Montag, 31. Oktober 2005

Die Nacht des großen Kürbisses

Quelle: Peanuts
Immigranten-Erbe: Durch die irischen Einwanderer hat sich das keltische Samhain-Fest vor allem in Amerika, aber natürlich auch in Kanada in der Tradition der Halloween-Feier etabliert, allerdings ohne den eigentlichen spirituellen Hintergrund. Damals wurde das neue Jahr gefeiert und der Kürbis war noch eine Rübe. Später hat die katholische Kirche den ehemals heidnischen Feiertag christianisiert und Allerheiligen daraus gemacht.
Heutzutage verkleiden sich Kinder als Vampire, Geister, Zombies, Durazell-Hasen, Ninja-Turtles oder andere Horrorgestalten und ziehen von Haus zu Haus um 'treats' (Süßigkeiten) einzufordern. Bei Nichterfüllung der Forderung wird das Opfer mit einem 'trick' (gerne Klopapier im Vorgarten, entleerte Mülltonnen o.ä.) heimgesucht. Aus den Vorgärten werden Friedhöfe, in den Bäumen hängen Totenkopfgirlanden und von der Veranda grinsen den Besucher die unvermeidlichen Kürbisgesichter an. Die Erwachsenen wiederum werden zusätzlich mit Kürbiskuchen, Kürbiscreme, Kürbiskompott und Kürbisbowle nicht unter zwei Wochen bestraft. Ach ja, wir müssen noch zum Superstore, Treats kaufen...
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Sonntag, 23. Oktober 2005

Vorbereitung auf den kanadischen Winter

Auf der Internetseite der Kanadischen Regierung haben wir einen Ratgeber für das "Überleben im kanadischen Winter" entdeckt. So heißt es, auch wenn man im (geheizten) Auto unterwegs ist, kann es zu Umständen kommen, die das Weiterreisen verzögern oder verhindern können. Eine Panne, ein (Wild-)Unfall, von einer Lawine verschüttet, im Eis eingebrochen? So empfiehlt die Website der Kanadischen Regierung, folgende Dinge immer dabei zu haben:
Kleidung:
Winterjacke und -stiefel, Mütze, Schal und Handschuhe, lange Unterwäsche und Socken.
Essen:
Schokolade, Müsli-Riegel, Wasser, Trockennahrung.
Auto:
Schneeketten, Benzinkanister (natürlich gefüllt!), Abschleppseil, Werkzeug, wichtigste Autoersatzteile, Schaufel, Feuerlöscher.
Überleben:
Erste-Hilfe-Koffer, Schlafsack, Taschenlampe, Kerzen (als zusätzliche Wärmequelle), Taschenmesser, Karten, Streichhölzer, Sonnenbrille (gegen Schneeblindheit), Toilettenpapier, Seil, Axt. Ach ja, und das Satellitentelefon nicht vergessen! Aber nun, da der Kofferraum unseres Toyota voll ist, sagt uns keiner, wo wir unsere Einkäufe vom Supermarkt unterbringen sollen… ;-)

Samstag, 22. Oktober 2005

Schneegrenze auf 2000m


Oktober ist bisher unser Lieblingsmonat. Denn die Urlaubssaison ist vorbei! Viele Campingplätze und Zufahrten zu landschaftlichen Sehenswürdigkeiten sind bereits gesperrt. Keine Touristenbusse mehr, die haufenweise Japaner oder amerikanische Rentner ausspucken, weil man zu den Sehenswüdigkeiten nur noch zu Fuß gelangt... Keine Insekten, die unser Picknick terrorisieren. Dazu noch ein Super-Wetter (Strahlendblauer Himmel, Sonne, 18 bis 20°C), was will man mehr?
Daher haben wir gestern mal wieder einen "Ausritt" in den Banff NP gemacht. Die Rockies haben bereits ihre Wintermützen auf, die Schneegrenze liegt aber noch bei 2000 m. Immerhin durften wir am Peyto Lake schon durch den Schnee stapfen und wurden am Aussichtspunkt, den wir für uns alleine hatten (wie gesagt, Busse kommen nicht mehr durch...) wieder mit einem atemberaubenden Weitblick belohnt (siehe oben).
Wir freuen uns schon auf den "richtigen" Winter und hoffen, dass in einem Monat der Icefield Parkway überhaupt noch befahrbar ist, damit wir wieder mal nachschauen können, was unser Lieblingssee so macht...

Samstag, 15. Oktober 2005

Culture Shock...

… oder von 14, die auszogen, das Oktoberfest in Calgary zu besuchen.
Gestern traf sich unsere Expat-Gruppe (deutschsprachige Immigranten in Calgary und Umgebung) im Österreichisch-Kanadischen Klub. Anlass war das alljährliche Oktoberfest. Das ausgezeichnete (im Eintrittspreis eingeschlossene) Buffet entschädigte für die recht üppigen Getränkepreise, speziell für das importierte Bier. Doch einen gewissen Pegel brauchten wir, um später die Live-Musik (eine Gruppe aus Österreich) zu ertragen.  Die Eröffnung des Buffets erfolgte durch die englische Ansprache des Vorsitzenden dieses Klubs. Aber da man bei seinem Akzent einen Übersetzer gebraucht hätte, ist unserem Tisch leider entgangen, dass man Tischweise zum Gang ans Buffet aufgefordert wurde. So stürmten wir als erstes los… peinlich? Nö, aber typisch deutsch, diese Schlacht am Buffet. OK, wir haben den Altersdurchschnitt wahrscheinlich ziemlich heruntergezogen, aber als die Musik aufspielte, blieben die Jüngeren mit eher betroffenen Blicken sitzen, während alles über 60, was noch laufen konnte, auf die Tanzfläche stürmte, um Polka, Twostep oder einfach Schieber zu tanzen. Auch einige unserer Mädels blieben nicht verschont, aber haben sich wacker geschlagen. Die Bandmitglieder wurden regelmäßig mit Schnaps und Bier versorgt, welches sie mit Schenkelklopfer-Trinksprüchen belohnten. In den ersehnten Musikpausen gab es dann noch Schuhplattler-Darbietungen und einen Schnellkurs für 'Freiwillige'.

Unser Fazit:
Wir haben viel Spaß gehabt, gelacht, getanzt und mitgesungen (Warum wir die Texte kennen? Keine Ahnung!), unsere Angie hochleben lassen, gut gegessen und viel (Alkohol) getrunken. Wie überall, war auch hier Rauchverbot, also blieb die Luft unverpestet. Es war ein gelungener Abend. Aber Kultur und Heimat… das ist was anderes. Uns ist die Stampede lieber, oder auch der Kölsche Karneval. Als nächstes werden wir mal heraus finden, ob es auch einen Karnevalsverein in Calgary gibt, den wir unsicher machen können ;-)

Montag, 10. Oktober 2005

Zehn Dinge, an die man sich schnell gewöhnt

• Sonntagnachmittags einkaufen
• Den Kamin auf Knopfdruck anmachen
• Für 50 Bucks gepflegt essen gehen
• Von Fremden nach der Herkunft gefragt und nach fünf Monaten immer noch willkommen geheißen zu werden
• Vier Uhr Feierabend
• Die Benzinpreise
• Die fantastische Luft
• Rechtsabbiegen bei Rot
• Berge vor der Haustür
• Die kanadische Freundlichkeit

Samstag, 8. Oktober 2005

Zurück aus Deutschland

Wir sind wieder zurück von unserem einwöchigen Deutschland-Besuch zur Hochzeit von Sonjas Schwester und erholen uns von den Strapazen der Reise während der Arbeit :o). Die Woche war schon ganz schön anstrengend, mit wenig Schlaf und vielen, vielen Terminen. Für die meisten Freunde hatten wir leider nicht genügend Zeit, sorry noch einmal dafür. Der Rückflug war (wie eigentlich immer bei LTU) sehr angenehm, aber wieder einmal nur zur Hälfte besetzt. Wir machen uns deshalb etwas Sorgen, ob die Verbindung im nächsten Jahr noch im Programm stehen wird. Ansonsten müssten wir die Reise über Frankfurt machen, was doch um einiges aufwändiger und anstrengender wird. Der wenige Schlaf in Deutschland kommt uns jetzt sehr entgegen, wir haben seit der Rückkehr kaum Probleme mit dem Jet Lag. Wir wachen morgens gegen 6 Uhr auf, sind richtig hellwach und kommen völlig ausgeruht zur Arbeit. Mal was Neues!

Die Bäume haben ihre Blätter mittlerweile komplett abgeworfen, die Nächte sind jetzt regelmäßig unter 0 Grad, und während unserer Abwesenheit muss es wohl den ersten Schnee gegeben haben, dieser ist allerdings nicht liegen geblieben. Wir schätzen, dass es in den Rockies mittlerweile schon ein bißchen mehr Schnee geben dürfte, wir werden das in den nächsten Tagen mal prüfen. Heute sind wir zunächst einmal zur Hauseinweihung von Sonjas Kollegen Olivier (ein Quebecois) eingeladen. Der Bursche ist Anfang Zwanzig, arbeitet seit zwei Jahren, ist alleinstehend ohne Kinder und kauft von ganz geringen Ersparnissen 'mal eben' ein Haus. Das ist Kanada...

Am Montag ist dann der höchste Feiertag im Jahr nach Christmas, nämlich T-Day! Sprich Turkey-Day, sprich Truthahn-Tag, sprich Erntedankfest. Natürlich könnte das T vom T-Day auch von Thanksgiving kommen, aber das wäre ja langweilig... Wir haben schon zwei Einladungen zum Truthahnessen und mussten folglich einer absagen. Offensichtlich ist das ein sehr geselliges Fest! Apropos "Geselliges Fest": wir werden am kommenden Freitag ein Oktoberfest besuchen! So richtig mit Schuhplattlern und "Band from Austria"! Was tut man nicht alles in der Fremde... Wir werden berichten!

Übrigens ist hier mal wieder eine Meldung über Calgary:

Lebensqualität in Calgary: Platz 5 in der Welt
In nur einem Jahr ist Calgary vom 16. auf den 5. Platz einer Rangliste der 127 lebenswertesten Städte der Welt aufgestiegen, die alljährlich von der Economist Intelligence Unit des britischen Wirtschaftsmagazins “The Economist” aufgestellt wird. Diesen fünften Platz teilt Calgary sich mit Toronto in Kanada und Perth, Adelaide und Sydney in Australien sowie Zürich in der Schweiz. Letztes Jahr teilte sich Calgary noch den 16. Platz mit Düsseldorf und Frankfurt.
Kriterien für die Einstufung sind etwa 40 verschiedene Indikatoren, die den fünf Kategorien Stabilität und Sicherheit, Gesundheitswesen, Kultur und Umwelt, Bildung, und Infrastruktur zugeordnet werden. Calgary machte Punkte gut bei dem Arbeitsplatzangebot, der guten Gesundheitsversorgung und dem Bildungswesen. Auch die hohe Sicherheit für die Bürger aufgrund vergleichsweise geringer Kriminalität und das Klima sprechen für Calgary.