Montag, 4. Dezember 2006

Magers rasendes Immigranten-Taxi

Samstag ist Roland mit Dragan, Cliff’s Vermieter, ins Kananaskis gefahren, um Cliff’s Auto abzuholen, das dort seit seinem Abenteuer am Upper Kananaskis Lake auf sein Herrchen wartete. Die Eigentümer einer Tankstelle hatten sich freundlicherweise in der Zwischenzeit des verwaisten Fahrzeuges angenommen. Dragan passte das ganz gut, denn sein Jetta war gerade in der Werkstatt, und Cliff hatte ihm angeboten, dass er solange den Subaru benutzen könnte. Nach eineinhalbstündiger Fahrt fanden Roland und Dragan die Tankstelle, übernahmen die Autoschlüssel, starteten den Wagen und freuten sich, dass er sofort ansprang. So weit, so gut! Wenn Dragan nicht noch den Drang nach einem Zigarettchen verspürt und bei laufendem Motor die Wagentür von außen zufallen gelassen hätte. Es scheint nämlich eine Eigenart des Subarus zu sein, auf solche Verstöße mit sofortigem Verschließen aller Türen zu reagieren… So standen wir ratlos vor einem verschlossenen Auto mit laufendem Motor. Rein zufällig kam ein Park Warden des Weges, und die sind ja (glaubt man) technisch sehr versiert. Ein kurzer Blick auf den Wagen, und der Warden winkt ab: „Keine Chance, da rein zu kommen!“ Dann stutzt er:  „Ist das nicht der Wagen von dem Kerl, der die Nacht draußen verbracht hat?“ „Ja!“  „Wie geht’s ihm?“ „Besser! Es sieht so aus, als könnte er seine Zehen behalten. Wir schimpfen ihn aber täglich einen Idioten, damit er auf dem Teppich bleibt.“ „Gut so, macht das weiter!“ Zum Abschied richtete er dann trotzdem seine Grüße und gute Besserung aus. Wurde weiter gegeben! Die Lösung des Problems war schließlich der AMA (der kanadische ADAC), in dem Cliff glücklicherweise Mitglied ist. Es dauerte ein Weilchen, aber schließlich kreuzten nach zwei Stunden die kanadischen gelben(?) Engel auf und erlösten Dragan. Unterdessen waren wir schon wieder in Calgary unterwegs zum Flughafen, um den nächsten Koch in Kanada willkommen zu heißen und ihn an seine neue Wirkungsstätte in Bragg Creek zu bringen. Gute Köche sind hier wirklich gefragt, und wir freuen uns über jeden, der die kanadische Küche bereichert! Als Belohnung winkt uns demnächst ein Dessert, das ist nämlich seine Spezialität! Welcome to Canada, Ray(mund)!
Überraschend gut gegessen haben wir neulich dank eines Insidertipps von Prairiegirl im Palomino Smokehouse in Downtown, dessen Spezialität die Zubereitung von Gerichten auf Apfel- und Kirschholz ist. Dazu werden “waffenscheinpflichtige” Knoblauch-Pommes serviert. Yummy! Nicht so toll war, dass wir Zeugen eines Polizeieinsatzes wegen einer Drogenrazzia wurden, aber so etwas ist leider in dieser Ecke der Stadt zur Tagesordnung geworden. Die Polizeipräsenz ist in diesem Viertel entsprechend hoch.
Cliff's Zehen sind immer noch nicht über den Berg, aber wenigstens haben sie die Farbe gewechselt... Ist das gut? Wir wissen es nicht, und die Ärzte wollen noch kein entgültiges Urteil fällen. Die nächsten vier Wochen ist ihm der Krankenhausaufenthalt jedenfalls sicher. In der kommenden Woche werden wir daher seine Familie am Flughafen (wir haben inzwischen schon eine Dauerkarte im Parkhaus) abholen, damit er mal ein wenig Abwechslung in seinem “Einzimmerwohnklo” bekommt.
Ein Wort zur Politik: King Ralph hat abgedankt. Wir haben einen neuen Premier in  Alberta! Am Samstag wurde der Nachfolger für Ralph Klein gewählt, und völlig überraschend machte der krasse Außenseiter Ed Stelmach das Rennen, wohl begünstigt von einer nicht immer freundlichen Auseinandersetzung zwischen den beiden Favoriten. Wenn zwei sich streiten… Stelmach wird als neuer Premier am 15. Dezember eingeschworen. Hoffentlich lässt er bald ein paar Ed-Bucks rüberwachsen!

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