Mittwoch, 29. März 2006

Ohne Kommentar...

Heute von Sonja auf http://www.banffgondola.com/ gefunden, was soll man dazu noch Worte verlieren?

Sonntag, 26. März 2006

Alles Neu macht der März

Sonja fand, es wäre Zeit für ein neues Design unserer Homepage, und das war Roland natürlich Befehl... Hoffentlich gefällt Euch unser Design 2006! Wie bei Neuerungen dieser Art üblich, hat sich am Inhalt eigentlich nichts geändert, es sieht alles halt nur ein bißchen anders aus.
Was uns gleich zu einem weiteren interessante Phänomen des kanadischen Konsumswesens führt, nämlich der neuen Verpackung mit dem gleichen Inhalt. Es ist unglaublich, auf wie vielen Produkten wir hier schon den Spruch New Design Same Content! gefunden haben. Wir haben ja die Theorie entwickelt, dass die Marketingabteilungen der Lebensmittelkonzerne aus lauter Langeweile (und Überlebenstrieb?) regelmäßig die Verpackung der Milchtüten und Corn Flakes-Packungen ändern, und damit der Kunde sich nicht zu sehr erschreckt, wird dick und fett eine entsprechende Information mit aufgedruckt. Aber wahrscheinlich ist das kein rein kanadisches Phänomen, Marketing ist wohl überall auf der Welt gleich...  
Wenn alles geklappt hat, solltet Ihr jetzt gerade den Song "Alberta Postcard" von Trout Fishing In America hören können. Das ist ein amerikanisches Duo, das sehr viel Musik für Kinder, aber auch einige Alben für Erwachsene macht. Dieser Song beschreibt ihre Erlebnisse im albertanischen Winter, der so kalt war, dass ihnen die Nase abfror. Wem es gefällt, der kann gerne auf ihrer Homepage den ganzen Song für einen Dollar herunter laden. Sonja hat übrigens die offizielle Erlaubnis des Trout Fishing Managements eingeholt, dass wir ihren Song hier spielen dürfen!
In Deutschland wurde am heutigen Sonntag ja die Uhr auf Sommerzeit umgestellt, wir haben aber noch eine Woche bis zur Umstellung in Kanada. In Nordamerika hat man sich eine tolle Eselsbrücke für das Vor- oder Zurückstellen der Uhr ausgedacht: Im Frühling ("Spring") springt man eine Stunde nach vorne, im Herbst ("Fall") fällt man eine Stunde zurück. Jetzt können wir uns das auch endlich merken! 

Sonntag, 19. März 2006

Timbits

Jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit, werden wir Zeuge eines der interessantesten Rituale, die Kanada zu bieten hat, nämlich der Schlange-Stehen im Drive-In bei Tim Horton's. Das ist die größte kanadische Kaffehauskette - in der Tat mit ganz passablem Kaffee - (Starbuck's ist bekanntermaßen aus Seattle), und berühmt für ihre große und vorzügliche Auswahl an Donuts, dem Nationalgericht der Kanadier. Es soll sogar US-Amerikaner geben, die glauben, Tim Horton sei der kanadische President(!).
Da der Kanadier offensichtlich nicht gerne zuhause frühstückt, sucht er also den nächst gelegenen Tim Horton's auf und stellt sich im Wagen am Drive-Through-Schalter an. Man könnte natürlich auch kurz aussteigen und den Laden in Person betreten, aber das ist offensichtlich nicht dasselbe. Wir zählen regelmäßig die Autos, die anstehen, der Rekord liegt bei 17 (siebzehn!) Fahrzeugen. Roland hat einmal gewagt, eine Kollegin zu fragen, warum sie nicht lieber zuhause frühstückt,. Die Antwort war allen Ernstes "Dafür habe ich keine Zeit." Auf Rolands (typisch deutsche) Anmerkung, dass es ja wohl länger dauern würde, bei Tim's in der Schlange zu stehen als zuhause ein ordentliches Frühstück zu sich zu nehmen, wurde (typisch kanadisch) das Thema gewechselt...
Wir ziehen es jedenfalls vor, jeden Morgen ein paar Minuten gemeinsam am Frühstückstsch zu verbringen, mit Tee oder (Senseo-)Kaffee, Müesli, Corn Flakes oder manchmal auch Brötchen. Das kann kein Tim Horton's Kanadas ersetzen!
Was Timbits sind? Das sind die Teigreste, die übrig bleiben, nachdem die Löcher in Donuts gestanzt wurden. Irgendein cleverer Marketing-Experte hatte wohl die Idee, dass man die Reste als eigenständiges Produkt (Timbits = "kleine Stücke vom Tim") verkaufen könnte. So kann man Timbits nun in allen Packungsgrößen erstehen und sich quasi durch die verschiedensten Donut-Typen durchkosten, ohne gleich einen Zucker- und Fettschock zu bekommen. Empfehlenswert für Kanada-Anfänger!

Samstag, 11. März 2006

Hike Up!

Unser monatliches Expat-Treffen fand an diesem Wochenende aus besonderem Anlass in Canmore statt. Unsere diesmal 12köpfige Truppe deutscher Auswanderer hatte sich für eine Hundeschlittentour zusammen gefunden. Organisiert wurde das Ganze von unserem 'Lead Dog' Norbert und durchgeführt durch das Team. Per Shuttle Bus ging es über eine Serpentinenstraße zum ca. 15 km entfernten Spray Lake, wo die Schlittenhunde auf die abenteuerhungrigen Touristen warteten. Die Schlittenhunde waren von ganz verschiedenem Charakter. Während einige sofort zum Kuscheln und Streicheln einluden, gaben andere ein deutlich hörbares Knurren von sich, wenn man ihnen zu nahe kam. Allen gemeinsam war jedoch, dass sie kaum erwarten konnten, endlich los zu rennen. Zunächst gab es eine kurze Einführung in die Sprache der Schlittenhunde und die Technik des Schlittens.

Hike Up! ist das Start-Kommando, auf das die Hunde so ungeduldig jaulend warten. Und wir haben gelernt: der Befehl
Mush! existiert offensichtlich nur in Kinofilmen à la Disney. Whoaaaaaaaaah! ist ein besonders wichtiges Kommando, dem Schlittenhunde nur sehr ungern nachkommen, denn es heißt: Stop! Normalerweise muss man mittels Bremsen (bitte beide Füße benutzen) diesem Kommando Nachdruck verleihen.

Dann ging es endlich los. Zwei Musher (Roland und Norbert) versuchten, auf den Kufen zu balancieren und sich nicht gegenseitig herunter zu werfen (Es kann nur einen geben!), während Sonja es sich im Schlitten gemütlich gemacht hatte. Wichtig ist, dass man die Hunde zwischendurch motiviert, ihnen gut zuredet und an Steigungen die Last abnimmt, d.h. absteigt und den Schlitten mit schiebt. Etwas, dass unsere beiden etwas konditionsschwachen Musher (Ich dachte, die Hunde machen hier die Arbeit…!?!) auf immerhin 1600 m Höhe schnell aus der Puste brachte. So musste Sonja den Job des Hunde-Anfeuerns übernehmen. Es ging durch eine wunderbare Winterlandschaft und über den zugefrorenen See, und das Berg-Panorama war atemberaubend. Von gelegentlichen Abwürfen auf unwegsamen Gelände und zwei Umfällen abgesehen sind wir nach fast zwei Stunden wieder heil am Ausgangspunkt angekommen. Dort gab es zum Abschied heißen Apfelcidre mit Schoko-Keksen am Lagerfeuer und Musher-Latein. Ein unvergessliches und empfehlenswertes Erlebnis! Fotos gibt's hier. Für Interessierte: Hier gibt es Informationen rund um den Schlittenhunde-Sport und das berühmte Iditarod-Rennen in Alaska.

Montag, 6. März 2006

Cross Country über verschneite Golfplätze


Nachdem der Winter noch einmal zurück gekehrt ist, haben wir das Saisonende genutzt und uns für ein paar Bucks eine Cross-Country-Ausrüstung, sprich Langlaufski, besorgt. Am gleichen Tag noch sind wir damit zum Golfplatz (Jahaa!). Da man mit Golfplätzen im Winter nicht soviel anfangen kann, sind dort nämlich Loipen gespurt worden. Ein ideales Gelände, um erste Erfahrungen mit dem neuen Equipment zu sammeln. Am nächsten Tag haben wir uns dann direkt ins Kananaskis gewagt. Am Visitor-Center haben wir uns noch eine X-Country-Trail-Karte besorgt und uns eine 'leichte' Anfängerroute empfehlen lassen. Na, was die so 'leicht' nennen. Jedenfalls haben wir die Loipe individuell neu gestaltet und beherrschen nun das Wiederaufrichten auf Skiern erstklassig. Es war traumhaft: tief verschneite Tannen, blauer Himmel, fast allein auf dem Trail. Das war den Muskelkater wert.