Sonntag, 17. Februar 2019

Im Leben bereut man immer nur die Dinge, die man nicht gemacht hat

Wir haben es gemacht und es nie bereut. Und wer weiß, vielleicht wagen wir es sogar noch einmal...

Der abgelaufene kanadadische Reisepass des Gatten muss neu beantragt werden. Gelegenheit genug, mal wieder über das Thema Kanada, unsere Rückwanderung nach Deutschland und unser neuestes Steckenpferd: Sabbathical mit Bulli nachzudenken.

Trotz erfolgreicher Wiedereingliederung in den deutschen Alltag (was schwer genug war, man google hierzu den Begriff des "reverse culture shock"), haben wir ein recht schönes und entspanntes Leben im Schwarzwald. 

Seit fast sechs Jahren leben wir nun schon in diesem Achttausend-Seelen-Dorf (korrigiere: Städtle) im Kinzigtal, die Infrastruktur ist gut, Arbeit gibt's genug und der Spaß kommt auch nicht zu kurz. 

Wir haben eine schöne und zentral gelegene Wohnung, leider nur zur Miete, denn der Wohnungsmarkt ist ansonsten leer gefegt. Wohnungen zum Kauf sind rar oder aufgrund des überhitzten Immobilienmarktes überteuert. 

Für den Gegenwert einer Wohnung am Rande einer No-Name Kleinstadt im ländlichen Baden-Württemberg könnte man sich (derzeit noch) in Nova Scotia ein Haus am Meer kaufen. Womit zaghaft bereits eine neue Idee in unseren Köpfen reift.


Im Moment sind wir ja noch auf dem mobilen Trip, d.h. wir wollen noch viel mit unserem VW Bus Siggi in Europa und darüber hinaus erleben, aber es wird die Zeit kommen, in der auch das wieder vorrüber sein wird. Und da erscheint es uns nicht ganz abwegig, über eine Immobilie auf der anderen Seite des Atlantiks nachzudenken. Wir werden sehen...

Montag, 4. Februar 2019

Da wiehert er wieder: Der deutsche Amtsschimmel


Zur Erinnerung: Der kanadische Expat beantragt die Erneuerung des kanadischen Reisepasses online, druckt die Unterlagen aus, legt biometrische Passbilder und den alten Pass dazu und sendet das Ganze mit der Post zum zuständigen Konsulat. Nach (nicht einmal) drei Wochen kommt der neue Pass per Post ins Haus.

Zur Beantragung des deutschen Reisepasses begibt man sich zur Passbehörde des aktuellen Hauptwohnsitzes (in unserem Falle das örtliche Bürgerbüro). Dort wird der Antrag am PC ausgefüllt (hätten wir eigentlich auch selber machen können, s.o.). Dann werden (wieder mal?) biometrische Fingerabdrücke abgenommen (was ist aus den letzten geworden?). Danach wird festgestellt, dass der Antrag erst abgeschickt werden kann, wenn anhand der Beibehaltungsurkunde festgestellt wurde, dass man ein(e) legale(r) Doppel-Staatsbürger(in) ist. Häh? Diese Prüfung wurde doch bereits bei der Rückwanderung durchgeführt. Ja, aber: Nicht bei diesem Amt! Also gut, nochmal nach Hause und mit der Urkunde wieder zurück, damit eine Kopie (!?!) zu den Akten gelegt werden kann. Müsste der Doppelstaatsbürger-Status nicht bereits irgendwo in den Personaldaten vermerkt sein? Das muss man nicht verstehen. Die Lieferzeit soll etwa vier bis sechs Wochen betragen, und selbstverständlich muss der Ausweis dann persönlich (oder durch einen Bevollmächtigten) im Bürgerbüro abgeholt werden.

Und die Moral von der Geschicht': Niemals das Dokument zur Genehmigung der Beibehaltung der deutschen Staatsangehörigkeit wegwerfen. Der deutsche Amtsschimmel benötigt es noch.

Montag, 21. Januar 2019

Es ist dunkel und wir tragen Sonnenbrillen

Die meisten unserer Generation werden sich an das berühmte Zitat und der darauf folgenden besten Verfolgungsjagd und Materialschlacht aller Zeiten aus dem Kultfilm Blues Brothers erinnern.

"Es sind 106 Meilen nach Chicago, wir haben genug Benzin im Tank, 'n halbes Päckchen Zigaretten, es ist dunkel, und wir tragen Sonnenbrillen!"

- Elwood Blues -


Wir sind zwar nicht auf der Flucht, aber:

Es sind 5.200 km über den Teich nach Halifax, wir haben kanadische Pässe, Sehnsucht nach unserer zweiten Heimat und fahren einen Bulli in rot-weiß.

Und damit war das Projekt Auszeit oder neu-deutsch: Sabbatical, geboren.

Eine Faustregel besagt, dass man etwa die doppelte Zeit dessen in die Planung stecken sollte, die man sich für dieses Vorhaben nehmen will und so beginnt es:

1. Wir stecken schon einmal den Zeitrahmen fest, damit können wir dann auch das Ansparmodell für den temporären Ausstieg (Zeit und/oder Gehalt) berechnen.
2. Wir stimmen schon mal den Chef und die Kollegen auf das Thema ein und vereinbaren einen Termin mit der Personalabteilung.
3. Alle Projekte beginnen mit dem Anlegen einer Checkliste. Die Überschrift dazu steht schon mal:

Auszeit Kanada 2021 

Montag, 18. September 2017

Kanada ist überall


Neulich habe ich beim Wandern einen kanadischen Einwanderer entdeckt: Tsuga Canadensis, die kanadische Hemlocktanne. Etwa Mitte des 18. Jahrhunderts wurde dieser Baum in Europa eingeführt und scheint sich hier recht wohl zu fühlen. In Ruhe gelassen kann er bis 1.000 Jahre alt werden.