Samstag, 9. September 2006

Herbstboten und Turnierpferde

Morgens um halb sieben ist die Welt noch in Ordnung. Vor allem, wenn man bei einer Tasse Tee auf dem Balkon sitzt und den Sonnenaufgang beobachtet.
Das Laub verfärbt sich zwar so langsam aufgrund der einstelligen Morgentemperaturen, trotzdem wird es tagsüber meist noch 24 bis 26°C warm. Wir hatten einen unglaublichen Sommer, mit gerade genug Regen, dass die Vegetation recht grün geblieben ist.
Am Nachmittag sind wir zum Springreit-Turnier auf Spruce Meadows gewesen.

Gleichzeitig findet auf dem Gelände das 
Festival of Nations mit seinen kulturellen Veranstaltungen und vor allem kulinarischen Genüssen statt.
So gaben wir uns nur kurz dem Pferdespektakel hin und folgten dann unserer Nase. Lecker polnische Würste oder holländische Poffertjes, Alberta Beef-in-a-Bun (das kanadische Gegenstück zum Spießbraten-Brötchen) und Kuchen. Weiterhin wurden landestypische (wir würden sagen: kitschige) Produkte von Verkaufspersonal in jeweiliger Landestracht feilgeboten. Da gab's den deutschen Bierseidel, den australischen Kanguruhlederstiefel, die indianische Pferdedecke oder die dänische Klöppelei, Schottenröcke im britischen Pavillion und belgische Pralinen. Die familiäre Atmosphäre unterschied sich sehr angenehm von vergleichbaren Veranstaltungen in Aachen oder Düsseldorf.

Ein plötzlich aufkommender Sturm mit orkanartiken Windböen erschreckte die Besucher kurzfristig, da plötzlich harmlose Sonnenschirme, Plastikmöbel und Pappgeschirr zu Geschossen wurden und Äste von den Bäumen abbrachen. Aber nach einer Viertelstunde war dieser Spuk wieder vorbei. Wir hatten uns unterdessen in eine VIP-Lounge am Parkur geflüchtet, da wir der Standhaftigkeit der Pavillions nicht trauten, und auf diese Weise noch die heutige Siegerehrung mitbekommen.