Donnerstag, 23. Juni 2005

Edmonton, wolkenlos, 31°C, windig…

Und die Frisur… ist natürlich zum Teufel. Mit der Aussicht auf einige interessante Jobs haben wir uns kurzerhand entschlossen, einmal die Provinzhauptstadt zu besuchen, es sind ja nur 270 km bis dahin. Geschwindigkeit auf 110 km/h gestellt, Lenkrad geradeaus, und los geht's! In Edmonton gehen die Uhren noch langsamer, Calgary macht dagegen fast schon den Eindruck hektischer Betriebsamkeit. Bei dem herrlichen Wetter zieht es die Eingeborenen schon frühzeitig in die zahllosen Parks. (Feierabend scheint hier ab zwei loszugehen, oder was?) Es ist wunderschön grün hier, kaum zu glauben, dass dies in ein paar Monaten wieder unter einer Schneedecke verschwinden soll und zweistellige Minusgrade herrschen werden. Ein kurzer Rundgang durch Downtown, Hochhäuser halt, am Canada Place und Shaw Convention Center vorbei, den Blick über das Flusstal (North Saskatchewan River) genießen, dann erobern auch wir einen der zahlreichen Parks, die - wie so oft - mit entsprechenden Picknickplätzen aufwarten. Weitere Sehenswürdigkeiten sind das Parlamentsgebäude und das Muttart Conservatory (Botanischer Garten) und Fort Edmonton. Bilder hier
West Edmonton Mall, das Mekka Nordamerikas, nimmt für sich in Anspruch, die größte Einkaufsmeile der Welt zu sein. Wer's braucht, kann hier gleich ein Hotel buchen, das Wellenbad mit Wasserrutschen besuchen oder Eislaufen. Hier geht's fast zu wie im Vergnügungspark. Aber wer shoppen will, kann das genauso gut in einem der gewöhnlichen Malls tun. Das Angebot bleibt sich gleich. Empfehlenswert ist auf jeden Fall Fort Edmonton, in dem das Leben im 'Wilden Westen' vom späten 18. bis zum frühen 20. Jahrhundert aus- und dargestellt wird.
Insgesamt gesehen ist Edmonton deutlich grüner als Calgary, und die Stadtplanung ist auch gelungener. Aber dafür gibt es halt keine Rocky Mountains in Blickweite...
Vielen Dank an Günther für die nützlichen Tipps!!

Mittwoch, 15. Juni 2005

Klapperschlangen in Kanada?

Ja, es gibt sie tatsächlich. Oft enden sie als unschuldige Verkehrsopfer, aber im Dinosaur Provincial Park, 250km östlich von Calgary,
geht es ihnen prächtig, während uns Touristen bei dem Gedanken etwas mulmig wird. Aber Klapperschlangen sind nicht das Gefährlichste in den sog. Badlands. Neben der Möglichkeit des Sonnenstichs (Mütze dabei?) und Verdursten (Wasser parat?) hat die Natur noch giftige Spinnen und Skorpione im Angebot.
Das kann uns alles gar nicht beeindrucken, da uns die Erdgeschichte hier Erstaunliches zu bieten hat. Im ehemaligen Sumpf-/Marschland eines urzeitlichen Binnenmeeres findet man, nomen est omen, hier eine Unzahl von Dinosaurierknochen (zu besichtigen im Royal Tyrrell Museum in Drumheller und eine fantastische sehr un-kanadische Landschaft. Bilder hier.


Ein weiterer Ausflug (ca. 65km südwestlich von Calgary führt uns in die Gegend um Okotoks, wo ein riesiger, von einem urzeitlichen Gletscher hierhin transportierter Felsbrocken mitten im Feld liegt (ein altes indianisches Heiligtum) und in den Bragg Creek Provincial Park. Dieser Park hat neben Wanderwegen und Naturlehrpfaden am Elbow River auch wunderschön gelegene Camp- und Picknickplätze 'im Angebot', welche wir auch gleich ausgenutzt haben. Bilder vom Tripp hier.
 Im Kananaskis

Was sonst noch geschah?
Letzten Samstag waren wir bei Freunden zu Smorgasbord (kaltes Buffet) und mexikanischem Bier (Corona - lecker!). Sonntag haben uns unsere Vermieter dann eingeladen, nachdem wir eigentlich nur den Rasenmäher abholen wollten. Ja, die Kanadier sind nett, aber das sagten wir ja bereits...

Nach kurzer Diskussion waren wir uns einig, es ist noch zu früh zum arbeiten. Unsere Tagesausflüge haben uns eher noch neugieriger auf das Land gemacht, also warum die beste Jahreszeit im Büro verbringen, wenn es noch so viel zu sehen gibt. Irgendwer neidisch?

Mittwoch, 8. Juni 2005

Regen Update

Mittlerweile haben wir hier in Calgary und vor allem im südlichen Alberta Flutalarm! In Calgary droht der Glenmore-Damm überzulaufen und in den südlich gelegenen Orten High River, Bragg Creek und Okotoks wurden Evakuierungen durchgeführt, da die Flüsse über die Ufer zu treten drohen. Wir haben hier die stärksten Regenfälle seit mindestens 10 Jahren, als es die letzte Flut gab. Und viele sind der Meinung, diesmal sei es noch schlimmer!
Gestern hat es 50 mm geregnet (= 50 l/m²), in den letzten 7 Tagen waren es 134 mm. Zum Vergleich: im Durchschnitt regnet es im Juni 76 mm und im ganzen ersten Halbjahr Januar-Juni 193 mm! Zitat Calgary Herald: "Eine der größten Regenperioden in der Geschichte der Provinz!"
Wir haben deshalb heute die Zeit genutzt und das Glenbow-Museum besucht, eines der sechs größten Museen Kanadas, aber nach europäischen Maßstäben doch eher klein. Aber es gibt eine sehr schöne Ausstellung zur Kultur der Blackfoot und anderer Prärie-Indianer, die von den First Nations selbst zusammengestellt wurde.
Shell hat sich auch schon (per automatisierter email) gemeldet und wollte ein paar zusätzliche Infos von Roland. Wir wissen eigentlich immer noch nicht, was wir davon halten sollen...  

Dienstag, 7. Juni 2005

Regen, Regen, Regen

 Nicht nur das, es schüttet, und das schon seit Tagen fast ununterbrochen. Es wird sogar gewarnt. Ja, vor dem Regen: HEAVY RAINFALLS!
In Süd-Alberta gab es sogar schon die ersten Evakuierungen wegen Überschwemmungsgefahr. Wir nehmen die Warnung ernst, machen den Kamin an und es uns gemütlich.
Letzten Samstag haben wir an einem Spenden-Lauf der Foothills Academy teilgenommen, welche die Tochter unserer Freundin Pam besucht. Was bedeutet schon das Frühaufstehen und 5 km laufen für den guten Zweck, zumal man anschließend noch ein T-Shirt, Essen und Getränke erhält. Ja, und es war trocken. Ein paar Bilder hier.
Ansonsten haben wir unsere ersten Bewerbungen losgeschickt, alle per Internet (Monster, Workopolis etc.). Roland hat sich sogar bei Shell beworben, weiß aber noch gar nicht, ob er das nun gut findet oder nicht...