Tagen Jahresurlaub kalkulieren. Es ist halt für uns immer noch ungewohnt, den Urlaub auch "unbezahlt" zu geniessen. Da sieht man doch mal, wie gut man es doch in Deutschland hatte. ;-)

Leider waren wir auch Zeugen einiger Schicksalsschläge im Freundesreis. Bei Cliff mussten wir miterleben, was für ein grausames Ende ein Abenteuer im Schnee nehmen kann. Der monatelange Krankenhausaufenthalt und die Operation hat ihn nicht nur ein paar Zehen gekostet, sondern sein Leben verändert. Nach monatelanger Rekonvaleszenz ist er (wohl entgültig) nach England zurück gekehrt.
Wir haben Norbert in den letzten Monaten seiner Erkrankung begleitet und konnten doch nur hilflos mit ansehen, wie ein vitaler, lebensfroher Mensch schliesslich vom Krebs besiegt wurde. In seinem Gedenken werden wir mit Hilfe einiger Freunde seine "Deutsche in Calgary"-Gruppe weiter führen.
Auch ist uns das Schicksal einer befreundeten Einwandererfamilie nahe gegangen, deren Beziehung trotz erfolgreichem Start und gelungener Integration die extreme Belastung der Immigration nicht ausgehalten hat, und deren Schicksal in Kanada nun erstmal unbestimmt ist.

Bis auf kleinere Wehwehchen (die lieben Zähne) sind wir von Krankheiten recht verschont geblieben und hoffen, dass es weiterhin so bleibt, da wir von der (lokalen) ärztlichen Kompetenz und medizinischen Versorgung immer noch nicht so recht überzeugt sind. Also bleiben wir gesund und vor allem auch unfallfrei! Trotz dem wir Calgary immer noch für die Hauptstadt der schlechtesten AutofahrerInnen Kanadas halten, sind wir bis auf einen minimalen Parkunfall (so ein blöder Pickup-Fahrer hat uns beim Rücksetzen die Stossstange leicht zerkratzt) unfallfrei durch's Jahr gefahren.

Frohes Neues Jahr, Happy New Year und Bonne Année!

Sonntag, 30. Dezember 2007

Das Ende des Türknaufs

Foto: Wikipedia

Wie auf der Website der
Tagesschau berichtet, steht eine grosse nordamerikanische Tradition vor dem Aussterben: der Türknauf. Wir müssen zu unserer Schande gestehen, dass wir einen nicht unbedeutenden Beitrag zu dessen Ende geleistet haben, denn auch wir haben - gegen Aufpreis - unsere Wohnung mit Türklinken ausrüsten lassen...

Diese Türklinken sind übrigens nicht vergleichbar mit europäischen Türklinken, wo man die Klinke nur ein wenig drücken muss und die Tür sich schon öffnet. Hier wurden die Knaufe einfach durch Klinken ersetzt, ohne die darunter liegende Technik zu ändern. Deshalb muss man die Klinke gefühlte 90 Grad drehen, bevor sich etwas tut. Sehr gewöhnungsbedürftig!

Im letzten Absatz des Tagesschau-Artikels wird vorgeschlagen, man könne doch als nächstes die Tradition der Plastiktüten endlich beenden. Auch hier sind wir unter den Wegbereitern, denn wir besitzen drei Kunststoff-Einkaufskisten für grössere Einkäufe (leider nicht faltbar) und ein paar Stoffbeutel für kleinere. Allerdings leiden wir seitdem unter andauernder Müllbeutelknappheit...

Samstag, 29. Dezember 2007

Care-Paket!


Unser diesjähriges Weihnachts-Carepaket ist eingetroffen! Leicht verspätet zwar, nämlich zwei Tage nach Weihnachten, aber das tut der Freude keinen Abbruch. Wir sind jetzt bestens ausgestattet mit selbstgebackenen Plätzchen, Feodora-Schokolade, Nimm 2, Dominosteinen, Kandis und allem anderen, was das Herz begehrt. Wir wissen allerdings noch nicht so genau, was wir nun mit den zwei Adventskalendern machen sollen. Halten die sich bis Dezember 2008?! Tausend Dank an das Christkind in Wuppertal!

Freitag, 28. Dezember 2007

Mehr Kanada!

Rückblickend auf 2007 haben wir feststellen müssen, dass wir zwar von Alberta einiges gesehen haben (ein paar Stipvisiten in Edmonton, in den Norden zum Slave Lake oder wiederholte Besuche der bekannten Ausflugsorte Banff oder Waterton), doch unsere Urlaubsreisen generell Amerika-lastig waren.

Dafür gibt es gute Gründe: Zum einen ist Amerika ein fantastisches Land zum Urlaub machen. Man denke nur an die Nationalparks Yellowstone, Craters of the Moon oder Painted Hills (welche Sonjas Hobby-Geologenherz höher schlagen lassen), an die wilde Küste Oregons (von dem sich "Fischkopp" Sonja nur schwer trennen konnte), den Regenwald in Washington (hier war Roland in seinem Element) und die immigrierten oder importierten drei K's: Kultur, Kunst und vor allem Kulinarisches in Seattle, San Francisco oder New York. Zum anderen werden viele (Billig-)Direktflüge zu den amerikanischen Metropolen angeboten und dank des derzeit starken Kanadischen Dollars ist der Aufenthalt nun mal preiswert.

Dennoch wünschen wir uns (neben Gesundheit) eines ganz besonders für 2008: mehr Kanada-Urlaub zu machen. Die Idee steht schon, wir müssen "nur noch" am Budget arbeiten und unsere Arbeitgeber davon überzeugen, uns entsprechend frei zu geben. Denn mehr als zwei Wochen sollten es schon sein, um die Provinzen Ontario, Quebec, New Brunswick, Nova Scotia, vielleicht sogar PEI und Neufundland im Indian Summer zu er"fahren". Auch ein Stück Amerika soll wieder dabei sein: Vermont und Maine. Mit guten Vorsätzen ist das ja so eine Sache... mal sehen, ob es klappt...

Alle Jahre wieder...

... macht uns die kanadische Regierung ein Steuergeschenk. Die Mehrwertsteuer wird zum Jahresanfang um einen weiteren Prozentpunkt auf 5 (fünf!) % gesenkt. Wenn das so weitergeht, bekommen wir für jede Geldausgabe demnächst eine Steuerrückerstattung. Mal sehen, wie lange dieses Prinzip gutgeht. Der Handel jubelt jedenfalls bereits über die in diesem Jahr erzielten Umsatzergebnisse und der Konsum ist ungebrochen.

Montag, 24. Dezember 2007

Gemütlichkeit (gəˈmyːtlɪçkaɪt)

Wie es sich für "echte" Kanadier gehört, haben wir doch schon bereits am Sonntag mit Weihnachtseinkäufen begonnen. In unseren Stammgeschäften Sunterra und Italian Superstore haben wir noch eine köstliche Auswahl an Delikatessen für den heutigen Abend erstanden. Entgegen sonstiger Traditionen (Fondue oder Raclette) bieten wir unseren Gästen eine Italienisch-Griechisch-Deutsche Fusion als Buffet an. Es gibt u.a. Tomate mit Bocconcini, Melone mit Prosciutto, aber auch Tzatziki und ganz profan auf speziellen Wunsch des Hausherrn: Frikadellen und Schnitzel. Da viele Geschäfte in diesen Tagen rund um die Uhr geöffnet haben, ist nicht einmal Einkaufsstress aufgekommen. Hut ab vor den fleissigen "Elfen", die in diesen Zeiten Überstunden und Sonderschichten fahren.

Heilig Abend ist ansonsten für uns ein normaler Arbeitstag, an dem jedoch erfahrungsgemäss wenig zu tun ist, und der daher bereits mittags gern offiziell für beendet erklärt wird. Auch auf die Gefahr, dass wir uns wiederholen: Life is good!

Wir weigern uns zwar, das Lichterketten-Wettrüsten mitzumachen, das in der Nachbarschaft praktiziert wird, aber auch wir haben einige Zugeständnisse an das bevorstehende Fest gemacht und unsere Bude ein wenig weihnachtlich dekoriert. To get into the spirit, you know.

Samstag, 22. Dezember 2007

Frohes Fest, Happy Christmas and Joyeux Noël!

Foto: Wikimedia


Statt Karten... auf diesem Wege wünschen wir allen Blog-Lesern erholsame Feiertage, einen guten Rutsch ins neue Jahr und das Allerwichtigste: Bleibt gesund, anders wär' nämlich schlecht (frei nach Ullala Schmidt)!

Besonders denken wir in diesen Tagen an Mom, Dany&Phil mit "Paul", Kai&Nicy mit Ylva, "Oma", Monika mit Jonas, die Magers vom Bodensee, Tante Sigrid, Dieter&Käthe, die Wielands, Frau Wagner und Gatte, Familie Preusse, den besten Freundinnen von allen: Birgitt (Schweinebacke) und Ulli, den besten Freunden von allen: Stephan und Frank mit Anhang, alle "alten Männer", Steffi, Marion & Co., Marco und Familie, Günter S., Micha H., Familie Henning, Christiane K. und die Exkollegen von Air Liquide und Keramag/Sanitec.

In unsere Wünsche wollen wir auch die frischgebackenen PR's Familie Meier (auf dem Weg in den wilden Norden) und Familie Malinowski (auf den Weg in den wilden Osten) einschliessen. Wir wünschen Christiane und ihren Kids viel Kraft und Jane, Pam und Igor mit Familien Happy Holidays. Wir grüssen Rita und Family, die Neumanns, die Schreiners, die Neitzers, die Kluges, Luzie und Masoud, die Homesteaders Petra und Ursina, die Münchs aus Virginia (danke für ALDI schönen Leckereien), Sabina aus Brisbane
(Downunder), Pat&Ritchi auf ihrem Weg nach Mittelerde, Präriegirl, Kollegin Alison und Geburtstags"kind" Manuel, Holger (er weiss schon, wer gemeint ist), Mike und Cliff, den Zehenlosen. Und liebe Grüsse an alle hier noch Ungenannten, Vergessenen oder Verschollenen. Wer noch genannt werden möchte, darf uns gern eine Nachricht hinterlassen. Das Jahr war schön mit Euch und wir freuen uns auf eine Fortsetzung in 2008! Vielen Dank für Euer Interesse, Eure Anregungen und Kritik. Bleibt uns gewogen!

Die MAGERS aus Calgary

Donnerstag, 20. Dezember 2007

Joyeux Calvaire!

Ganz im Sinne unserer franko-kanadischen Weiterbildungsmassnahme sind wir auf die Schneidigen Viehtreiber einer Folk-Rock Band aus Quebec, aufmerksam geworden. Das Wort Calvaire gehört in die selbe Kategorie wie Tabernak... wieder etwas Wertvolles für's Leben gelernt.

Lecker!

Auf Christina's Blog, einer Kanadierin, die seit 1990 in Deutschland lebt, sind wir über Lebkuchen, Spekulatius, Pfeffernüsse und natürlich Dominosteine gestolpert. Gut, das wir mit Carepaketen aus "aller Welt" rechnen dürfen, sonst wären wir jetzt neidisch.

Dienstag, 18. Dezember 2007

Weihnachtstrubel in NYC

Roland war letzte Woche auf Geschäftsreise in New York State, und da bot sich natürlich an, das Wochenende in New York City zu verbringen. Sonja setzte sich also am Freitag in den Flieger und wurde in JFK von Roland und seinem Kollegen Igor in Empfang genommen.



New York vor Weihnachten ist total verrückt. Menschenmassen ungeahnten Ausmasses drängeln sich über die Fifth Avenue, auf dem Times Square und am Rockefeller Plaza, um Weihnachtseinkäufe zu erledigen. Letzterer war so voll, dass wir dem berühmten Weihnachtsbaum nur auf etwa 50m nahe kamen. Keine Chance auf eine Grossaufnahme! Spass macht der Weihnachtsbummel da eigentlich nur, wenn man nichts einkaufen muss und stattdessen den Trubel beobachten kann.

Zwei Top-Empfehlungen haben wir dann aber auch noch. Zum einen das italienische Restaurant
Sant Ambroeus, eines der besten, in dem wir bisher gegessen haben (zum Nachtisch unbedingt das Birnen-Sorbet probieren!); zum anderen die deutlich preisgünstigere und stressfreiere Variante des Weihnachtseinkaufes in New York, die Woodbury Outlet Mall, etwa eine Autostunde von NYC entfernt. Hunderte von Designer Outlet-Stores, zum Teil dramatisch preiswert! Wir haben zum Beispiel bei Levi's 4 (vier) Jeans für 100 USD erstanden, also etwa 70 Euro! Von Downtown New York kann man übrigens mit dem Bus dort hin gelangen.

Glücklich und erschöpft kehrten wir am Montag nach Calgary zurück. Glücklich vor allem deshalb, weil unser Flug einigermassen problemlos ablief, während Flüge in den Norden (Montral, Ottawa) zum Teil Stunden Verspätung hatten oder ganz ausfielen. In Nordamerikas Osten ist der Winter eingekehrt, teilweise mit einem Fuss Schneefall...

Mittwoch, 12. Dezember 2007

Management Summary

So, auf speziellen Wunsch von Marco und für alle anderen blogmüden LeserInnen gibt’s eine Zusammenfassung der Ereignisse des Jahres 2007:

Januar:
Zurück aus Deutschland via Toronto, wir werden Filmstars, Cliff verliert seine Zehen und unser Auto gewinnt ein deutsches Nummernschild.
Februar:
Heisskalt mit splitternackten Damen und brasilianischem Karneval, Hundeschlittenrennen und Schneechaos in Edmonton
März:
Winterdepressionen und eine Reise nach New York
April:
Frühlingsgefühle, Italienisches und der Beginn des dritten Jahres in Kanada
Mai:
Good Bye Toyota, hello Audi Quattro, es schneit immer noch und wir geben Interviews.
Juni:
Zwei Wochen Ferien im Nordwesten der USA. Norbert ist tot.
Juli:
Hitzewelle, Stampede und Fussball-WM in Edmonton
August:
Deutsches Treffen in Edmonton und ein Ausflug in den hohen Norden
September:
Invasion der Schwiegermütter, Cliff fährt heim, Bärenalarm, es schneit schon wieder und wir gehen zurück auf die Schulbank.
Oktober:
Booneville, Evansville und andere Orte, die man nicht ohne weiteres auf der Landkarte findet.
November:
San Francisco, Gefährliche Begegnungen und Träumereien
Dezember (Preview):
New York im Weihnachtswahn

Näh, watt schön!

Calgary ist gerade zur lebenswertesten Stadt Kanadas, ach was, gleich ganz Nordamerikas gewählt worden (nun ja... fast, nur Washington, DC und Austin, Texas sollen besser sein), weiss jedenfalls CTV zu berichten.
Aber das Alberta ein wunderschöner Platz zum Leben ist, sieht man auch auf diesem Video des Kanadischen Country Sängers Paul Brandt. Über Musik lässt sich ja bekannterweise streiten, aber die Landschaft passt einfach dazu.

Mittwoch, 5. Dezember 2007

Kleine Kostbarkeiten

Wie konnte das passieren? Dieser hervorragende Laden hat es geschafft, sich zweieinhalb Jahre vor uns zu verstecken. Der Name Paolini's leitet zunächst etwas in die Irre. Denn dieses Delikatessengeschäft hat eine kleine, aber feine Auswahl an deutschen, österreichischen und schweizer Spezialitäten, dazu eine echte Metzgerei mit einem wunderbaren Angebot an Fleischsalat, Zwiebelmett und man lese und staune: Teewurst. Da wird der Gatte begeistert sein, wenn ihm Frau das heute abend vorsetzt. Vielen Dank an unsere Nachbarin/Kollegin Alison für den klasse Tipp!

Sonntag, 2. Dezember 2007

Bundesliga und Chinesisches TV

Unter einer Milliarde Chinesen müssen ja auch ein paar sein, die sich für Bundesliga-Fussball interessieren. Anders ist es nicht zu erklären, dass man dort tatsächlich einige Erstligaspiele live überträgt und freundlicherweise sogar ins Internet streamt. Man braucht nur ein entsprechendes Programm und eine Quelle, wo man denn nun das Spiel streamen kann. Und natürlich Windows, aber das ist auf heutigen Macs ja glücklicherweise kein Problem mehr.

Und so konnte Roland heute tatsächlich Bielefeld - Bayern live gucken. Ist jetzt natürlich nicht gerade die Hammerbegegnung, aber immerhin: es klappt! An den chinesischen Kommentar gewöhnt man sich schnell, wir haben ja auch Fassbender und Kürten überlebt! Es lebe das Internet!

Samstag, 1. Dezember 2007

Heisshunger

Zu jedem Wetter gibt es ein geeignetes Essen... und bei Schnee passt am bessten Grünkohl nach Mom's Rezept mit geräucherten Würstchen und kandierten Kartoffeln. Mit Vorfreude haben wir sämtliche üblichen Verdächtigen abgegrast, doch nirgendwo wurde das Objekt der Begierde als Frischware angeboten. Die Verzweiflung trieb uns dann in den Superstore, um wenigstens das eingedoste Produkt zu besorgen, und dann die Tränen in die Augen, denn die Reihe mit den Grünkohldosen war LEER! Da hatten wohl noch mehr Deutsche die gleiche Idee... na gut, jetzt gibt es eben Wirsing.

Der Herr des Hauses zog sich dann zu einer kreativen Schaffenspause (eine typische Samstagnachmittagsbeschäftigung) zurück... um die Frau des Hauses nicht beim Haushalten zu stören...

Wetter, Wetter, Wetter

Es wird kalt im Staate Kanada, und das bedeutet "Hausarrest". Vorräte aufgestockt? Kamin funktioniert? Ein Computer pro Person im Haushalt und Internet? DVD- und Büchersammlung aktualisiert? Na, dann kann der Winter ja loslegen. Wie schön, dass wir nicht mehr Schneeschaufeln müssen und unser Auto ein warmes Plätzchen in der Tiefgarage hat. Und nach Eröffnung des hauseigenen Fitness-Centers kann (könnte) man oder frau sich sogar indoor körperlich betätigen.

Donnerstag, 29. November 2007

Opfer tragischer Umstände

Ein erfahrener Jäger geht im Wald “verloren” und wird Tage später tot aufgefunden. Aufgrund von Bären-Spuren am Fundort wird vermutet, das er möglicherweise von einem Grizzly “erlegt” wurde und nicht wie geplant, anders herum. Wir nennen das mal Berufsrisiko. Ob der Grizzly tatsächlich die Tat beging, oder bloss einen Snack am leblosen Jägersmann zu sich genommen hat, spielt keine Rolle, denn für den Kontakt mit dem Menschen wird er wohl leider zum Tode verurteilt. Armer Bär! Quelle: Calgary Herald

Montag, 26. November 2007

In die Wildnis 2: Umkleidekabinen





Ein weiteres Beispiel für die gnadenlose Knappheit an Arbeitskräften in Calgary ist der Zustand der Umkleidekabinen bei "The Bay", dem Kaufhof/Karstadt Kanadas. An einem Samstagabend türmt sich die anprobierte, aber nicht für gut befundene Ware METERHOCH in den Kabinen! Viel besser sah es übrigens im Laden auch nicht aus. In der gesamten Herrenabteilung kämpften gerade mal drei tapfere Mitarbeiter mit den Kassen, den Kunden und den sich auch dort stapelnden Klamotten.

Die Kassen waren noch nicht einmal vorprogrammiert, um die gerade statt findende Rabattaktion (beim Kauf von zwei Hemden kostet das zweite nur 50%) zu berücksichtigen. Die Kunden mussten also den Mitarbeitern im Laden zeigen, dass das Sonderangebot für die gekaufte Ware tatsächlich gültig ist!

Das Wort "Beratung" sollte man in diesem Zusammenhang natürlich gar nicht mehr in dem Mund nehmen. Wir erinnern uns noch an Zeiten, als man keine fünf Meter bei The Bay zurücklegen konnte, ohne von einem Kundenbetreuer angequatscht zu werden. Lang ist's her!

Sonntag, 25. November 2007

In die Wildnis


Nach langer Abstinenz hat uns mal wieder ein Film ins Kino gelockt: Die Verfilmung von Jon Krakauer's Erzählung
Into the Wild über einen jungen Aussteiger, dessen Leiche 1992 in Alaska gefunden wurde. Der an Originalschauplätzen gedrehte Streifen nimmt einen mit auf die Reise und rekonstruiert die Erlebnisse und Begegnungen der letzten zwei Jahre dieses Mannes, dessen Ausbruch aus seinem spiessbürgerlichen Leben zwar gelingt, der aber an praktischen, lebensnotwendigen Dingen (z.B. Wie bereitet man sich auf ein Leben in der Wildnis vor?) und an seiner Unfähigkeit, Beziehungen aufzubauen, scheitert. Und nicht von ungefähr erinnern wir uns daran, dass genau vor einem Jahr unser britischer Freund Cliff in die Wildnis aufgebrochen und beinahe nicht mehr zurückgekehrt wäre. Bei beiden stellen wir uns die Frage: Was treibt diese doch ähnlichen Charaktere an: Naivität und träumerischer Idealismus oder einfach bodenlose Selbstüberschätzung und gefährliche Dummheit?

Dienstag, 20. November 2007

Personennahverkehr... ick hör dir trappsen!

Es ist beschlossen, schon bald bekommt auch der Westen seinen Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr. Fertiggestellt wird dieser dann wahrscheinlich sein, wenn der Boom schon lange vorbei ist, aber es ist ja die Idee, die zählt! Auch wenn diese Idee nicht ganz neu ist, bzw. genauer gesagt schon aus den 80er Jahren stammt.

Sonntag, 18. November 2007

Blöde Idee

Der Himmel versprach wieder einen spektakulären Sonnenaufgang und so hatte Frau des Hauses die Idee, joggen zu gehen. Schnell noch den Wetterbericht gecheckt (3 Grad plus, kein Problem) und los ging es. Die Motivation ging dann genauso schnell wieder abhanden, denn die Temperatur fühlte sie doch eher kühler an, die Temperaturanzeige an einem Haus hatte minus 2 Grad angegeben, mit Windchill machte das schon frische minus 7 aus. Kein Wunder also, dass frau sich mit schmerzenden Muskeln und gefrorener Lunge erstmal eine halbe Stunde unter der Dusche auftauen musste. Jetzt sitzt sie mit Wolldecke und dampfendem Tee vorm Kamin und ist davon heute wohl nur noch operativ zu entfernen... Wenigstens sind die Fotos ganz nett geworden.

Die anderen können es ja sowieso besser

Warum hat ein Land mit über 30 Mio Menschen eigentlich keine eigene Automarke? Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts gab es einen einzigen Versuch: die Russell Autos von CCM. Dank Ford und seines Fliessbands war es jedoch günstiger, in den USA motorisierte Fahrzeuge zu produzieren. Ausserdem wäre der Markt nicht gross genug für eine eigene Marke, weiss Jack Thompson von der CMDA. Was würden wohl Volvo und Saab dazu sagen? Gleich zwei Firmen, die für eine handvoll (9 Mio) Schweden Fortbewegungsmittel entwickelt und produziert haben?

Freitag, 16. November 2007

Fassungslos!

Das ist Kanada? Ein polnischer Immigrant wurde am Flughafen von Vancouver von der Polizei nieder getasert und
an den Folgen. Robert Dziekanski wartete offensichtlich bereits seit mehreren Stunden auf seine Mutter, war wahrscheinlich übermüdet, hungrig, hilflos, irritiert und war nicht der englischen Sprache mächtig. Draussen wiederum versuchte seine Mutter, etwas über den Verbleib ihres Sohnes herauszubekommen, wurde aber immer wieder abgewimmelt. Über die Zeit wurde der Mann immer agitierter und verstörter und fing an, mit Dingen um sich zu werfen, worauf die Sicherheitskräfte die Polizei einschalteten. Ein Dialog mit dem "Täter" fand gar nicht erst statt. Offensichtlich wurde der Pole direkt als Bedrohung der vier (!) Polizeibeamten angesehen, die dann schnell zum Taser griffen. Diese schockierende Situation wurde von einem Fluggast gefilmt; das Video wurde zwar von der Polizei beschlagnahmt, später jedoch nach Androhung rechtlicher Konsequenzen frei gegeben und steht nun den Medien und auch auf
zur Verfügung. Ein unrühmliches Bild kanadischer Polizeiarbeit! Die Polizisten sind übrigens immer noch nicht vom Dienst suspendiert worden. Ganz Kanada ist zutiefst betroffen und fassungslos, dass so etwas hier passieren kann! Szokujący!

Holy Smoke!

Bei unseren Nachbarn (den Tsuu T’ina Nations) wird in diesem Winter ein
eröffnet. Nicht das wir uns für einarmige Banditen oder Roulette interessieren… Das Faszinierende ist daran, dass auf dem Boden der First Nation andere Gesetze gelten, als auf Provinz- oder Landesebene. Erstmal ist Glückspiel erlaubt (was ja schon keiner braucht), aber wir können nachvollziehen, dass die Natives den reichen Calgarians gern das Ölgeld aus der Tasche ziehen wollen. Zum anderen gilt das Rauchverbot in der Öffentlichkeit nicht, d.h. dort darf in Restaurants (yikes!) und vor allem am Spieltisch (whatever!) geraucht werden. Es soll sogar Leute geben, die tatsächlich schon darauf warten, dass sie mal wieder eine feiste Kubanische dampfen können, ohne sich dafur im Keller einschliessen zu müssen. Quelle:


Etwas Positives hat das Ganze jedoch, denn wir konnen ja in unserem Appartment nur begrenzten Platz für Gäste anbieten. Es sollen nämlich auch etwa hundert Hotelzimmer zur Verfügung stehen, und das, wie gesagt ganz in der Nähe.

Donnerstag, 15. November 2007

Keine Nummer unter diesem Anschluss

Auf jedem Formular muss man seine Telefon-Nr bekannt geben, oft auch aus gutem Grund. Leider landen aber auch immer wieder Cell phone Nummern bei Tele-Marketers. Manchmal ist nur eine Umfrage, aber meistens will einem eine fast unverständlich klingende Stimme mit asiatischem Akzent von günstigen Versicherungsverträgen bis zu Urlaubsreisen alles mögliche verkaufen oder einem zum Wechsel des Telefonanbieters oder der Bank überreden. Selbst ein klares “wir sind nicht interessiert an Geschäftsabschlüssen am Telefon” hält diese Leute nicht davon ab, einen weiterhin mit Anrufen zu bombardieren. Lässt man sich von einer Telefonliste entfernen, scheint man automatisch in der nächsten zu landen. Inzwischen beantworten wir schon keine Anrufe auf dem Handy mehr, wenn wir die Nummer nicht kennen. Ist eine Caller-ID im Display, können wir zumindest auf dieser Webseite prüfen oder anfragen, welcher Anrufer hinter dieser Nummer steckt oder was dieser beabsichtigt.

Montag, 12. November 2007

Nicht kleckern, sondern klotzen!



Ein Wohnmobil steht ja noch auf unserer Wunschliste... wahrscheinlich wird es da auch stehen bleiben. Aber... wenn die Frau des Hauses eines aussuchen dürfte, würde es wohl so eines werden. Die passende Espresso-Maschine dafür hätten wir schon, nur das Fahrzeug drumherum fehlt noch...


Mehr Bilder von dem Schmuckstück
hier.

Networking

Durch zahlreiche Kontakte im WWW oder auch durch Norbert’s Einwanderergruppe “Deutsche in Calgary” ist inzwischen ein wertvolles Netzwerk und sind sogar neue Freundschaften entstanden. Es werden Kontakte geknüpft, Informationen und Erfahrungen ausgetauscht, “Taxi” gefahren, Wohnungen vermittelt oder im Einzelfall auch mal Haushaltswaren oder Möbel “weitervererbt”. Der eine kennt sich am Computer aus, der nächste eher beim Auto, der andere weiss, wie man Regale aufbaut, wieder einer hat tolle Einkaufstipps zu bieten und ein anderer kann vielleicht bei der Jobsuche behilflich sein. Funktionieren kann so etwas natürlich nur, wenn sich alle beteiligen. Networking ist keine Einbahnstrasse. Eine Hand wäscht die andere. Ist das der Canadian Spirit oder die gute deutsche Nachbarschaftshilfe? Und dass das Netzwerk auch virtuell funktioniert, haben wir sogar schon durch den Genuss mitgebrachter oder verschickter “Care-Pakete” von Kanada-Fans und Urlaubern erleben dürfen. Sogar ALDI ist dann plötzlich gar nicht mehr sooo weit weg... man muss nur mal eben einen Einkaufszettel an die richtige Person in den Osten der USA schicken... Für all diese guten Dinge möchten wir uns an dieser Stelle mal ganz herzlich bei den VersenderInnen bedanken.

Götterdämmerung

Heute morgen vor Sonjas Bürogebäude...

Sonntag, 11. November 2007

Diashows: San Francisco vs. Seattle

Sonja war wieder fleissig und hat eine kleine Diashow unseres San Francisco-Wochenendes zusammengestellt:



Wo sie schon dabei war, hat sie auch gleich eine Diashow unseres Seattle-Besuchs im Juni drangehängt. Viel Spass!


Sonntag, 4. November 2007

Alcatraz und Rose Pistola




Wenn man in San Francisco ist, ist ein Besuch von Alcatraz, der alten Gefängnisinsel, natürlich Pflicht! Die Touren sind im Normalfall weit im Voraus ausgebucht, aber zum Glück hatten wir uns schon am Freitag um Tickets gekümmert. Die Fährfahrt dauert nur ein paar Minuten, und schon ist man auf The Rock! Wir hatten eigentlich mit einer geführten Tour gerechnet, aber tatsächlich kann man sich auf der Insel frei bewegen, mit Ausnahme der abgesperrten Bereiche. Es ist schon ziemlich beeindruckend, die Gefängniszellen von Al Capone und dem Birdman aus der Nähe zu betrachten: Gerade mal vier Quadratmeter, ein Klo, ein Mini-Waschbecken, eine Pritsche, ein kleiner Tisch und ein Hocker sowie für die, die sich besser benahmen, ein Bücherbord. Früher konnte man sich wohl auch kurzzeitig in die Zellen einschliessen lassen, doch seitdem während der Dreharbeiten zum Film "The Rock" der Öffnungsmechanismus versagte und die Leute für Stunden eingesperrt waren, wird das nicht mehr gemacht.

Von diesen Eindrücken hungrig gemacht, suchten wir uns ein schönes Restaurant im italienischen Viertel, das
Rose Pistola. wo wir Pizza, Pasta, San Daniele Schinken auf Birnen und natürlich italienische Desserts schlemmten. Eine Ecke, wo man sich wirklich vorkommt wie in Italien!

Samstag, 3. November 2007

Ein Sommertag im November


So ist das also, wenn das öffentliche Verkehrsnetz funktioniert, pünktlich und preiswert ist (ein Trip kostet $1,50) und auch noch Sinn macht. Da sind wir ja von Calgary nicht gerade verwöhnt. 
Mit der Linie 21 ging es also am Morgen zum Alamo Square, um das klassische Motiv der Painted Ladies fotografisch festzuhalten. Ein Spaziergang durch die Nachbarschaft brachte uns an der City Hall (und dem Apple Store) vorbei dann wieder Richtung Hotel. Die Mittagspause verbrachten in einer kleinen Gasse im Restaurant Café Bastille. Am Nachmittag standen China Town und das Chinesisch-Amerikanische Museum auf dem Programm. Dann erklommen wir den Hügel zum Coit Tower und genossen die klare Rundumsicht vom Turm aus. Das Wetter war traumhaft, bei 24 Grad und Sonnenschein… in Calgary waren es heute gerade mal 5 Grad. Was für ein Unterschied!

Freitag, 2. November 2007

San Francisco, benebelt

Sonja hat's mal wieder nicht zuhause ausgehalten, und so haben wir schnell entschlossen einen Last Minute Flug nach San Francisco gebucht. Hier sind wir in einem netten alten Downtown Galeria Park Hotel unter gekommen. Obiger Schnappschuss dieser Webcam zeigt sehr schön, welches Wetter wir am nächsten Morgen hatten...


Der Nebel hatte uns tatsächlich fest im Griff. Nach abenteuerlicher Anfahrt per Cable Car begaben wir uns daher direkt ins Buena Vista, bekannt für seinen Irish Coffee. Der anschliessende Besuch des Fisherman's Wharf gestaltete sich zwar zu einer etwas milchigen Angelegenheit, aber das störte uns dank Genuss besagten alkoholischen Gesöffes nicht mehr.

Gegen Mittag brannte sich dann aber doch die Sonne durch die Suppe und blieb uns Rest des Tages treu. Noch innerlich benebelt entschieden wir uns, ein weiteres Abenteuer der Fortbewegung zu suchen, das Fahrrad. 



Wir mieteten uns also diese Geräte bei Blazing Saddles und radelten fröhlich Richtung Presidio, über die Golden Gate Bridge und runter ins beschauliche Sausalito, wo wir ein kräftigendes Mahl im Bistro Cafe Trieste genossen. 
Danach ging es durch Marschland auf der Nordseite der Bucht weiter bis Tiburon, wo eine Fähre zurück nach SF auf uns und unsere wunden Hintern wartete. Eine historische italienische Strassenbahn (Streetcar - wieder ein anderes Fortbewegungsmittel) hat uns dann für $1.50 wieder zum Hotel gebracht. Nach dieser Tortur haben wir uns entschlossen: Morgen werden wir nur laufen!

Mittwoch, 31. Oktober 2007

Schnäppchenjäger… my ass!

Der kanadische Dollar hat heute zwischenzeitlich einen neuen Rekordhöchststand von US$ 1.0621 verzeichnet. Genau genommen ist das allerdings nicht ganz korrekt, denn BEVOR der Staat Kanada gegründet wurde, hat es im Jahr 1864 mal einen Kurs von US$ 2.78 gegeben, als Folge des US-Bürgerkriegs...

Das Dauerhoch des Kanadischen Dollars lässt Schnäppchenjäger’s Herz höher schlagen. So begibt man sich mal eben über die Grenze und kauft sich einen tollen neuen Wagen für viel weniger Geld. Da kann man zum Beispiel für einen Audi A6 bis zu 30,000 $ sparen... An der Grenze gibt’s noch keine Probleme, dafür aber bei der Zulassung im Heimatort. So geschehen einem Käufer, der nun sein Auto in der Auffahrt stehen lassen muss, weil das Modell in Kanada nicht registriert ist. Schuld hat natürlich der Händler, bzw. Hersteller und nicht der Kunde… Wohl dem, der sich vorher auf der
Transport Canada Webseite schlau macht, was er denn einführen darf. Wir Immigranten wissen das natürlich ;-)

Quelle:
ctv

Sonntag, 28. Oktober 2007

Ausser Spesen nichts gewesen

Photo: Wikipedia

Roland hat mal wieder eine Dienstreise gewonnen, diesmal zur Schwester-Gesellschaft in Evansville, Indiana. Um dort hin zu kommen, muss man zweimal umsteigen (Minneapolis und Detroit), also muss man für die An- und Abreise jeweils einen ganzen Tag einplanen. Glücklicherweise haben die Anschlüsse gut funktioniert, so dass Roland ziemlich pünktlich nach 14 Stunden Reise um 9 Uhr abends im Hotel aufschlug.

Evansville nennt sich "All-American City" und versprüht auch einen dementsprechenden Charme. "We honour our Soldiers"-Plakate sind genauso allgegenwärtig wie Fastfoodketten oder Polizeiwagen, aber die Menschen sind sehr freundlich und vermitteln einem ausserdem den Eindruck, dass man selber doch sehr schlank ist. Die Landschaft erinnert sehr an NRW, nur der Rhein und der Dom fehlen. Es gibt wohl auch eine relativ grosse deutsche Gemeinde inclusive einiger deutscher Restaurants, die Roland allerdings diesmal noch nicht besuchen konnte. Die Lokale Spezialität ist übrigens Frittiertes Kalbshirn-Sandwich... Roland hat nicht wirklich einen Grund finden können, warum man in Evansville leben wollte; er war nach vier Tagen sehr froh, wieder in Kanada zu sein!

Mittwoch, 24. Oktober 2007

Wetter... extrem

Heute nachmittag blies noch der Chinook und brachte uns 22,5 Grad plus und gerade präsentiert sich draussen ein Winter Wonderland bei Null Grad.

Sonntag, 21. Oktober 2007

Alle Jahre wieder

... ist Inventur-Zeit in Sonja's Company. Obwohl die Belegschaft aus immerhin fast 50 Mitarbeitern besteht, waren Freiwillige doch eher in der Minderheit, so dass hier die Unterstützung der kaufmännischen Belegschaft gefordert war (und gemeint ist GEFORDERT, denn es handelte sich hier um eine Pflichtveranstaltung). So versammelte sich denn am Samstag um 7 Uhr morgens das Management (nebst einiger rekrutierter Familienmitglieder: auch Roland war dabei) und wartete auf die Befehle des des gerade neu ernannten Materials Managers. Wer konnte das sein? Sonja natürlich, die erstmal statt eines gezwitscherten "Good Morning, Sir" den Boss anpfiff, wo denn Kaffee und Donuts für die Mannschaft seien. Er zog dann tatsächlich noch einmal los und besorgte uns den Tim Hortons's Fix, wie sich dass für eine ordentliche kanadische Inventurverantaltung gehört. Der phillipinische Warehouse Manager hatte bereits einen tollen Job hingelegt und das Lager tip top aufgeräumt, so dass das Zählen schon fast ein Vergnügen war. Die Kanadier waren heute eindeutig mal wieder in der Minderheit. Das internationale Zählteam bestand aus einem Philipino, einem Koreaner, einem Chinesen, fünf Deutschen und sechs Kanadiern. Fahrplangemäss um Punkt 16 Uhr war die Inventur erledigt. Am Ende des Tages fragte Sonja's Boss, ob er nicht noch mehr Deutsche einstellen sollte... warum nur? Die Auswertung wird natürlich heute erledigt, schliesslich soll die Firma am Montag ja wieder arbeitsfähig sein...

Donnerstag, 18. Oktober 2007

Gefährlicher Verkehr

Wir heute auf cbc berichtet, gab es in Alberta im Jahr 2006 453 Verkehrstote, immerhin 13 weniger als im Jahr zuvor. Neun von zehn Verkehrsunfällen werden durch "schlechtes Fahren" verursacht, wie z.B. zu wenig Abstand, Abkommen von der Fahrbahn oder Linksabbiegen trotz Gegenverkehrs. NRW mit seinen 18 Millionen Einwohnern hatte übrigens laut wdr im ersten Halbjahr 2005 402 Verkehrstote zu beklagen. Im mit nur gut drei Millionen Menschen besiedelten Alberta ist also die Wahrscheinlichkeit eines tödlichen Verkehrsunfalls drei mal so hoch wie in Nordrhein-Westfalen!

Da hilft nur eins: Augen auf im Strassenverkehr, und immer den siebten Sinn eingeschaltet lassen!

Es gibt Reis, Baby!

Smarter werden und auch noch etwas Gutes tun, kann man auf der Schwesterseite von POVERTY.COM. Auf www.freerice.com gibt's einen Vokabeltest, der bei jeder richtigen Antwort 10 Reiskörner an die hungernden dieser Welt spendet. Wir waren heute schon mal mit 300 Reiskörnern dabei und sind wieder etwas schlauer geworden.

Montag, 15. Oktober 2007

Herbst in Waterton





Das wunderbare Herbstwetter hat uns wieder 'rausgelockt. So sind wir zum 280km entfernten Waterton Nationalpark und haben uns in der Waterton Lakes Lodge mit Wirlpool und Kamin eingebucht. Es war das letzte Wochenende vor der Winterpause, Wirlpool und Kamin funktionierten nicht, ein Abendessen gab's auch nicht und der restliche Service war lausig. Machte aber nix, denn wir hatten bereits mit diesen Engpässen gerechnet und uns auf Selbstversorgung eingerichtet. Schliesslich ergab ein kleiner Komentar beim Checkout von Roland "we were not entirely happy..." noch einmal einen kräftigen Nachlass. Wie schon bei den letzten Besuchen in Waterton hat uns die Vielfalt der Tierwelt begeistern können. Die Fitness kam auch nicht zu kurz, denn wir waren am Cameron Lake wandern, haben am Akamina Lake einen Elch beim Tauchen beobachtet und sind durch den Red Rock Canyon gelaufen. So ein kleiner Urlaub ist doch was Schönes!

Montag, 8. Oktober 2007

Walking in Memphis

Foto: wikipedia

Roland war mal wieder auf Dienstreise in den USA, diesmal in Booneville, Mississippi. Um dort hin zu gelangen, nimmt man einen Flieger nach Memphis, Tennessee, und da kommen einem unweigerlich dutzende von Songs zu Bewusstsein, die man über diese Gegend kennt...

"Mississippi Delta is shining like a National Guitar" aus Paul Simon's "Graceland" ist eine Textzeile, die man erst versteht, wenn man sich im Landeanflug auf Memphis befindet. Das "Black Water" (Doobie Brothers) der verschiedenen Nebenarme des Mississippi durchzieht die Landschaft tatsächlich genau so, wie die Löcher die National Guitar schmücken (zu sehen zum Beispiel auf Dire Straits' "Brothers in Arms"-CD).

"Move to Memphis" von a-ha kommt einem natürlich genauso in den Sinn wie Marc Cohn's "Walking in Memphis", und dann zieht sich die Gedankenkette schnell über "Calling Elvis" (Dire Straits) zu sämtlichen Elvis-Songs, die man bewusst oder unbewusst im Hirn gespeichert hat (Roland's Chef hat ihn übrigens noch live in concert erlebt). Für einen Besuch von Graceland hat die Zeit allerdings leider nicht gereicht.



Auch wenn Musik an allen Ecken und Enden gegenwärtig ist, auch wenn die Landschaft leicht hügelig und wunderschön bewaldet ist, so ist das aber trotzdem keine Gegend, in der wir leben könnten. Das liegt zum einen an Schildern wie "We came to Fight" am Gebäude des örtlichen Militärgedenkvereins in Booneville oder "Nehmen Sie Ihre Waffe jetzt ab" vor dem Security Check am Flughafen, zum anderen an der grauenhaften lokalen Küche: alles wird frittiert oder komplett zerkocht.

Einen echten Elvis hat Roland übrigens auch noch gesehen. Beim Zwischenstopp am Flughafen in Houston, ein Geschäftsmann mit Elvis-Frisur, -Brille und -Outfit. Gesungen hat er nicht...

Sonntag, 7. Oktober 2007

Yaba (Yet Another Bloody Acronym)

Im Umgang mit britischen Kollegen ist es uns nie so extrem aufgefallen, im kanadischen Sprachgebrauch um so mehr… der Aküfi. Täglich ist man umgeben von MPS, MOQ, PPV, ECR, SOD, GL und so weiter... http://www.abbreviations.com/ hilft dann bei der Sprachverwirrung schon mal auf die Schnelle weiter.

Freitag, 5. Oktober 2007

Bei den Ossis ist es auch ganz nett!

Besonders empfehlenswert ist die Website von Ian Coristine. Der Fotograf hat die 1000 Islands in Ontario, am Abfluss des Ontario Lake in den St. Lorenz-Strom, zu seinem Hauptthema gemacht. Aus gutem Grunde...
Da müssen wir auch noch hin!

Dienstag, 25. September 2007

Das Verb "Aitr"

Von den vielen Dingen, die wir uns für dieses Jahr vorgenommen hatten, haben wir wenigstens eines in Angriff genommen. Wir haben uns nämlich am Mount Royal College für Französisch eingeschrieben. Das Lerntempo ist hoch und bisher definitiv den Preis wert. Allerdings haben wir manchmal noch einige Verständigungsprobleme mit Madame le Professeur aus Quebec. So haben wir nicht sofort geschnallt, dass mit "Aitr" das Verb "être" gemeint war. Wenn wir dann gegen halb zehn abends zuhause ankommen, fühlen wir uns an die Zeiten erinnert, in denen wir in Deutschland von der Arbeit kamen... jetzt gibt's nur noch eine Episode HOUSE MD (die neue Staffel hat gerade begonnen), und dann geht's aber ab ins Bett. Salut und a la prochaine!

Montag, 24. September 2007

Herbstimpressionen

...aus unserem Viertel, ein paar Tage alt. Mittlerweile haben die meisten Bäume allerdings schon ihr Kleid abgeworfen.