Sonntag, 4. September 2005

Im Westen nichts neues...

So ist das also, wenn der Alltag eingekehrt ist. Man steht auf, geht zur Arbeit, hat irgendwann Feierabend (zur Erinnerung: Vier Uhr nachmittags, na gut manchmal wird's auch halb fünf, das sehen wir nicht so eng). Anschließend geht man Essen, trifft sich mit Freunden oder hängt einfach vor dem Fernseher ab.
Am Wochenende der obligatorische Ausflug in die Natur. Diesmal ging es in die Prärie zum Head-smashed-in-Buffalo-Jump
http://www.head-smashed-in.com/ Interpretive Center, wo wir die ehemaligen Jagdgründe der Prärieindianer besucht haben. Es war heiß, wir hatten fast 30°C, und bis auf den Wind in den Gräsern und den Lauten der Zikaden war es unglaublich still. Einige Farmen in dieser Region haben sich auf die Aufzucht von Büffeln spezialisiert, so dass man heute durchaus wieder in den Genuss von Büffelsteak oder Pemmikan (mit Beeren vermischtes Pökelfleisch nach indianischem Rezept) kommen kann.
Morgen ist Labour Day (Tag der Arbeit) und - wie in Deutschland - natürlich ein Feiertag - ja, schon wieder! Das Tolle an kanadischen Feiertagen ist, dass, sollten sie auf ein Wochenende fallen, der darauffolgende Montag arbeitsfrei ist. Das trifft jedenfalls auf uns Büroangestellte zu. Geschäfte wiederum haben an solchen Tagen erst recht auf, weil viele den Feiertag zum Einkaufen nutzen.
Übrigens, Sonja gehört mittlerweile schon zum alten Eisen in ihrer Firma. Als sie anfing, bestand das Unternehmen aus 18 Mitarbeitern, jetzt sind es schon 32! Ihr Chef ist so begeistert von ihr, daß er sie schon an seinen größten Kunden "verkauft" hat, sprich: sie wird in den nächsten Monaten für 2-3 Tage pro Woche die Beschaffung beim Kunden re-organisieren! Außerdem hat sie das Projekt der Implementierung einer neuen Unternehmens-Software übernommen. Aus Furcht vor Abwerbung hat man Ihr deshalb inzwischen sogar einen schriftlichen Arbeitsvertrag gegeben!